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Mercer IC: Pensions- und Vorsorgekassen in Q3 wesentlich verbessert

Die bereits im Frühjahr gestartete Aufholjagd der österreichischen überbetrieblichen Pensionskassen hat sich auch in den letzten Monaten fortgesetzt, sodass für das dritte Quartal ein Plus von gesamt 1,79 Prozent erzielt werden konnte.

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Mag. Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich
© Mercer IC

Das unterjährige Gesamtergebnis der überbetrieblichen Pensionskassen ist aufgrund der Verluste im ersten Quartal aber noch negativ und liegt Ende September bei -2,84 Prozent. Nach dem Einbruch im März hat sich die bereits im April gestartete Aufholjagd fortgesetzt – nur der September hat vereinzelt einen negativen Performancebeitrag geliefert.

Allianz Pensionskasse und VBV-Pensionskasse vorne weg
In der aktuellen Analyse der überbetrieblichen Pensionskassen zum dritten Quartal 2020 durch das Beratungsunternehmen Mercer belegen sowohl die Allianz Pensionskasse als auch die VBV-Pensionskasse jeweils zwei erste Plätze. Allianz meistert das schwierige Marktumfeld in folgenden Anlagekategorien am besten: „konservativ“ (-1,13 Prozent) sowie „ausgewogen“ (-1,42 Prozent). Die VBV führt die Kategorie „defensiv“ (-0,19 Prozent) bzw. „aktiv“ (-2,55 Prozent) an, die APK liegt bei der Kategorie dynamisch“ (-1,80 Prozent), der Kategorie mit dem höchsten Aktienanteil, an vorderster Front.

2020 ist anlagetechnisch ein herausforderndes Jahr
"Für den verbleibenden Jahresverlauf sind die Risiken an den Finanzmärkten nach wie vor erhöht. Die weiteren und gerade aktuellen Entwicklungen der Pandemie und damit einhergehend mögliche negative Konjunkturfolgen könnten sich erneut auf die Finanzmärkte auswirken. Daher ist es für die Pensionskassen von Wichtigkeit, ein funktionierendes Risikomanagement und eine ausreichende Diversifikation der Portfolien aufzubauen“, kommentiert Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich. „Die österreichischen Pensionskassen legten per 31.12.2019 mehr als 15 Milliarden Euro nachhaltig an – nach den anerkannten Standards der ‚Principles for Responsible Investment‘ der Vereinten Nationen. Das sind rund 61,5 Prozent des Gesamtvolumens. Der Fokus auf eine klimaneutrale Anlage wird sich auch in den nächsten Jahren in der Pensionskassenlandschaft entsprechend fortsetzen.“

Ergebnis der Betrieblichen Vorsorgekassen zum dritten Quartal 2020
Die Betrieblichen Vorsorgekassen konnten ebenfalls seit dem Einbruch im März 2020 einiges an Performance gut machen. Das durchschnittliche Marktergebnis zum 30.09.2020 liegt bei -1,11 Prozent. Betrachtet man die Performancewerte der einzelnen Vorsorgekassen, ergeben sich doch Unterschiede im Anlageergebnis – die Bandbreite reicht von -0,50 Prozent bis zu -2,08 Prozent – diese jedoch mit einem Aktienanteil von mehr als 40 Prozent.

Bonus und VBV führen heuer das Feld an
Die Bonus Vorsorgekasse (VG 2) liegt mit -0,50 Prozent an erster Stelle, gefolgt von der VBV-Vorsorgekasse mit -0,52 Prozent und abermals der BONUS Vorsorgekasse − diesmal VG 1 − mit -0,68 Prozent an dritter Stelle. Da die Betrieblichen Vorsorgekassen eine Kapitalgarantie gewähren müssen, können die bis dato für die Berechtigten einbezahlten Beiträge nicht weniger werden. 

Hemmnis Kapitalgarantie
Jedoch ist der wesentliche Parameter der Betrieblichen Vorsorgekassen – die Kapitalgarantie – zwar kurzfristig ein geeignetes Instrument um Schwankungen abzufedern, langfristig hemmt die Garantie aber durch die risikoaverse Anlagen gute Performanceergebnisse, die für den Berechtigten auf der Kontoinformation jedes Jahr ersichtlich ist. Gefordert ist daher eine Reform der Betrieblichen Vorsorgekassen in Richtung Erweiterung der Behaltedauer von aktuell drei Jahren auf zehn Jahre mit gleichzeitiger Ausweitung der Anlagegrenzen und dem optionalen Verzicht auf die Kapitalgarantie.

Reformvorschläge
Die Kosten der Garantie sind für kleine Beiträge nicht hoch, aber kombiniert mit den festgelegten Beitragsverwaltungskosten jeder Vorsorgekasse bleibt für die effektive Anlage nicht mehr viel an Beitrag übrig. Dies unterstützt somit nicht den Wunsch nach einer ausreichenden Performance durch die Veranlagung am Kapitalmarkt, sondern drückt die Rendite.

Die Finanzierung des staatlichen Umlagesystems wird immer schwieriger
Speziell durch die nun aktuell notwendigen Corona-Maßnahmen fehlt in den nächsten Jahren Geld zur Subventionierung des staatlichen Pensionssystems. Daher ist es unumgänglich, sich abseits der Corona-Krise so schnell wie möglich mit den Alternativen der betrieblichen und privaten Vorsorge zu beschäftigen. Eine attraktive und marktübliche betriebliche Vorsorge stellt eine sinnvolle Ergänzung dar.

Unveränderte Empfehlungen seitens Mercer
Diese umfassen:
− Verstärkte Einbeziehung der zweiten und dritten Pensionssäule zur nachhaltigen Sicherung des heimischen Pensionssystems
− Schaffung von Rechtsgrundlagen für eine Entgeltumwandlung mittels Einbindung in Kollektivverträge für eine steuerschonende Pensionsvorsorge
− Deutliche Erhöhung der steuerfreien Zukunftssicherung von 300 Euro im Jahr auf 1.000 Euro, um eine Basisaltersvorsorge zu Pensionsantritt zu gewährleisten
− Adaptierungen der Funktionsweise der Betrieblichen Vorsorgekassen und Pensionskassen im Rahmen der betrieblichen Vorsorge

Steuerliche Anreize für Eigenbeiträge
„Besonders unterstreichen wollen wir noch einmal die Empfehlung, steuerliche Anreize für Eigenbeiträge zu schaffen. Es ist wichtig, dass die Beiträge der Arbeitnehmer, die in die betriebliche Vorsorge eingezahlt werden, steuerlich absetzbar sind“, erklärt Plank. (kb)

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