Mehr als jedes zweite Family Office will SAA ändern
60 Prozent aller Family Offices wollen ihre Strategische Asset Allokation (SAA) ändern. Das ist der höchste Stand seit mehr als sechs Jahren, zeigt eine großangelegte Umfrage der UBS Group. Vor allem das US-Dollar-Exposure wird als zu hoch erachtet.
Eckpunkte:
- UBS-Kunden aus dem Family-Office-Segment wollen ihr finanzielles Engagement in den USA zurückfahren
- Damit passen Family Offices ihre Strategien an die veränderte makroökonomische Lage weltweit an.
- Beachtliche 60 Prozent der befragten Family Offices, sie wollten ihre strategische Vermögensallokation (SAA) in diesem Jahr verändern
Knapp ein Drittel der 307 in diesem Jahr bis Ende März befragten privaten Investmentgesellschaften für Hochvermögende gab an, Allokationen in auf Dollar lautende Vermögenswerte bereits reduziert zu haben oder dies zu planen. Das geht aus dem UBS Global Family Office Report 2026 hervor, über den "Bloomberg" auszugsweise berichtet.
Trotzdem des Wunsches nach einer Reduktion des US-Dollar-Exposures: Rund die Hälfte der Vermögensverwalter erklärte zudem, sie seien beim Dollar übergewichtet, obwohl Nordamerika regional weiterhin den größten Anteil ihrer Portfolios ausmacht.
US-Exposure mit Bauchweh
“Wir befinden uns in einer Situation, in der Kunden befürchten, dass sie - zumindest sagt das fast die Hälfte von ihnen - beim US-Dollar überexponiert sind”, sagte Maximilian Kunkel, Chief Investment Officer Global Family & Institutional Wealth bei UBS Global Wealth Management. “Wir wissen, dass der Dollar gegenüber vielen anderen wichtigen Währungen weiterhin überbewertet ist.”
Bei anderen Hauptwährungen wie dem britischen Pfund oder dem Euro lag dieser Anteil unter zehn Prozent. Zur Orientierung: Family Offices aus Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum stellten die beiden größten Gruppen der Befragten.
Politische Risiken im Fokus
Die Antworten der Firmen - die im Durchschnitt Vermögen von 1,3 Milliarden Dollar verwalten - zeigen, wie die vermögende Familien ihre Portfolios an das erhöhte geopolitische Risiko anpassen. Dieses werde vor allem durch die aggressivere Außenpolitik von Präsident Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit geprägt.
Europas vermögende Elite hatte ihre US-Engagements bereits in den ersten Wochen dieses Jahres neu bewertet, nachdem Trump versucht hatte, die Kontrolle über Grönland zu erlangen und in Venezuela interveniert hatte. Einige Family Offices widersetzten sich jedoch dieser “Sell America”-Stimmung mit einer Vielzahl von Deals in den USA.
“Entdollarisierung ist inzwischen bei jedem Kundengespräch ein Thema”, sagte Benjamin Cavalli, Leiter Strategic Clients and Global Connectivity der Vermögensverwaltungssparte der Bank, in einem Bloomberg-Interview. “Family Offices bereiten sich nicht nur auf kurzfristige Volatilität vor, sondern auf eine längere Phase miteinander verknüpfter Risiken.”
Änderung: Höchster Wert seit mehr als sechs Jahren
Insgesamt erklärten 60 Prozent der befragten Family Offices, sie wollten ihre strategische Vermögensallokation in diesem Jahr verändern. Das ist laut UBS der höchste Wert seit mindestens 2020. Besonders gefragt seien Investitionen in entwickelte Märkte sowie eine Verringerung von Immobilienanlagen.
“Vor dem Hintergrund eines unsichereren Investitionsumfelds findet derzeit eine Neugewichtung statt”, erklärt Yves-Alain Sommerhalder, Leiter Global Wealth Management Solutions bei der UBS, im Interview. (aa)

