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Mark Dowding zu hohen Energierechnungen, die wie Steuern belasten

„Stromrechnungen mit rasch nach oben drehenden Zahlen sind nicht das, was die Verbraucher jetzt sehen wollen.“ Steigende Energiekosten zwängen zu Mehrausgaben, die dann beim privaten Konsum fehlten, sagt Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management, zum Energiepreisschock.

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Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management
© BlueBay AM / Institutional Money

„Die Großhandelspreise für Erdgas haben sich seit dem Sommer verdreifacht, was in den kommenden Monaten zu einem sprunghaften Anstieg der Energierechnungen führen dürfte. Die Gasvorräte in ganz Europa liegen derzeit auf einem extrem niedrigen Niveau, was Moskau in eine starke Verhandlungsposition gegenüber den Abnehmern bringt. Vor diesem Hintergrund kommen interessante geopolitische Fragen auf. Doch auf kurze Sicht stehen eine Reihe von Ländern zunächst vor einem ganz anderen Problem: Wie wirken sich die jüngsten Energiepreisanstiege in den kommenden Monaten auf die Inflationsindizes aus?", sagt Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

Erhöhter Preidruck durch Versorgungsengpässe
Der Preisdruck in vielen Volkswirtschaften habe sich aufgrund von Versorgungsengpässen erhöht, so Dowding weiter. Hohe Transportkosten und anhaltende Produktionsstörungen in China – das Land steht für ein Drittel der Weltproduktion – ließen vermuten, dass der starke Preisschub, den einige Marktteilnehmer als ,vorübergehend‘ bezeichnen würden, noch mindestens sechs Monate, wenn nicht länger, anhielte.

Wozu ein Energiepreisschock in Großbritannien führen könnte 
Ein Folge wäre, dass die Inflation in den nächsten Monaten auf mehr als 6 Prozent ansteigt, was deutlich über den Prognosen der Bank of England liegt, die eine Verbraucherpreis-Inflation in der Nähe von vier Prozent erwartet hatte. "Hohe Energierechnungen belasten Verbraucher wie eine Steuererhöhung und dämpfen damit den privaten Konsum. Stromrechnungen mit rasch nach oben drehenden Zahlen sind nicht das, was die Menschen jetzt sehen wollen", weiß Dowding.

Andernorts sind die Bilanzen der privaten Haushalte nach wie vor gesund
Dies wohl deshalb, weil die Ersparnisse während der Pandemie zugenommen haben. Dies könnte darauf hindeuten, so Dowding, dass die Verbraucher auch bei kletternden Preisen weiterhin Geld ausgeben können: "Außerdem ist davon auszugehen, dass der Konsum mit dem Einkommenswachstum steigt – weil die Volkswirtschaften aufgrund der starken Nachfrage nach Arbeitskräften solide Beschäftigungszuwächse melden. Dementsprechend verzeichnen auch die Löhne und Gehälter Aufschläge, womit in den kommenden Monaten nach wie vor ein robustes Wirtschaftswachstum zu erwarten sein dürfte."

Eine zunehmende Inflation stimuliert jedoch auch kurzfristige Ausgaben
Verliert das Geld real an Wert, geben es die Verbraucher lieber heute aus, als morgen höheren Preisen gegenüberzustehen. Es besteht damit allerdings auch die Gefahr, dass die Inflationserwartungen weiteren Auftrieb erhalten. So ergab eine Umfrage der New Yorker Federal Reserve in dieser Woche, dass die Befragten inzwischen einen Anstieg der US-Preise um vier Prozent im kommenden Jahr erwarten. Das stelle ein deutlicher Aufschlag gegenüber der vorherigen Umfrage dar, diagnostiziert Dowding. (kb)

 

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