Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Neues Risiko: Marschiert Russland in die Ukraine ein? Droht Krieg?

Mark Dowding, CIO von BlueBay AM, macht derzeit weniger das Corona-Virus, sondern die militärische Lage an der ukrainischen Grenze Sorgen. Im Worst Case marschieren die Russen ein und es bricht ein Flächenbrand aus.

Mark Dowding
Mark Dowding, Bluebay AM: „Putin sieht die Chance, die Sowjetunion neu zu erschaffen.“
© BlueBay Asset Management

Jüngst haben sich die Covid-19-Infektionen in ganz Europa beschleunigt. Einige Länder haben sich daraufhin veranlasst gesehen, die Mobilität erneut einzuschränken und wieder auf Homeoffice zu setzen. Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management, bezweifelt jedoch, dass diese Maßnahmen zu tiefen Einschnitten im Wirtschaftsleben führen: "Wir halten es für unwahrscheinlich, dass die wirtschaftliche Erholung in den kommenden Wochen aus dem Ruder laufen wird." Dowding macht sich um anderes größere Sorgen:

Truppenaufmarsch lässt Ängste hochkommen
Wenn es gegen Ende des Jahres ein sehr ernstzunehmendes Risiko für die Märkte gibt, sind es laut Dowding die Ereignisse im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Die jüngste Aufstockung der russischen Truppen an der Grenze zur Ukraine könnte darauf hindeuten, dass es bald zu einer Konfrontation kommt. Putin wird sich bewusst sein, dass dem Westen die Hände gebunden sind, sollte es zu militärischen Auseinandersetzungen kommen – Europa ist abhängig von russischem Gas und einer US-Regierung, die wahrscheinlich wenig Lust verspüren dürfte, über die Verhängung zusätzlicher Sanktionen hinaus in den Konflikt einzugreifen.

Nachdem sich die Lage in Weißrussland ebenfalls destabilisiert, gibt es laut Dowding Stimmen, die darauf hinweisen, dass Putin für sich die Chance sieht, die Sowjetunion neu zu erschaffen, indem er engere Beziehungen zu den GUS-Staaten knüpft. Unter diesem Blickwinkel ist nicht außer Acht zu lassen, dass am 8. Dezember dem 30. Jahrestag des Zusammenbruchs der ehemaligen UdSSR gedacht wird. "Vielleicht wird Putin als derjenige in die Geschichte eingehen, der die Teile wieder zusammengefügt hat – obwohl wir den russischen Präsidenten im Großen und Ganzen als einen Staatsführer einschätzen, der nicht überstürzt handelt", erklärt Dowding.

Hands off!
Da die entsprechenden Spekulationen dazu dienen, die Öl- und Gaspreise in die Höhe zu treiben, kommen sie Russland nicht ungelegen. In diesem Zusammenhang könnten russische Vermögenswerte und der Rubel für Anleger attraktiv erscheinen; wegen des drohenden geopolitischen Risikos gilt aber: Finger weg!“ (aa)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren