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Mark Dowding/ BlueBay AM: Von Archegos droht keine breitere Ansteckung

Angst ging um vor wenigen Tagen: Würden vom US-Hedgefonds Archegos eine Ansteckungswelle ausgehen und Banken zig Milliarden abschreiben müssen? Den milliardenschweren Zahlungsausfall bei Archegos sieht Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management, als Sturm im Wasserglas.

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Mark Dowdin, CIO von BlueBay Asset Management
© Hemmerich / Institutional Money

Die wirtschaftlichen Folgen der Fiskalpolitik in den Vereinigten Staaten seien ungemein bedeutsamer als der Archegos-Zusammenbruch, sagt Mark Dowding, CIO bei BlueBay Asset Management: "Die US-Fiskalpolitik stellt unverändert eine Gefahr dar, dass die Anleiherenditen weiter steigen könnten.“

Gier triumphierte über Risikomanagement bei den Banken - wieder einmal
Der Zusammenbruch des Hedgefonds Archegos und die damit verbundene Auflösung seiner fremdfinanzierten Aktienbestände standen in den vergangenen Tagen im Fokus der Finanzmärkte. Im Zuge der erforderlichen Blocktrades musste eine Reihe von Finanzinstituten milliardenschwere Verluste hinnehmen. Es habe den Anschein, dass wieder einmal Gier über gesundes Risikomanagement und eine solide Due Diligence überwogen habe, nicht zuletzt, da der Gründer von Archegos, Bill Hwang, bereits im Zusammenhang mit Insiderhandel vorbestraft sei, sagt Mark Dowding.

Offenbar handelt es sich bei den Vorgängen um ein relativ isoliertes Ereignis
Folglich gebe es keinen Grund zur Sorge, dass eine breitere Ansteckung drohe, so Dowding weiter. In entsprechenden Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern in den vergangenen Tagen sei deutlich geworden, dass der Zahlungsausfall bei Archegos eine verschärfte Regulierung und verbesserte Risikomanagementpraktiken anstoßen dürfte. 

Der Elefant im Laden ist allerdings die US-Fiskalpolitik  
Archegos sei aber eher ein Sturm im Wasserglas im Vergleich zur US-Fiskalpolitik, denn deren mittelfristige wirtschaftliche Folgen seien ungemein bedeutsamer. Dowding dazu: "Die Fiskalpolitik stellt unverändert die Gefahr dar, dass die Anleiherenditen weiter steigen könnten. Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass angesichts einer expansiven Fiskalpolitik eine straffere Geldpolitik erforderlich sein wird."

Zu Beginn des zweiten Quartals 2021 erholt sich die US-Wirtschaft rasch
In den nächsten drei Monaten könnte sie mit einer zweistelligen Wachstumsrate expandieren. Infolgedessen ist mit einem robusten Beschäftigungsaufbau zu rechnen. Weil viele Verbraucher über reichlich Bargeld verfügen, sehen die Experten von BlueBay AM eine aufgestaute Nachfrage, die den Wirtschaftsaktivitäten in den kommenden Wochen kräftig auf die Sprünge helfen wird. Das signalisiert auch das gute Vorankommen der Impfkampagnen in den USA und Großbritannien, die zusammen mit dem Frühlingsbeginn von einem bullishen Szenario für die kommenden Monate ausgehen lassen.  

Größter quartalsmäßiger Renditeanstieg bei Staatsanleihen seit 1994
"Obwohl die Renditen von Staatsanleihen im ersten Quartal ihren größten vierteljährlichen Renditeanstieg seit 1994 gesehen haben, sind wir der Meinung, dass es weiterhin angebracht ist, hier eine moderat defensive Haltung einzunehmen", analysiert Dowding. "Wir bereiten uns auf einen Anstieg der Renditen in Richtung zwei Prozent bei den zehnjährigen Anleihen vor und nutzen jede Rallye als Gelegenheit, um Short-Positionen aufzustocken.“ (kb)

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