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Manipulationsopfer VIX: Wissenschaftler warnten im Mai 2017 davor!

Schwere Vorwürfe werden bezüglich des US-Aktienmarktes erhoben. So soll der Index Volatilitätsindex VIX manipuliert worden sein, was Anfang Februar schließlich die Aktien und Bondmärkte abstürzen ließ.

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© ©Fotolia

Wegen der zweifelhaften Umstände wurde die US-Aufsichtsbehörde Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) eingeschaltet, die einen Betrugsversuch aufklären soll, schreibt die „Wirtschaftswoche“. Besonders auffällig sei, dass bereits vor dem Vorfall die Wissenschaftler John Griffin und Amin Shams von der Universität Austin vor Manipulationen in ihrer Studie gewarnt hatten.

VIX ist manipulationsanfällig wegen des verzerrenden Einflusses von OTM-Optionen

Griffin und Shams hatten bereits im Mai 2017 vorausgesagt, dass der VIX ein stark gefährdeter Index sei. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Preisbildung des VIX empfänglich ist für Manipulationen“, so die Autoren der Studie. Je wahrscheinlicher es ist, dass ein Anleger mit einer Option Geld verdient, desto mehr muss er bezahlen. Extrem spekulative Optionen dagegen sind superbillig, kosten nur wenige Cent. Die Chance, mit ihnen noch Geld zu verdienen, ist minimal. Der VIX wird aus den Preisen für Optionen abgeleitet. Je wahrscheinlicher es ist, dass ein Investor aus solch einer Option einen Gewinn erzielt, desto teurer werden die Papiere.

Gebote für extrem billige Optionen als Auslöser?

Hochspekulative Optionen, die extrem hohe Gewinne versprechen, sind dabei nur wenige Cent wert. Oftmals wird mit diesen Optionen gar nicht gehandelt, dennoch haben sie Einfluss auf den VIX und geben die Möglichkeit, ihn durch Fake-Kurse zu beeinflussen. Wenn man den VIX mit möglichst wenig Aufwand beeinflussen will, sind Gebote für extrem billige Optionen die einfachste Möglichkeit, wie das die Studie von Griffin und Shams belegt. Die europäische Alternative zum VIX ist der VSTOXX, welcher dagegen als deutlich sicherer gilt als der VIX.

VSTOXX ist die sicherere Alternative aus zweierlei Gründen

Der VSTOXX wird ebenfalls auf Basis von Optionen berechnet. Aber es fließen — im Gegensatz zu Berechnung des VIX — nicht die Optionen im niedrigen Preissegment in die Berechnung ein. Außerdem werden nur Optionen berücksichtigt, die auch real gehandelt wurden. Obwohl es mit einem Systemwechsel wie in Europa diese Problematik entschärfen würde, fordern die Amerikaner anstelle mehr Regulierung. Das Land der (Markt-)Freiheit schreit nach mehr Regulierung, wie Emcore in seinem aktuellen Newsletter süffisant anmerkt. (kb)

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