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Märkte sind in trendschwacher Phase anfällig für Störungen

So lange die Kombination aus hoher Liquidität, guter Konjunktur, nur moderat steigenden Zinsen und gut kontrollierten Inflationserwartungen anhält, besteht ein ideales Umfeld für die Aktien- und Kreditmärkte.

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Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management
© Fisch AM

„Auch zu viel Gutes kann für die Finanzmärkte schlecht sein. Somit könnten sich schon bald potentielle Probleme aus der sehr positiven Entwicklung des Arbeitsmarkts in den USA ergeben. Denn die US-Notenbank Fed hat einen Wechsel ihrer Geldpolitik klar mit dem Arbeitsmarkt verknüpft. Wenn es hier in den kommenden Wochen zu einer stärker als erwarteten Verbesserung kommt, dürften die Märkte die lockere Geldpolitik zunehmend in Frage stellen. Die US-Arbeitslosenrate ist deshalb bis auf Weiteres der Schlüsselfaktor für die künftige Geldpolitik und damit auch für die Aktien- und Zinsmärkte", weiß Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management.

Stark anziehende Immobilienpreise als Problem
Ein zusätzliches Problem sind die aktuell immer stärker steigenden Immobilienpreise in den USA, aber auch weltweit. Eine weitere Beschleunigung werde ebenfalls durch monetäre Gegenmaßnahmen bekämpft werden müssen, schätzt Thoma: "Eine Normalisierung der Geldpolitik zeichnet sich damit immer deutlicher ab. Im Moment besteht deshalb aber noch keine unmittelbare Gefahr für die Finanzmärkte. Einerseits kühlt sich die globale Konjunktur leicht ab, die Inflationserwartungen sind beschränkt und trotz besseren Arbeitsmärkten sind die Lohnkostenzuwächse derzeit noch fallend. Zudem kommuniziert die Fed und auch andere Notenbanken derzeit sehr geschickt und bereiten die Märkte schonend auf einen möglichen Wechsel der Geldpolitik vor." 

Aufwärtspotenzial am Aktienmarkt ist intakt
Dieses ist aber aufgrund der historisch sehr hohen Bewertungen und der aktuellen konjunkturellen Abkühlung mit entsprechend schwächerem Gewinnmomentum der Unternehmen beschränkt. Thoma: "Auch die Kreditmärkte bieten nur noch niedrige Risikoprämien. Die Credit Spreads notieren nahe historischer Tiefstände. Der Trend bei den langfristigen Zinsen dürfte nach der jüngsten Konsolidierung wieder leicht nach oben zeigen. Insgesamt befinden sich die Märkte in einer trendschwachen Phase und sind anfällig bei Störungen. Entsprechend sollten Investoren achtsam sein. Eine Timing-Hilfe stellt die Reaktion der Börsen auf unerwartete Neuigkeiten dar. Hier sind Divergenzen sehr aufschlussreich: Bisher reagierte der US-Staatsanleihenmarkt auf negative Meldungen (höhere Inflation, gute Konjunktur) positiv (fallende Zinsen). Diese Art von Divergenz ist ein Zeichen hoher markttechnischer Stärke. Falls sich an diesem Reaktionsmuster etwas ändert, droht ein Trendwechsel.“ (kb)

 

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