Lupus alpha-Studie zu Liquid Alternatives: Das Interesse ist zurück
Liquid-Alternatives-Strategien verzeichneten in den sechs Monaten 2025 Nettozuflüsse von 6,9 Milliarden Euro. Das ist ein klares Signal für das erstarkte Interesse an dieser Anlageklasse und bestätigt die Trendwende, die sich bereits ab der zweiten Jahreshälfte 2024 abzeichnete.

Die durchschnittliche Rendite in Deutschland zugelassener UCITS-konformer Hedgefonds lag aus Sicht eines Euro-Anlegers bei -1,87 Prozent, was hauptsächlich der historisch starken Abwertung des US-Dollar um rund 14 Prozent gegenüber dem Euro geschuldet ist. Dies ist das Ergebnis der von Lupus alpha halbjährlich erstellten Liquid-Alternatives-Studie basierend auf Daten von LSEG Lipper.
Meiste Zuflüsse im Mai und Juni
Das mit Abstand meiste Investorenkapital floss in den Monaten Mai und Juni in die Assetklasse – knapp 70 Prozent der Nettozuflüsse des ersten Halbjahres. Auslöser für diese ausgeprägte Nachfrage war offenbar die Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump im April und die darauffolgenden Markturbulenzen. Sie wirkten auf viele Anleger wie ein Impulsgeber für eine Neubewertung ihrer Risikotoleranz und führten zu einer spürbaren Umschichtung in liquide alternative Strategien – vor allem in risikoärmere.
Fixed-Income-Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus gesucht
So entfielen die stärksten Zuflüsse auf die beiden Fixed-Income-Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus – zusammen knapp 4,9 Milliarden Euro. Auch defensive Aktienstrategien wie Alternative Equity Market Neutral und Alternative Long/Short Equity profitierten von der erhöhten Nachfrage.
Institutioneller Anteil liegt bei der Hälfte
Institutionelle Anteilsklassen machten im ersten Halbjahr 2025 knapp die Hälfte des Marktvolumens aus (49,5 Prozent) – nur wenig unter dem Rekordwert von Ende 2024 (51,7Prozent). Ihr hoher Anteil unterstreicht das Vertrauen institutioneller Anleger in die robusten Strukturen der Liquid Alternatives. Besonders risikoärmere Absolute-Return-Fonds konnten bei dieser Anlegergruppe zulegen (+0,8 Milliarden Euro).
Dollar-Schwäche als Renditekiller in ungehedgten Vehikeln
Die im Durchschnitt aller Fonds negative Rendite von -1,87 Prozent im ersten Halbjahr war vor allem der US-Dollar-Schwäche geschuldet. Diese wirkte sich negativ auf global ausgerichtete Strategien mit hohem US-Anteil aus. Strategien mit Währungsabsicherung oder Fokus auf Europa waren damit für europäische Investoren klar im Vorteil. Auf Sicht von 5 Jahren dagegen bestätigen Liquid-Alternatives ihre unverändert stabilisierende Rolle in den Portfolios von Investoren mit einer durchschnittlichen Performance von knapp 4,6 Prozent p.a. Die starke Streuung der Fonds-Performance innerhalb der Strategien erfordert allerdings von Investoren eine sorgfältige Due Diligence bei der Fondsauswahl.
Währungseffekt drückt Rendite von Liquid Alternatives aus Sicht eines Euro-Investors

Positiv überzeugen konnten die analysierten Strategien in punkto Risikoverhalten
Trotz der Marktverwerfungen im April blieben die Maximalverluste vieler Strategien moderat. Im Median lagen sie bei den meisten Strategien unterhalb des MSCI World. Besonders die Fixed-Income-Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus überzeugten mit defensiven Risikoprofilen. Auch über einen Zeitraum von fünf Jahren zeigen sich die Strategien stabil: Elf von 14 Kategorien verzeichneten geringere Rücksetzer als globale Aktien oder Euro-Anleihen.
Résumé
„Liquid Alternatives haben sich als unverzichtbarer Portfoliobaustein etabliert“, bilanziert Ralf Lochmüller, Managing Partner und CEO von Lupus alpha. „Die Daten aus dem ersten Halbjahr belegen deutlich den Wert dieser Assetklasse gerade für professionelle Anleger. Mit ihren spezifischen Rendite-Risiko-Profilen helfen Liquid Alternatives Investoren, ihre Portfolios besser auszubalancieren.“ (kb)