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Lupus Alpha: Nebenwerte stehlen Blue Chips seit 20 Jahren die Show

Kleine und mittelgroße Firmen sind flexibler als große. Ihre Geschäftszahlen erholen sich nach einer Krise oft schneller. Das gilt auch für ihre Aktien: Small und Mid Caps gehören aber nicht nur deshalb ins Portfolio, sagt Götz Albert, Investmentchef bei Lupus Alpha.

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© Andrea / stock.adobe.com

Nebenwerte haben an der Börse die Nase vorn. Eine Analyse von Lupus Alpha zeigt, dass es sich bei deren guter Wertentwicklung keineswegs um ein Strohfeuer handelt: Europäische Small und Mid Caps performen bereits seit zwei Dekaden besser als Standardwerte. "Unsere Auswertung zeigt, dass Small und Mid Caps den Large Caps in drei von vier Kategorien überlegen sind", sagt Götz Albert, Anlagechef der Frankfurter Investmentboutique. Nebenwerte zeigten bei geringerer Schwankungsbreite eine bessere Wertentwicklung als Standardwerte und erholten sich schneller von Kurseinbrüchen. 

Die Aktien im Stoxx Europe TMI Small verzeichneten zwischen Januar 2000 und Oktober 2020 im Schnitt ein jährliches Plus von 6,3 Prozent. Bei den Blue Chips des Stoxx Europe 50 waren es im selben Zeitraum nur 0,3 Prozent Plus pro Jahr. Zugleich lag die jährliche Volatilität des europäischen Nebenwerteindex im untersuchten Zeitraum mit 16,75 Prozent mehr als drei Prozentpunkte unter der des Stoxx Europe 50. Zwar brachen die Kurse europäischer Small und Mid Caps infolge der Corona-Krise teilweise stärker ein als die Kurse von Blue Chips. Sie erholten sich aber auch schneller wieder.

Schnelle Erholung wichtiger als Maximalverlust
Insgesamt haben europäische Small und Mid Caps nach Kurseinbrüchen zuletzt schneller wieder ihr maximales Vorkrisen-Niveau erreicht. Das zeige sich sowohl nach dem jüngsten Crash im März als auch nach der Finanzkrise 2008 sowie dem Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er-Jahre. Die Geschwindigkeit des Comebacks ist ein wichtiges Kriterium, sagt Albert: "Für den langfristig orientierten Investor sollte ein höherer maximaler Drawdown weniger entscheidend sein als eine schnellere Wertaufholung."

Dass sich Nebenwerte nach Krisen schneller erholen als Standardwerte, erklären die Experten von Lupus Alpha mit den strukturellen Vorteilen kleiner und mittelgroßer Unternehmen: Sie sind in der Regel flexibler als große Konzerne, auf Krisen können sie deshalb schneller reagieren. Zudem befinden sich unter den Nebenwerten zahlreiche Technologieführer und Innovationstreiber für Megatrends wie Digitalisierung, 3D-Druck, Robotik oder Elektromobilität. "Aus Risiko-Rendite-Sicht spricht deshalb einiges für die stärkere Berücksichtigung von Small und Mid Caps in der strategischen Asset Allocation", sagt Albert. (fp)

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