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Loys-Vorstände Ufuk Boydak und Christoph Bruns zur aktuellen Lage

Die beiden erfahrenen Kapitalmarktexperten analysieren die derzeitige Situation und werfen einen Blick auf die Zukunft.

Ufuk Boydak, Portfoliomanager und Vorstandsvorsitzender und Dr. Christoph Bruns, Portfoliomanager und Vorstand, beide Loys.
Ufuk Boydak, Portfoliomanager und Vorstandsvorsitzender und Dr. Christoph Bruns, Portfoliomanager und Vorstand, beide Loys.
© LOYS AG

"Wer auf die Geschichte der Menschheit blickt, der wird erkennen, dass Kriege nicht selten zentrale Weichenstellungen für künftige Entwicklungen waren. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine macht dabei keine Ausnahme", schreiben Ufuk Boydak, Portfoliomanager und Vorstandsvorsitzender bei Loys und Dr. Christoph Bruns, Portfoliomanager und Vorstand bei Loys.

Schwere Zeiten voraus
Manches spricht dafür, dass die Veränderungsdynamik, die durch den Überfall Russlands auf die Ukraine in Gang gekommen ist, vor allem die Bundesrepublik Deutschland trifft. Es nützt Boydak und Bruns zufolge nichts, darum herumzureden, wie es in der politischen Arena üblich sei: Der Wohlstand der Bevölkerung ist rückläufig, schwierigere Zeiten stehen bevor. Dabei gehe es keineswegs nur um die törichte Energiepolitik, die seit 1998 unter verschiedenen Regierungen betrieben wurde.

Gelddrucken schiebt Probleme nur auf
Auch die beispiellose Gelddruckorgie der Europäischen Zentralbank hat laut Boydak und Bruns den Boden für die nun in Form galoppierender Inflation zutage tretenden Wohlstandsverluste bereitet. "Der unter Volkswirten allgemein gewordene Glaube, durch Gelddrucken könne man eine strukturell wachstumsschwache Wirtschaft und ein überbordendes Staatsgebaren fröhlich vorantreiben (Stichwort: Modern Monetary Theory), hat sich zur Überraschung Vieler als Chimäre erwiesen", betonen Boydak und Bruns.

Noch schwerwiegender sei freilich die negative demographische Entwicklung. Sie führt à la longue in unbezahlbare Renten-, Gesundheits- und Pflegesysteme, wobei wir eigentlich längst da sind, wenn man einmal auf den Haushaltsposten „Arbeit und Soziales“ blickt, merken die zwei Vorstände an. Dieser Posten dominiert den Bundeshaushalt und soll für das Jahr 2022 nicht weniger als 165 Milliarden Euro betragen, wovon 116 Milliarden als Zuschuss zur strukturell unterfinanzierten Rente verwendet werden müssen; Tendenz stark steigend.

Immer mehr Staatsschulden
Finanzieren wird die neue Bundesregierung ihre neuen aktionistischen Pläne, zu denen auch 100 zusätzliche Milliarden Euro für Rüstung gehören, durch die Ausgabe neuer Anleihen. "Mithin wird die Staatsverschuldung in den kommenden Jahren deutlich ansteigen. Tot ist die ´Schwarze Null´! Weil aber die Ära negativer Zinsen für den Staat jäh zu Ende gegangen ist, werden die Zinszahlungen in den kommenden Jahren wieder zu einer größeren Belastung. Es rächt sich nun, dass die Regierungen der Vergangenheit in guten Zeiten keine Rücklagen gebildet haben. Aber das ist in anderen Ländern kaum anders", monieren Boydak und Bruns.

Teure Flüchtlinge, Rezession voraus
Unklar sei überdies die finanziellen Folgen der Flüchtlingskrise, die der Ukraine-Krieg unweigerlich mit sich bringt, wobei die Migrationswelle des Jahres 2015 bislang noch nicht voll verdaut ist. Das Ganze findet vor dem Hintergrund einer sich hurtig eintrübenden Wirtschaftsentwicklung statt. Eine Rezession ist nicht mehr auszuschließen, zumal wenn Knappheit bei der Energieversorgung zu annehmbaren Preisen auftritt. Für die Steuereinnahmen verheißt dieses Szenario nichts Gutes. "Auf den bereits dauermalträtierten Steuerzahler kommt weiteres Ungemach zu, nicht zuletzt aufgrund der kalten Progression", erklären Boydak und Bruns.

Auf Bürokraten ist wenig Verlass
Aber auch die Bürger werden umdenken müssen. Der Glaube an den allnährenden und hochweisen Vater Staat, wie er in Deutschland weit verbreitet ist, wird erodieren. Die Vollkaskomentalität gegen alle Lebensrisiken wird man sich nicht mehr leisten können. Im unvermeidlich gewordenen Wohlstandsverlust liegt somit auch die Chance einer Rückbesinnung auf Wesentliches, prognostizieren Boydak und Bruns.

Aktien statt Nominalwerte
Auf dem Gebiet der Kapitalanlage ist ebenfalls ein Umdenken vonnöten. Die Obsession der Deutschen in Bezug auf Zinsanlagen hat zu dramatischer Fehlallokation und Verlusten geführt. Sachwerte verdienen eine stärkere Berücksichtigung in der Finanzplanung. Dabei sind dynamische Sachwerte, sprich Aktien bzw. Aktienfonds hinsichtlich ihres Eigenschaftsbündels langfristig unübertroffen.

"Im Herbst des letzten Jahres sah es so aus, als sollte auch die Ampelkoalition dieser Erkenntnis nach vielen verpassten Jahrzehnten mit einer sogenannten „Aktienrente“ Reverenz erweisen. Für die Wohlstandsentwicklung in Deutschland darf es als Fanal gewertet werden, dass diese Pläne nunmehr auf Eis gelegt wurden", beklagen Boydak und Bruns abschließend. (aa)

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