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Lombard Odier IM: Zentralbanken sollten auf Populismus reagieren

Nach Ansicht von Dr. Salman Ahmed, Chief Investments Strategist bei Lombard Odier Investment Managers, müssten Zentralbanken in ihren Überlegungen einbeziehen, um ihren Auftrag besser erfüllen zu können.

Salman Ahmed
Dr. Salman Ahmed, Chief Investments Strategist bei Lombard Odier Investment Managers
© Lombard Odier

Die Zentralbanken könnten vielleicht bald überfordert sein: Waren sie bis zur Finanzkrise im Grunde nur für die Geldpolitik sowie die Inflationsbekämpfung zuständig, im Falle der Fed auch für das Wirtschaftswachstum, mussten sie in den folgenden Krisenjahren durch diverse Offenmarktgeschäfte ("QE") und zumindest implizite Garantien das Finanzsystem stabilisieren. Nun kommt die Forderung auf, dass Zentralbanken zusätzlich gegen den "Populismus" kämpfen sollen. Das forderte jüngst Dr. Salman Ahmed, Chief Investments Strategist bei Lombard Odier Investment Managers.

Geldpolitik als Instrument für mehr "Gleichheit"?
„Die Zentralbanken der entwickelten Länder unterschätzen die möglichen Auswirkungen des Populismus auf die Wirtschaft, sollte die Geldpolitik die Einkommensungleichheit nicht berücksichtigen – und zwar schnell“, erklärt Ahmed.

Die Verbraucherpreisinflation ist laut Ahmed seit Anfang der 90er Jahre die wichtigste makrovariable Triebkraft der Geldpolitik und bildet heute den Rahmen für viele Zentralbanken auf der ganzen Welt. Es werde inzwischen akzeptiert, dass beispielsweise die Quantitative Lockerung (QE) einen Portfolio-Rebalancing-Effekt bewirkt hat, da die Zentralbanken versuchten, ‚Lebensgeister‘ wieder zu entfachen, um so Anreize für das Halten von riskanteren Vermögenswerten zu schaffen.

Teile des Volkes wenden sich von den Altparteien ab
Die zunehmende Ungleichheit war laut Ahmed ein wichtiger Faktor für den starken Aufschwung des US-amerikanischen und europäischen Populismus. Der Aufstieg des "Trump-Phänomens" erscheine nun mehr als eine Verirrung, da er sich nach links ausbreitet und sich verstärkt.

In Europa sei der Aufstieg des Populismus insbesondere in Italien, aber auch Deutschland und Frankreich, deutlich zu erkennen. Diese Verschiebungen würden wahrscheinlich langfristige Auswirkungen auf die westliche politische und wirtschaftliche Ordnung haben, gegen die die Zentralbanken nicht immun sind.

"In der heutigen populistischen Ära muss die Zentralbankpolitik in liberalen Demokratien den Zorn bedingt durch Ungleichheit mitberücksichtigen, da er wahrscheinlich einen starken Einfluss auf die zukünftigen politischen Realitäten haben wird", empfiehlt Ahmed.

Auf den Finanzmärkten sei die Verhaltensökonomie gut verstanden worden, und die Zentralbanken können daraus lernen und Reaktionsfunktionen in ihre Entscheidungen miteinbeziehen.

Höhere Inflation und Kreditvergaben
Ein umfassendes Umdenken in der Reaktionsfunktion der Europäischen Zentralbank (EZB) sei laut Ahmed dringend erforderlich. Die Bank brauche ein fokussiertes, glaubwürdiges und sichtbares Engagement, um ihr Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Sie benötige auch dringend ein breiteres Spektrum an politischen Instrumenten, wie zum Beispiel einen gezielten Einsatz von Großkrediten für KMU und Gruppen mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Dies gelte insbesondere dann, wenn die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Konjunkturabschwungs steigt.

"Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass, wenn ein schwerwiegender Abschwung den einheitlichen Währungsraum treffen würde, die daraus resultierenden politischen Auswirkungen durch den derzeitigen Anstieg des Populismus stärker belastet würden. Der Charakter einer demokratisch gewählten Regierung impliziert, dass technokratische Institutionen wie die EZB, wenn sie ihre Mandate weiterhin eng auslegen, unbeabsichtigt den populistischen Druck erhöhen können – was sich unweigerlich auf die Zukunft der Europäischen Union auswirken könnte", erklärt Ahmed abschließend. (aa)

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