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Liquidität verleiht Flügel: US-Aktien mit Rückenwind

In den USA gibt es drastisch mehr Liquidität als die Wirtschaft benötigt, stellt Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research bei der LBBW, in der neuesten Ausgabe des "Strategy Research" fest und untersucht differenziert die Auswirkungen dieser Überliquidität auf die amerikanischen Aktien.

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW
Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter LBBW Research, sagt: "Aktien in den USA haben im Vergleich zu Europa haben die Aktien noch ein wenig mehr Luft."
 
© LBBW

Betrachtet man die Entwicklung der wichtigsten Blue-Chip-Aktienindizes im Detail, fällt auf, dass der von LBBB Research seit längerem favorisierte US-Markt (gemeint ist hier der S&P 500) zuletzt zwar immer weiter zulegte und dabei sogar neue Allzeithochs markierte.
Die meisten anderen Indizes tendieren unter Schwankungen seit nunmehr fast drei Monaten hingegen lediglich seitwärts.

Wesentliche Ursache für die Diskrepanz
Der Grund liegt in demr im S&P 500 vergleichsweise großen Anteil an Technologiewerten (seit Monaten die Favoritenbranche von LBBW Research) sowie an Titeln aus der Medizintechnik und der Biotechnologie, die von der Corona Pandemie oftmals profitierten. Uwe Burkert: "Die schiere Dominanz der Tech-Aktien – und hier insbesondere der FANMAGs (Facebook, Amazon, Netflix, Microsoft, Apple und Google-Mutter Alphabet) – ist nicht ohne Risiko. Letztere machen inzwischen nämlich bereits einen Anteil von 51 Prozent am Nasdaq 100 sowie 24 Prozent am S&P 500 aus, und ihre gewichtete Performance seit Jahresbeginn liegt bei satten
65 Prozent. Die Outperformance der Techwerte ist dabei nicht zuletzt Reflex eines günstigen Gewinntrends."

Überliquidität ist das stärkste Argument für steigende Aktienkurse
Die aktuellen Mikro- bzw. Minuszinsen legten das Fundament dafür, dass sich Aktien seit Jahresbeginn weit besser entwickelten, als dies der seither sinkende Gewinntrend hätte erwarten lassen, so Bukert weiter. "Wohl noch wichtiger als das Argument der relativen Attraktivität von Aktien ist dasjenige einer im Zuge der Corona-Krise neu geschaffenen immensen Liquidität, die eine Loslösung des Aktienmarktes von der Realwirtschaft zur Folge
hatte. Hierdurch entstand eine enorme Überschussliquidität: Es stehen weit mehr liquide Mittel zur Verfügung, als die Wirtschaft benötigt. Weil dieser Überschuss nach Anlage sucht, steht den begrenzten Anlagemöglichkeiten nun eine höhere Nachfrage nach Anlageprodukten gegenüber, was selbstredend zu tendenziell steigenden Vermögenspreisen führt."

Überschussliquidität 
Die Überschussliquidität ist die Differenz aus Geldmenge M1 und nominalem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Dargestellt sind die jeweiligen Änderungsraten in Prozentpunkten. In den USA ist der Liquiditätsüberschuss zudem wesentlich höher als im Euroraum.

Quelle: LBBW Research

US-Notenbank bleibt auf Gaspedal
Die in den Vereinigten Staaten zuletzt entstandene Überschussliquidität übersteigt das derzeitige Ausmaß in der Eurozone bei Weitem. Dies könnt indes noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein. Aus der US-Notenbank waren zuletzt vermehrt Stimmen zu hören, die darauf schließen lassen, dass es noch dieses Jahr zu weiteren Kapitalspritzen kommen könnte. Hieraus könnten den US-Märkten neue Flügel erwachsen. (kb)

 

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