Lieferengpässe, ETFs und Stablecoins sorgen für neue Rekordhochs bei..
Die Preise für Gold und Silber erreichten zu Wochenanfang neue Höchststände. Gründe dafür sind unter anderem politische Unsicherheiten, Lieferengpässe und die hohe Nachfrage von ETFs und Stablecoins.

Mit zunehmenden geopolitischen Spannungen und der Erwartung weiterer Zinssenkungen der Federal Reserve haben Gold und Silber am Montagmorgen neue Allzeithochs erreicht, wie Bloomberg News berichtet.
Der Goldpreis stieg gegenüber dem Schlusswert vom Freitag um fast zwei Prozent und hat damit das bisherige Rekordhoch von 4.381 Dollar je Unze aus dem Oktober übertroffen. Händler setzen darauf, dass die US-Notenbank im Jahr 2026 die Leitzinsen zweimal senken wird, nachdem eine Reihe von Wirtschaftsdaten in der vergangenen Woche kaum mehr Klarheit über den Ausblick gebracht hat. US-Präsident Donald Trump hat sich für eine aggressive Zinssenkungspolitik ausgesprochen. Eine lockerere Geldpolitik stützt Gold und Silber, da beide keine Zinsen abwerfen.
Massiver Kaufdruck zum Jahresende
Zeitweise kostete die Unze Gold im frühen Montagshandel etwas mehr als 4.420 Dollar. Der Silberpreis kletterte temporär 3,4 Prozent, womit das Edelmetall erstmals 69,45 Dollar je Unze kostete. Schub kommt hier auch durch anhaltende Lieferengpässe in wichtigen Handelszentren nach einem historischen Short Squeeze im Oktober. Das gesamte Handelsvolumen für Silber-Futures in Shanghai ist in diesem Monat auf ein Niveau gestiegen, das dem während der Krise vor einigen Monaten nahekommt.
Steigende Unsicherheiten sorgen für Rückenwind
Auch die in den letzten Wochen gestiegenen geopolitischen Spannungen haben die Attraktivität von Gold und Silber als sichere Häfen erhöht. Die USA haben die Ölsanktionen gegen Venezuela verschärft und damit den Druck auf die Regierung von Präsident Nicolás Maduro erhöht. Zugleich hat die Ukraine erstmals im Mittelmeer einen Öltanker aus Russlands Schattenflotte angegriffen.
Platin glänzt ebenfalls
Der Platinpreis legt die achte Handelssitzung in Folge zu und hat erstmals seit 2008 die Marke von 2.000 Dollar je Unze überstiegen. Gegenüber dem Jahresbeginn hat sich das Edelmetall rund 125 Prozent verteuert. Der Londoner Markt zeigt Anzeichen einer Verknappung. Banken lagern zunehmend mehr Platin in den USA ein, um sich gegen das Risiko von Zöllen abzusichern. Gleichzeitig bleiben die Exporte nach China robust, da die Nachfrage wächst und an der Börse in Guangzhou erstmals entsprechende Terminkontrakte gehandelt werden.
Anhaltendes Kaufinteresse
“Zentralbank-Käufe, physische Nachfrage und geopolitische Absicherung bleiben mittelfristig bis langfristig die wichtigsten Stützen, während die Politik der Federal Reserve und die Realzinsen weiterhin die zyklischen Schwankungen bestimmen”, erklärte Dilin Wu, Strategin bei Pepperstone. “Neue Akteure – wie Stablecoin-Emittenten wie Tether und bestimmte Firmen-Treasuries – beginnen, Gold als Anlage zu wählen. Diese breitere Kapitalbasis erhöht die Widerstandskraft der Nachfrage.”
Goldman Sachs gehört zu mehreren Banken, die für das Jahr 2026 weiter steigende Preise erwarten. Das Wall-Street-Institut prognostiziert ein Basisszenario von 4.900 Dollar je Unze, wobei das Risiko nach oben zeige. Anleger in ETFs beginnen laut Goldman Sachs inzwischen, mit Zentralbanken um das knappe physische Angebot zu konkurrieren. (aa)

