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LBBW: Volumen der ESG-Bonds wächst exponentiell

Der nachhaltige Umbau der europäischen Wirtschaft gewinnt nach Einschätzung des LBBW Research teils überraschend schnell an Tempo. Auftrieb geben die neuen „Sustainability Linked Bonds“ (SLBs), die bei Unternehmen derzeit hoch im Kurs stehen.

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Schadow Alexandra, Leiterin des Cross Asset Research der LBBW
© LBBW

Für 2022 prognostizieren die Analysten, dass sich das Volumen der Anleihen mit einem
Nachhaltigkeitsbezug (sogenannte ESG-Bonds) am Rentenmarkt wieder verdoppeln wird. Konkret kalkulieren sie damit, dass Anleihen für insgesamt 1,5 Billionen Euro neu auf den Markt kommen. „Wir gehen von einem weiterhin exponentiell  wachsenden  Neuemissionsvolumen aus“, urteilt Alexandra Schadow, Leiterin des Cross Asset Research der LBBW. Als Gründe für diesen Trend nennt sie nicht nur die stetig strenger gefassten Regeln der EU-Taxonomie und der EU Green Bond Principles. Zugleich treibt die EU den Markt auch mit eigenen grünen Anleiheemissionen. Zudem emittieren immer mehr Unternehmen sogenannte Sustainability Linked Bonds (SLBs), einen recht jungen Bondtyp, der derzeit eine hohe Popularität erfährt.

SLBs sind stark im Kommen
Der besondere Unterschied liegt in den Strukturierungsmerkmalen. Zum einen legt der Emittent messbare Kennzahlen in Kombination mit einem Nachhaltigkeitsziel fest. Zum anderen ist dem Unternehmen die Verwendung des Bonderlöses auch für allgemeine Betriebszwecke möglich.
SLB steuerten 2020 noch weniger als zehn Milliarden Euro zum gesamten ESG-Markt bei. Aktuell ist ihr Emissionsvolumen aber bereits auf mehr als das Achtfache angestiegen.
Auch in den letzten Handelstagen 2021 erwarten die Analysten des LBBW Research noch eine lebhafte Emissionstätigkeit von Unternehmen, Banken und der Öffentlichen Hand. Das untermauerte vor allem ein Rekord-Novembermonat von Corporates-Neuemissionen. Somit
wurde das für das laufende Jahr prognostizierte Gesamtvolumen von mehr als 700 Milliarden Euro bereits Ende November mit gut 840 Milliarden Euro deutlich übertroffen.

Nur moderater Zuwachs bei Social Bond-Emissionen
Für 2022 rechnet das LBBW Research mit ESG-Neuemissionen in Höhe von etwa 1,5 Billionen Euro. Haupttreiber bleiben die Green Bonds, die sich vor allem dank eines doppelt so hohen Emissionsvolumens auf 850 Milliarden Euro summieren dürften. Mit einer ähnlich hohen Wachstumsdynamik rechnen die LBBW Analysten bei den Sustainability Bonds (Prognose 2022: 300 Milliarden Euro). Hinzu kommt nahezu eine Verdoppelung bei den
Sustainability Linked Bonds (Prognose: 150 Milliarden Euro). Für die Social Bonds wird eine lediglich moderate Zunahme erwartet (200 Milliarden Euro).

Sterben die klassichen Corporate Bonds in Euroland im nächsten Jahrzehnt gar aus?
ESG-Anleihen spielen für die Weiterentwicklung der Realwirtschaft in Richtung einer CO2-neutralen Wirtschaft eine wichtige Schlüsselrolle. Das wird dazu führen, dass vor allem im Unternehmenssektor der Emissionsanteil an ESG-Bonds weiter zunehmen wird. Bereits im kommenden Jahrzehnt könnten traditionelle Bonds von Unternehmen zur Seltenheit werden.

Der Weg zum grünen Kontinent
Unter dem Stichwort European Green Deal treibt die EU seit 2019 mit zahlreichen Gesetzesinitiativen den Trend zu nachhaltigen Finanzprodukten bewusst voran und greift
zugleich spürbar in den Geschäftsalltag der Wirtschaft ein. 50 Maßnahmen wie beispielsweise den gezielten Ausbau erneuerbarer Energien hat die EU-Kommission bisher definiert. Unternehmen müssen konkrete Schritte umsetzen, damit der European Green Deal ein Erfolg wird.

Fahrplan 
Dieser sieht vor, die Netto-Treibhausgasemissionen der EU bis Mitte des Jahrhunderts auf null zu senken und Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. Zudem gibt es anspruchsvolle Zwischenziele: Schon 2030 soll Europa mit dem Maßnahmenpaket „Fit for 55“ insgesamt 55 Prozent weniger Treibhausgase emittieren als 1990. Aktuelle Informationen dazu bietet die LBBW auf der neuen Onlineplattform unter www.LBBW.de/fitfor55.

Schlüsselrolle für das Finanzsystem bei der Umsetzung dieser Maßnahmen
Ziele der Europäischen Kommission sind, Kapitalflüsse auf nachhaltige Investitionen umzulenken, finanzielle Risiken durch Klimawandel, Ressourcenknappheit,  Umweltzerstörung  und soziale Probleme zu bewältigen sowie Transparenz und langfristige Planung in der Finanz- und Wirtschaftstätigkeit zu fördern.

Dafür hat die EU ein eigenes Instrumentarium entwickelt
Die Mitte 2020 vorgestellte EU-Taxonomie ist ein Klassifikationssystem, das Investoren bei der Anlage in nachhaltige Produkte klare Bewertungskriterien vorgibt. Zudem bietet  es  Unternehmen eine wertvolle Orientierungshilfe. (kb)

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