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LBBW: Lässt ein Gasembargo die Unternehmen wie Dominosteine umfallen?

Ein Gasstopp hätte weitreichende Folgen, der Putins Krieg nicht aufhalten, aber die eigene Wirtschaft massiv schädigen würde, warnt die LBBW. Denn wenn ein Unternehmen nicht mehr liefern kann, müssten im Worst Case bald auch andere Unternehmen in der Lieferkette zusperren und Personal kündigen.

Kraemer-Moritz_(c) Mila Pairan_LBBW
Dr. Moritz Kraemer, LBBW: "Die aufgereihten Dominosteine fallen einer nach dem anderen."
© Mila Pairan für LBBW

Für Dr. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt und Leiter Research bei der LBBW, führt ein vom Westen verhängter Gasboykott gegen Russland nicht zum gewünschten Ziel, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Denn Putins Krieg gilt bereits jetzt als ausfinanziert. Darüber hinaus hat Europa russischen Energieunternehmen seit Kriegsbeginn bereits rund 40 Milliarden Euro für Rohstofflieferungen überwiesen.  Putin benötigt die sanktionierten Währungsreserven der Zentralbank derzeit also gar nicht mehr, hält Kraemer in seiner Analyse fest.

Der LBBW-Chefvolkswirt verweist darin auf zahlreiche Beispiele von drakonischen Sanktionen (Iran, Nordkorea, Venezuela), die von diktatorischen Regimen ausgesessen wurden, wenn auch auf Kosten der Bevölkerung. "Aber was schert es einen menschenverachtenden Potentaten, was der eigenen Bevölkerung widerfährt!", erinnert Kraemer.


Veranstaltungshinweis:

Der Vermögensverwalter der LBBW, die LBBW Asset Management, ist einer der zahlreichen, namhaften Sponsoren des kommenden Institutional Money Kongresses, der von 1. bis 2. Juni 2022 im RheinMain Congress Center in Wiesbaden stattfindet. Eine Anmeldung zum Institutional Money Kongress ist HIER möglich.

LBBW AMs Rentenchef Uwe Maderer hält am ersten Kongresstag ab 16:55h einen Workshop zum Thema Short-Term-Lösungen im Rentenbereich, in dem er zeigt, wie über aktives Management positive Renditen erzielbar sind. Mehr Informationen dazu sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie nachfolgend.


Warum Gas für Länder wie Deutschland und Österreich lebensnotwendig ist
Der Verlust russischen Gases würde wirtschaftlich ungleich schwerer wirken als das Ausbleiben von Kohle oder Öl aus Russland. Dafür nennt Kraemer zwei Gründe.

  • Zum einen lässt sich Gas aus Russland nur unwesentlich durch Einfuhren aus anderen Ländern kompensieren. Es gibt keine alternativen Pipelines aus anderen Regionen, und zur Nutzung von Flüssiggas (LNG) fehlen auf absehbare Zeit die Terminals, die Tanker und die Lieferkapazitäten. Wir haben uns von den Röhren aus Russland abhängig gemacht. Das kann auf die Schnelle nun nicht mehr ungeschehen gemacht werden.
  • Zum anderen wird Gas nicht nur als Energieträger genutzt. Ein gutes Viertel des Verbrauchs findet in spezialisierten industriellen Prozessen Verwendung, insbesondere, aber nicht ausschließlich, in der Chemieindustrie. Für diese Art der Verwendung gibt es in den meisten Fällen kurzfristig keine gangbaren Alternativen.

Fallende "Dominosteine" drohen
Wenn es zu Versorgungsengpässen bei Erdgas kommt, ist die Gesetzeslage Kraemer zufolge eindeutig: Haushalte sollen bis zuletzt versorgt werden, während die Industrie vorher den Hahn abgestellt bekommt. Wenn nun beispielsweise ein Kunststoff, zu dessen Erzeugung Erdgas vonnöten ist, nicht mehr hergestellt werden kann, dann können auch die Unternehmen nicht weiter produzieren, die solche Kunststoffe als Vorprodukt benötigen. Diese Unternehmen können dann auch nicht mehr an ihre nachgelagerten Kunden liefern, und so weiter. "Die aufgereihten Dominosteine fallen einer nach dem anderen", warnt Kraemer.

Droht eine Rezession oder gar eine Depression?
Wie umfangreich die volkswirtschaftlichen Kosten sein werden, wenn sich diese Lieferkettenprobleme durch das Wirtschaftssystem fressen, hängt Kraemer zufolge auch davon ab, wann die Unterbrechung stattfindet. Wenn das Gas erst zu Beginn der Heizsaison den Weg nicht mehr zu uns findet, ist der „Fallout“ nicht so verheerend, wie in einem Szenario, das einen Stopp in den kommenden Wochen unterstellt. (aa)

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