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LBBW kommentiert die neuesten ifo-Zahlen

Der Trend zu einer wachsenden Zuversicht deutscher Unternehmen, welcher das ifo-Geschäftsklima zwischen Mai und September sukzessive aus dem Corona-Tal herausklettern ließ, ist im Oktober gestoppt worden. Das ist stärker als erwartet, erläutert das Research der LBBW.

Die Ifo-Zahlen messen den Puls der Wirtschaft.
Die Ifo-Zahlen messen den Puls der Wirtschaft.
© janews094 / stock.adobe.com

Schlechte Nachrichten von der Konjunkturfront: Nach zuvor fünf Anstiegen in Serie ist das Ifo-Geschäftsklima von revidiert 93,2 auf 92,7 gefallen. Der Rückgang war laut LBBW Research etwas stärker als von Analysten im Vorfeld erwartet (Bloomberg-Konsens: 93,1; LBBW-Prognose: 93,4). Das Geschäftsklima hat sich mithin wieder etwas weiter von seinem Niveau von vor Beginn der Coronakrise (95,8) entfernt.

Erwartungen gehen deutlich zurück
Verantwortlich hierfür war die Erwartungskomponente, welche deutlich nachgab, und zwar von rev. 97,4 auf 95,0. Ihre aktuelle Lage schätzten die Unternehmen demgegenüber mit 90,3, nach zuvor 89,2, etwas zuversichtlicher ein - der fünfte Anstieg in Folge.

Im Detail über die einzelnen Branchen ergibt sich ein ähnliches Bild, wie es jüngst bereits durch die Markit-Einkaufsmanagerindizes gezeichnet worden war: Die Stimmung in der Industrie hellt sich weiter auf, dies verhinderte mithin wohl einen noch stärkeren Rückgang des Geschäftsklimas insgesamt. In allen anderen Branchen, sprich im Dienstleistungssektor, im Handel und selbst im Baugewerbe, hat sich das Klima indes im Oktober jeweils verschlechtert. Der Dienstleistungssektor spürt demnach die neuerliche Zuspitzung der Corona-Pandemielage besonders heftig.

Gute Zeiten könnten vorbei sein
Die Veröffentlichung von Montag unterstreicht laut LBBW, dass die Zeit positiver konjunktureller Nachrichten erst einmal vorbei sein dürfte. Nach zuvor fünf Anstiegen in Folge ist der vergleichsweise moderate Rücksetzer des Geschäftsklimas zwar noch kein Beinbruch, aber ein deutliches Warnsignal.

Die zuvor dezidiert zuversichtliche Erwartungshaltung der Unternehmensentscheider mit Blick auf die kommenden Monate hat einen merklichen Dämpfer erhalten - und dies ist wohl nur ein Vorgeschmack dafür, was noch bevorstehen könnte, falls der zuletzt explosionsartige Anstieg der Corona-Infektionszahlen nicht bald eingedämmt werden kann.

Eine Kapitulationserklärung gegenüber der Pandemie, wie sie zuletzt die US-Regierung abgegeben hat, wird man sich der LBBW zufolge hierzulande gewiss nicht leisten können, ohne die wirtschaftliche Entwicklung mittelfristig schwer zu beeinträchtigen.

Bisher ist vor allem die Dienstleistungsbranche von dem neuerlichen Stimmungsdämpfer betroffen, aber auch die Industrie dürfte nicht auf Dauer immun sein, falls sich die Lage weiter zuspitzt. Nach einem starken dritten Quartal für die deutsche Wirtschaft sind dies für das Schlussquartal erst einmal keine allzu rosigen Aussichten.

Verhaltene Marktreaktion
An den Finanzmärkten blieben die Ifo-Zahlen ohne große Resonanz: Der Dax war wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage bereits zuvor auf Tauchstation, er konnte sogar wieder leicht Boden gutmachen, weil manche Akteure vermutlich einen noch stärkeren Rückschlag beim Geschäftsklima befürchtet hatten. Der Euro setzte seine Schwäche vom frühen Vormittag hingegen gegenüber dem US-Dollar fort. (aa)

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