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LBBW kommentiert die jüngste EZB-Sitzung

Die EZB dreht den Hahn wieder auf und erweitert die Forward Guidance. Ab September sollen neue TLTROs kommen. Das ist das Kurzresümee der jüngsten EZB-Sitzung von Donnerstag dieser Arbeitswoche.

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© Brown / stock.adobe.com

In der Eurozone bleibt das Geld weiterhin günstig, die EZB setzt weiter auf eine expansive Geldpolitik. Das ist das Fazit der LBBW-Einschätzung zur jüngsten Sitzung des EZB-Rats.

Wie von vielen Beobachtern erwartet, hat die EZB ihre Forward Guidance, d.h. ihren Ausblick für die Leitzinsen, bis Jahresende erweitert. Bis mindestens zum Jahresende 2019, so EZB-Präsident Draghi, werden die Leitzinsen auf ihrem aktuellen Niveau (0% für den Hauptrefisatz und -0,40% für den Einlagesatz) bleiben, berichtet die LBBW.

Zuvor hatte die EZB dieses Versprechen nur „bis über den Sommer 2019“ gegeben, erinnern die Schwaben in ihrer Einschätzung.

Zudem hat die EZB eine neue (dritte) Serie von gezielten Langfristtendern angekündigt. Diese TLTRO-III werden von September 2019 bis März 2021 angeboten und haben eine Laufzeit von jeweils zwei Jahren.

Sie werden zum durchschnittlichen Hauptrefisatz verzinst, mit einem eingebauten Anreiz zur Kreditvergabe. Damit dürften laut LBBW Zinsermäßigungen bei ausgeweiteter Kreditvergabe gemeint sein, ähnlich wie für die TLTRO-II-Serie. Weitere Einzelheiten werde die EZB in
angemessener Zeit mitteilen. Nach Einschätzung der LBBW dürfte das auf bis zu sieben weitere Tender hinauslaufen.

Zu guter Letzt hat die EZB auch die Wiederanlage der Fälligkeiten aus dem APP für eine ausgedehnte Zeit bis nach der ersten Zinserhöhung in Aussicht gestellt und die Vollzuteilung ihrer Repogeschäfte einmal mehr verlängert (bis mindestens zur Mindestreserveerfüllungsperiode, die im März 2021 beginnt).

Projektionen deutlich gesenkt
Die Begründung für die recht energischen Maßnahmen der EZB - immerhin verschiebt sie damit die schon vorbereitete Zinswende bis in eine unbekannte Zukunft – lieferte Draghi ebenfalls mit: Die Projektionen der EZB-Volkswirte für Inflation und Wachstum im Euroraum in den kommenden zwei bis drei Jahren wurden teils deutlich gesenkt.

Für 2019 erwartet die EZB nur noch 1,1 Prozent BIP-Wachstum (zuvor 1,7 %), für 2020 1,6 Prozent statt 1,5 Prozent und für 2021 bleibt es bei 1,5 Prozent. Die Inflation sieht die
EZB ebenfalls im Rückwärtsgang. Im Jahresdurchschnitt 2019 soll sie nur noch 1,2 Prozent betragen (zuvor 1,6%). Im kommenden Jahr ist lt. EZB mit 1,5 Prozent zu rechnen (statt 1,7 %) und 2021 mit 1,6 Prozent(statt 1,8%).

Für EZB-Verhältnisse seien diese Korrekturen recht einschneidend. Vor allem heißt
dies, dass die EZB unter dem alten geldpolitischen Kurs nicht mehr damit Prozent
gerechnet hat, bis 2021 eine Inflationsrate von „unter, aber nahe 2 Prozent“ zu
erreichen – von den Konjunkturrisiken einmal ganz abgesehen.

Draghi: „Entscheidung war einmütig“
In der anschließenden Frage-und-Antwort-Runde der Pressekonferenz gab es dann eigentlich nicht mehr viel Neues. Draghi hat noch einmal betont, dass die Entscheidung einmütig war. Damit dürften zumindest alle anwesenden Favoriten auf die Nachfolge von Draghi den Kurs geteilt haben.

Dies spricht dagegen, dass der EZB-Rat in seinen Entscheidungen Rücksicht auf den Wechsel an ihrer Spitze zum Jahresende nehmen müsse, wie im Vorfeld von einigen Beobachtern
gemutmaßt, kommentiert die LBBW.

Einschätzung und Marktreaktion
"Wir hatten die Entscheidungen so wie die Mehrzahl der Beobachter in den wesentlichen Punkten erwartet, wenngleich der Rückschnitt der Projektionen deutlicher ausfiel als von uns angenommen", erklärt die LBBW.

Der Markt zeigte sich dennoch beeindruckt vom Maßnahmenbündel. Die Renditen
gaben nach, der Euro wertete etwas ab und die Aktienmärkte sahen Kursaufschläge, wobei Banken, insbesondere die Deutsche Bank, stark unter Verkaufsdruck kam. (aa)

 

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