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LBBW: In Japan gehen die Lichter aus

Die japanische Wirtschaft legte im letzten Quartal den Retourgang ein und ist um 1,6 Prozent gefallen. Damit wurden selbst die pessimistischen Konjunkturprognosen vieler Marktteilnehmer unterboten. Der Markt reagierte überraschenderweise gelassen.

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© somartin/Janis Abolins/stock.adobe.com/Montage: FONDS professionell

Japans Wirtschaft durchlebte in den letzten drei Monaten des Jahres 2019 eine depressive Phase. Denn die Wirtschaft fiel in diesem Zeitraum um 1,6 Prozent. Zum Vergleich: Die bei Konsensschätzungen lagen laut Bloomberg bei minus 1,1 Prozent. Und dieser Rückgang ereignete sich, bevor der Coronavirus ausbrach, der die Wirtschaft Asiens wohl oder übel belasten wird.

Wie die LBBW in einer Analyse hinweist, wiesen im vierten Quartal nahezu sämtliche BIP-Komponenten negative Wachstumsraten auf: Konsum, Bauinvestitionen, Ausrüstungsinvestitionen, Ex- und Importe. Nur die staatlichen Investitionen lagen mit 1,1 Prozent und der staatliche Konsum mit 0,2 Prozent im Plus. Im Gesamtjahr 2019 legte die japanische Wirtschaft um 0,75 Prozent zu, Prozent und lag damit nur marginal über der LBBW-Prognose von 0,7 Prozent.

Interessanterweise reagierten laut LBBW weder der Yen noch die Renditen japanischer Staatsanleihen nachhaltig auf die schwachen Wirtschaftsdaten.

Japanisches BIP im Quartalsvergleich

 

Mehrwertsteuer belastet die Wirtschaft
Der Einbruch der japanischen Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2019 sei nach Einschätzung der LBBW im Wesentlichen eine Folge der Erhöhung der Mehrwertsteuer von acht auf zehn Prozent im Oktober. Im Vorfeld hatten sich die Konsumenten mit Gütern eingedeckt, nach Erhöhung der Umsatzsteuer brach der Konsum dann erst einmal kräftig ein – und zwar um 2,9 Prozent auf Quartalsbasis. Solche Effekte seien bei Mehrwertsteuererhöhungen eigentlich „normal“ und stellen per se noch keinen Grund zur Besorgnis dar. „Allerdings überraschte das Ausmaß des Einbruchs beim privaten Konsum dann doch etwas. Ebenso der starke Rückgang der Investitionen um 2,6 Prozent (Q-Q)“, betont die LBBW.

Privater Konsum brach ein

Düstere Aussichten
In Verbindung mit den voraussichtlich ebenfalls wachstumsdämpfend wirkenden Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie in China dürfte die japanische Wirtschaft zum Jahresbeginn 2020 unter Druck bleiben, wenngleich wir von nun an mit eher wieder leicht positiven Zuwachsraten beim privaten Konsum rechnen. „Unsere ohnehin verhaltene BIP-Prognose für Japan von 0,6 Prozent für das Jahr 2020 behalten wir bis auf weiteres erst einmal bei“, erklärt das LBBW-Research abschließend. (aa)

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