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LBBW: Deutschland braucht Hinwendung zurück zu mehr Marktwirtschaft

Nach der Kanzlerfrage ist nun die Frage nach Deutschlands Zukunft zu stellen, findet Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research bei der LBBW. Er regt im aktuellen "Strategy Research" dringend erforderliche Schritte an, damit das Land seinen führenden Platz in der Weltwirtschaft behalten kann.

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW
Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research bei der LBBW
© LBBW

Nachdem die K-Frage jetzt entschieden wurde, sollten wir schleunigst den Blick nach vorne
richten und unser Zukunftsbild entwerfen, meint Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research bei der LBBW. 

Innovation schafft Zukunft: Wo steht Deutschland?
Innovationen sind eine zentrale Grundlage für gesellschaftlichen Fortschritt und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Das gilt besonders für neue Entwicklungen in wichtigen Zukunftstechnologien. "In internationalen Rankings wurde die Innovationsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft regelmäßig positiv bewertet. Allerdings: Das Innovationsgeschehen konzentriert sich zunehmend auf große Unternehmen und wenige Branchen; der innovative
Mittelstand hingegen droht zurückzufallen. Und bei der Umsetzung wirklich bahnbrechender Innovationen haben (zu) oft Wettbewerber aus Asien oder den USA die Nase vorn", analysiert Burkert.

Corona-Krise: Spontane Prozessinnovation im Mittelstand
2020 stellte die Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung dar. Einerseits waren kreative Lösungen gefragt. Anderseits beeinträchtigten Sparmaßnahmen die Finanzierung der
Aktivitäten. So zeigt das KfW Mittelstandspanel, dass zu Beginn der Krise Unternehmen noch erfinderisch reagierten, vor allem mit Geschäftsmodellen und im Bereich Digitalisierung. Die angespannte finanzielle Lage führte schnell zum Rückgang der Innovationen. In Summe dominierten spontane Prozessinnovationen und weniger Geschäfts- und Produktinnovationen.

Forschung und Entwicklung: Deutschland muss nachlegen
Ausgaben für FuE sowie die Qualität der Hochschuldbildung geben Hinweise auf das Innovationspotenzial der Zukunft. Burkert führt aus: "Laut Destatis lagen diese 2019 bei 109,5 Milliarden Euro (ca. 3,2 Prozent des BIP). International liegt Deutschland damit zwar in der Spitzengruppe, innerhalb dieser allerdings am unteren Ende hinter Israel und Südkorea mit rund fünf Prozent  des jeweiligen BIP. Den größten Rückstand zur Spitze zeigt Deutschland im Bereich Hochschulbildung: die Ausgaben je Studierenden liegen im BDI-Ranking auf Platz 12, im Bloomberg Ranking nur auf Rang 23." 

Beantwortung der Z-Frage: FuE-Steuerfreibeträge, hochqualifizierte Immigration
Insbesondere Steuerfreibeträge für FuE-Aufwendungen sowie die Immigration hochqualifizierter Fachkräfte können einen schnellen Effekt auf die Innovationsfähigkeit eines Landes haben. Der Abbau regulatorischer Vorgaben würde das Innovationsverhalten
insbesondere kleinerer Unternehmen befördern. Burkert dazu: "Meines Erachtens bedarf es eines erneuten „Rucks durch Deutschland“, der sich in einer bürokratischen Entschlackung, in
Investitionen in die digitale Infrastruktur und in die elektronische Verwaltung, in Investitionen in die Bildung (und hier vor allem in die MINT-Fächer), sowie generell in einer Hinwendung zurück zu mehr Marktwirtschaft äußert." (kb)

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