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LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert: Vorsicht an der Bahnsteigkante!

Für den LBBW-Chefvolkswirt und Leiter Research gibt es derzeit einige Gründe, an den Märkten Achtzugeben. Mitte 2019 müssten sich Investoren auf einen nahenden Abschwung vorbereiten. Insbesondere bei Aktien rät Burkert zu „Vorsicht an der Bahnsteigkante.“

LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert
LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert: "Die Folgen des Handelns der US-Geldpolitiker werden wir wohl auch bei uns in Europa spüren." 
© LBBW

Im Jahresausblick 2019 der LBBW geht Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research, von einer baldigen Zeitenwende an den Märkten aus. 2019 könnte ein Jahr mit zwei unterschiedlichen Hälften werden. Mehrere Punkte sprechen laut Burkert für einen zunächst noch positiven Jahresauftakt. So sollte in den Vereinigten Staaten der Konjunkturmotor zunächst weiter brummen. Die Beschäftigung legt dort weiter zu, und die Unternehmen sind bester Stimmung. „All dies wird weiter unterstrichen, wenn, wie wir dies vorhersagen, die US-Administration in überschaubarer Zeit ihren Streit mit China in Handelsfragen beilegt“, schreibt Burkert.

Im Euroraum werde die expansive Geldpolitik der EZB zunächst weiter für Schub sorgen, auch wenn die Anleihekäufe der Währungshüter zum Ende dieses Jahres auslaufen werden. „Bei alledem bleiben uns die altbekannten Belastungsfaktoren mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten. An dieser Stelle sind die Möglichkeit eines harten Brexits oder eine von Italien provozierte zweite Eurokrise zu nennen“, warnt Burkert.

Die LBBW hat für das kommende Jahr ihre Prognose für den Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts leicht abgesenkt, von 2,0 auf 1,8 Prozent. Damit überträfe Deutschland zum dritten Mal in Folge das Wachstum seines Produktionspotenzials.

Die US-Notenbank sollte bis zum Jahresende 2019 insgesamt noch fünfmal an der Leitzinsschraube drehen. Etwa ab Mitte 2019 wird sich die US-Renditestrukturkurve stark verflacht haben – untrügliches Anzeichen einer bevorstehenden wirtschaftlichen Abkühlung. „Die Folgen des Handelns der US-Geldpolitiker werden wir wohl auch bei uns in Europa spüren“, erklärt Burkert.

Aktien: Schwierige Zeiten voraus
Nach den jüngsten Kursrückschlägen am Aktienmarkt stünden die Zeichen dort zu Beginn des Jahres 2019 nach Dafürhalten Burkerts zunächst auf grün. Für die Jahresmitte sieht die LBBW ein DAX-Niveau von 13.000 Punkten.

Das zweite Halbjahr 2019 werde indes für deutliches Störfeuer durch steigende Inflationsraten und Anleiherenditen sorgen sowie mit einer sich abschwächenden US-Konjunktur. Burkert rät in seinem Kommentar dazu, besonders konjunktur-reagible Aktien im zweiten Halbjahr in defensivere Papiere zu tauschen und am Aktienmarkt "Vorsicht an der Bahnsteigkante" walten zu lassen.

„Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen verfügen 2019 über das Potenzial, bis auf 1,0 Prozent zu steigen. Derweil ist der Euro dabei, seine Talfahrt zu beenden; für das Ende 2019 erwarte ich ein Austauschverhältnis von 1,16 US-Dollar je Euro“, prognostiziert Burkert abschließend. (aa)

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