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LBBW: Beginnt bei Inflation Linked Bonds bald ein neuer Höhenflug?

Nach heftigen Kursrücksetzern im Frühjahr scheinen inflationsgeschützte Euro-Staatstitel im Juli eindrucksvoll in die Erfolgsspur zurückgekehrt zu sein. Mit Kurszuwächsen von gut vier Prozent im Monatsvergleich wurde die Gesamtjahresbilanz nahezu auf null gestellt.

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© maurice norbert / stock.adobe.com

Nach dem starken Abscheiden der Inflation Linked Bonds (ILBs) im Juli zeigten die Linker wie bereits in der Anfangsphase 2022 abermals relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt: Die year-to-date Outperformance schwoll entsprechend wieder an auf zuletzt mehr als acht Prozent. Die langfristigen Inflationserwartungen drehten im Juli nach oben, wobei der 10Y EUR-Inflationsswapsatz mit Werten knapp über 2,5 Prozent aber deutlich unterhalb der Anfang Mai markiert Allzeithochs blieb, schrieben die Experten vom LBBW Research in der aktuellen Ausgabe des "Strategy Alert Renten". Die langfristigen Forward-Inflationserwartungen setzten ihre Konsolidierung knapp oberhalb von zwei Prozent fort.

Kerninflation ist auf über vier Prozent gestiegen, gibt ILBs Schwung
Bei LBBW Research hält man die Vermutung für naheliegend, dass die Marktteilnehmer in den zurückliegenden Wochen wieder verstärkt durch die anhaltende Rekordfahrt der Inflation im Euroraum in ihren Bann gezogen wurden, nachdem der steigende Teuerungsdruck offenbar zuvor zeitweilig an Marktwirkung eingebüßt hatte. Ein neuerliches Anfachen der Inflationssorgen lässt sich nach Ansicht der LBBW-Experten mit dem Umstand erklären, dass die Kerninflation im Juli nach zwischenzeitlichem Abwärtsknick deutlich auf nunmehr vier Prozent angezogen habe. Die Zunahme des unterliegenden Preisdrucks untermauere dabei die Aussicht auf eine langanhaltende Phase stark erhöhter Inflationsraten. Dem stehe entgegen, dass die Rohölpreise seit der Jahresmitte unter dem Eindruck wachsender Rezessionssorgen deutlich in den Rückwärtsgang geschaltet hätten. Hierin liege sowohl für den Euroraum als auch für die USA Potential für einen - zumindest temporären - Dämpfer bei der Headline-Inflation. Vor diesem Hintergrund erscheine es durchaus bemerkenswert, dass die marktbasierten Inflationserwartungen beiderseits des Atlantiks wieder den Weg nach oben gefunden haben - und dies auch noch schwerpunktmäßig bei den kurzen bis mittleren Laufzeiten, welche üblicherweise besonders empfänglich für Preisschwankungen beim Schwarzen Gold seien.

Schwer zu lesendes Bild
Es ist nicht trivial, die oben diskutierte Entwicklung der Inflationserwartungen ökonomisch konsistent einzuordnen. heißt es im LBBW Research-Report. Es erscheint zum Ersten wichtig zu berücksichtigen, dass die zeitweilige "Inflationspanik" vom Frühjahr 2022 wohl für ein Überschießen der Inflationserwartungen nach oben verantwortlich war, auf das eine (zu) harsche Gegenbewegung folgte, die wiederum Spielraum für einen neuerlichen Anstieg eröffnete. Die fortgesetzte Zunahme der Inversion der Break-Even-Inflationskurven am Linker-Markt, die sich in Summe aus diesem Wechselspiel ergab, dürfte nach Ansicht von LBBW Research zum Zweiten durch die Geldpolitik befeuert worden sein. Die EZB hatte ihre Rhetorik bereits im Frühjahr beständig in die "inflations-hawkishe" Richtung verschoben, und sie hat diesem Sinneswandel mit ihrem Beschluss, die Leitzinswende mit einem "großen" Zinsschritt einzuläuten, im Juli Nachdruck verliehen. Hiermit ist es den Währungshütern offenbar vorläufig gelungen, die 5Y5Y Forward-Inflationserwartungen auch im Zuge der jüngsten Wiederzunahme der (kürzerfristigen) Inflationssorgen nahe der Zwei-Prozent-Marke zu stabilisieren. Die "vertrauensbildende" Wirkung des verschärften geldpolitischen EZB-Kurses scheint somit einstweilen gefestigt, meinen die Experten vom LBBW Research abschließend. (kb)

Redaktionelle Anmerkung: "Institutional Money" verwies bereits vor einem Jahr, in Ausgabe 3/2021, auf das Potenzial von Inflation Linked-Bonds. Nachzulesen online HIER.

 

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