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LBBW analysiert die Goldentwicklung und zieht interessanten Schluss

Der bekannte LBBW-Investmentanalyst Dr. Frank Schallenberger untersucht alle wesentlichen Einflussfaktoren auf die Goldpreisentwicklung. Contrarians könnten daraus schlussfolgern, dass der Pessimismus schon so groß ist, dass der Goldpreis bald wieder steigen könnte.

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Dr. Frank Schallenberger, LBBW: "Die möglichen Faktoren für einen Preisanstieg beim Edelmetall wurden zuletzt am Markt ausgeblendet."

Redaktioneller Hinweis: Welche Faktoren das sind, können Sie den nachfolgenden Grafiken entnehmen.
 
© LBBW

Antizyklisch agierende Investoren finden beim Goldpreis derzeit fast schon ein Traumszenario vor: Die Preise sind niedrig, die Marktstimmung bearish und viele Spekulanten sind short gegangen. Diese Conclusio kann man einer aktuellen Einschätzung zur Goldpreisentwicklung entnehmen, die die LBBW (Autor: Dr. Frank Schallenberger) diese Arbeitswoche veröffentlichte.

Zuletzt fiel der Goldpreis auf etwa 1.200 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit März 2017. Der Hauptgrund für den Abschwung dürfte laut Schallenberger in der jüngsten Stärke der US-Währung zu suchen sein. Der US-Dollar hatte von Mitte April 2018 gegenüber dem Euro in der Spitze von 1,24 auf 1,15 EUR/USD aufgewertet. Darüber hinaus trübte der anhaltende Trend zu steigenden Zinsen in den USA die Stimmung der Goldinvestoren.

ETFs und Spekulanten verkaufen
Neben dem wieder festeren US-Dollar und den steigenden US-Zinsen gab es zuletzt vor allem zwei weitere Faktoren, die den Preis für das gelbe Metall nach unten brachten, schreibt Schallenberg. So reduzierten sich die Bestände der Gold-ETFs von Mitte Mai bis Anfang August um rund 90 Tonnen oder ca. vier Prozent.

Zudem haben die Spekulanten im laufenden Jahr ihre Futures-Positionen auf steigende Goldpreise stark abgebaut. Die spekulative Netto-Long-Position (Summe der Long-Positionen abzüglich Summe der Short-Positionen) lag Mitte Januar noch bei knapp 210.000 Kontrakten (Volumen ca. 28 Mrd. USD). Bis Ende Juli wurde daraus eine Netto-Short-Position mit einem Umfang von 42.500 Kontrakten (Volumen gut 5 Mrd. USD).

Zum ersten Mal seit Anfang 2016 liegt die Nettoposition damit wieder im negativen Bereich. Die Brutto-Short-Position erreichte mit 153.000 Kontrakten zuletzt sogar einen neues Allzeithoch. Die Spekulanten setzen damit aktuell mit einem Volumen von über 18 Milliarden US-Dollar auf weiter fallende Goldnotierungen (siehe die Grafik in der Bildergalerie oben)

Argumente für Gold-Bullen
Die möglichen Faktoren für einen Preisanstieg beim Edelmetall seien laut Schallenberg zuletzt am Markt ausgeblendet worden. So entwickelte sich das Goldangebot auch im ersten Halbjahr nur wenig dynamisch. Der Minen-Output nahm gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent auf 1.574 Tonnen zu.

Auf der Nachfrageseite blieb die Schmucknachfrage im ersten Halbjahr mit knapp 950 Tonnen fast drei Prozent unter dem Wert des Vorjahres zurück. Dies dürfte u.a. auf die schwache Währungsentwicklung bei vielen Schmuckherstellerländern (Indien, Türkei) zurückzuführen sein.

Die Nachfrage nach Münzen und Barren legte im ersten Halbjahr 2018 gegenüber dem Vorjahr (+3,4 % auf 510 Tonnen) jedoch ebenso zu wie die Nachfrage der Notenbanken (+12 % auf 176 Tonnen).

Ausblick gibt Contrarians Hoffnung
Obwohl mit weiter steigenden Zinsen in den USA zu rechnen ist, machen Schallenbergers Einschätzung nach nicht zuletzt die weiterhin sehr niedrigen bzw. negativen Realrenditen in den wichtigsten Währungsräumen eine Erholung beim Goldpreis wahrscheinlich. „Wir nehmen unsere Prognosen aufgrund der deutlich schwächer als erwartet ausgefallenen Nachfrage durch die ETFs zwar etwas zurück. Auf Sicht von einem Jahr erwarten wir aber dennoch einen Anstieg des Preises für die Feinunze bis auf 1.350 US-Dollar. Zudem sollten Investoren im Hinterkopf behalten, dass extreme Positionierungen der Spekulanten (wie aktuell) oft auf einen Trendwechsel beim Goldpreis hindeuten!“, prognostiziert Schallenberg abschließend.

Redaktioneller Hinweis: Die interessantesten Grafiken der LBBW-Analyse können Sie obiger Bildergalerie entnehmen. (aa)

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