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LBBW analysiert die Auswirkungen der letzten FED-Sitzung

Das LBBW-Research geht in einer aktuellen Analyse der Frage nach, welche Auswirkungen die FED-Sitzung Anfang November auf die Rentenmärkte hat und wie es mit der Zinsentwicklung weitergeht. Entscheidend sei zukünftig, wer demnächst an die Spitze der Fed berufen wird oder ob Yellen bleibt

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© steheap

Die Kontinuität in der US-Geld- und Zinspolitik vorläufig geht weiter, im Dezember erfolgt eine Zinserhöhung. Entscheidend ist aber auf mittlere bis längere Sicht, wer neuer Fed-Präsident wird. Dieses Fazit zieht das Research der LBBW in einer aktuellen Marktanalyse.

Die Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed) hat in seiner Sitzung Ende Oktober/Anfang November 2017 den Entschluss gefasst, das Zielband für den Tagesgeldsatz bei 1,00 - 1,25 Prozent zu belassen. Wie bei den beiden letzten Fed-Entscheidungen fiel die Abstimmung auch dieses Mal einstimmig aus. Die Politik der Wiederanlage der Fälligkeiten aus dem Anleiheportefeuille der Fed läuft laut der LBBW einstweilen auf „Autopilot“ gemäß dem im Juni vorgelegten Plan zum schrittweisen Abschmelzen der Bilanzsumme.

Wirbelstürme haben nur kurzfristig Auswirkungen
Die Fed konstatierte in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung, dass sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt ungeachtet der Verwerfungen durch die Wirbelstürme Harvey und Irma weiter verbessert hätten und die Wirtschaft insgesamt ihren soliden Expansionskurs fortgesetzt habe. Die US-Währungshüter gehen davon aus, dass die Wirbelstürme kurzfristig weiterhin gewisse Spuren in der wirtschaftlichen Entwicklung hinterlassen werden, den mittelfristigen Wachstumspfad jedoch nicht beeinflussen dürften.

Bezüglich der Inflation bestätigen die Währungshüter ihre bisherige Einschätzung, wonach die im laufenden Jahr verzeichnete Schwächephase nicht als nachhaltig eingestuft werde. Die Fed sieht eine mittelfristige Stabilisierung der Teuerungsrate im Bereich ihres Zielwerts von zwei Prozent. Die Risiken für die Konjunktur sind im Wesentlichen ausgeglichen, die Inflationsentwicklung bedarf einer genauen Beobachtung („monitoring developments closely“).

Die Märkte reagierten nicht nennenswert auf die Fed-Entscheidungen. Denn der in der mutmaßlich letzten Sitzungen unter der Leitung von Janet Yellen hat der Offenmarktausschuss den Marktteilnehmern keinerlei Überraschungen präsentiert.

Dritter Zinsschritt im Dezember
Die US-Wirtschaft bleibt laut Einschätzung der LBBW auf einem robusten Wachstumskurs, dies bestätigte einmal mehr die jüngste Veröffentlichung des ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe, der trotz eines leichten Rückgangs von 60,8 auf 58,7 Punkte im Oktober unweit langjähriger Höchststände liegt. Zudem setzt sich das Beschäftigungswachstum mit solidem Tempo fort. Unter diesen Voraussetzungen wird sich die Fed laut LBBW auch nicht von dem weiterhin nur mäßigen Preisauftrieb einstweilen von ihrem Kurs einer graduellen Normalisierung abbringen lassen und dürfte daher auf ihrer nächsten Sitzung am 13. Dezember 2017 den dritten Zinsanhebungsschritt dieses Jahres vollziehen.

Diese Entscheidung werde dann aus heutiger Sicht für die Marktteilnehmer wiederum kein Überraschungspotenzial bieten, denn die marktimplizite Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt per Dezember liegt bei gut 90 Prozent.

Jerome Powell würde für Kontinuität sorgen
Mit der voraussichtlichen Nominierung von Jerome Powell zum Nachfolger von Janet Yellen, die im Falle der Bewahrheitung diesbezüglicher Medienberichte Anfang Februar aus dem Amt der Vorsitzenden scheidet, ist überdies auch mit Blick auf das kommende Jahr für ein hohes Maß an Kontinuität in der US-Geldpolitik gesorgt. „Wir gehen davon aus, dass die Fed ihren bisherigen vorsichtigen Normalisierungskurs unter Powell nahezu eins-zu-eins fortsetzen dürfte und rechnen für das Jahr 2018 unverändert mit zwei Zinsanhebungsschritten, so dass das Zielband für den Tagesgeldsatz Ende kommenden Jahres bei zwei Prozent liegen dürfte“, schreiben die LBBW-Analysen abschließend. (aa)

 

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