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LBBW-Analyse der EZB-Sitzung von Donnerstag

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt wir erwartet die Leitzinsen und ihr QE-Programm unverändert, lässt die eingeleiteten Maßnahmen wirken und beobachtet noch entspannt das Währungspaar US-Dollar/Euro. Damit wird nun für Marktteilnehmer der Blick auf den bevorstehenden EU-Gipfel spannend.

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Christine Lagarde
© Alex Kraus / Bloomberg

Die EZB hat die Leitzinsen sowie das QE nicht verändert. "Wie zu erwarten war, hat die EZB heute den Ball eher flach gehalten", schreibt das Research der LBBW in einer Kurzanalyse kurz nach der EZB-Sitzung am Donnerstag.

Das Meeting fand einmal mehr als Videokonferenz statt, aber das sei schon der neue Standard. Auf der anschließenden Pressekonferenz war laut LBBW die EZB-Präsidentin zwar gewohnt wortreich, hatte aber eigentlich nicht viel zu erklären.

Die EZB sehe der LBBW zufolge, dass es wieder aufwärts gehe, dass die Finanzmärkte robust und ihre bisherigen Projektionen im Wesentlichen zutreffend seien. Oder wie Lagarde sagte: „Wir sind gut unterwegs.“

EZB-Maßnahmen brauchen Zeit zum Wirken
Wahrscheinlich meinte Lagarde das nicht ganz so gelassen, wie es sich liest, denn die realwirtschaftlichen Kosten der Pandemie sind so oder so gravierend. Aber im Großen und Ganzen hat die EZB das ihrige getan, hält die LBBW fest.

Jetzt gehe es darum, die weitere Entwicklung der Pandemie an sich zu verfolgen (die EZB hat eine zweite Welle schon „eingepreist“) und um die Wirkung der Maßnahmen.

Neue "Rechengröße" erinnert an Hyperinflation
Abgesehen vom PEPP mit 1,35 Billionen Euro hat die EZB mit dem TLTRO-III Liquidität in noch einmal fast derselben Größenordnung zugeteilt. Auch daran zeigt sich nach LBBW-Einschätzung die Dimension der Krise: Langsam aber sicher wird auf der überstaatlichen Ebene die Billion die gängige Recheneinheit für den Euro.

Warten auf den EU-Gipfel
Seitenschutz und Rückendeckung erwarte die EZB nun von der Fiskalpolitik, vor allem vom EU-Gipfel, auf dem über den Wiederaufbaufonds beraten wird. Die EZB wünscht sich hier einen Erfolg, sprich das geplante umfassende Paket über 750 Milliarden Euro. Und wenn es mehr wird, dürfte sich insbesondere Frau Lagarde als ehemalige französische Finanzministerin auch nicht ärgern, meint die LBBW.

Euro über 1,14
Im Windschatten der EZB-Sitzung habe sich am Devisenmarkt auch der Euro verteuert. Zum US-Dollar ging es erstmals seit Anfang März über die Marke von 1,14 US-Dollar je Euro. Das sei laut LBBW noch kein Niveau, bei dem sich die EZB echte Sorgen machen würde.

Aber so langsam würden die Währungshüter die Kursentwicklung am Devisenmarkt wieder in den Blick nehmen. Bislang dürften sie dies aber eher als Zeichen des Vertrauens der Märkte in die Politik der EU etwa im Kontrast zur Entwicklung in den USA nehmen. (aa)

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