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Kündigt sich da etwa die nächste US-Immobilienkrise an?

Nach Zahlen des US-Hypothekenfinanzierers Freddie Mac ist der Anteil von schweren Hypothekenausfällen zuletzt stark angestiegen. Die Kennzahl erreichte im Juni den höchsten Stand seit sieben Jahren.

Panorama von US-Immobilien in San Francisco
Die jüngsten Zahlen zu Kreditausfallraten bei US-Immobilien verheißen nichts Gutes. 
© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Freddie Mac, einer der beiden großen Immobilienfinanzierer in den USA, berichtet in seinem jüngsten Monatsreport, dass die Rate von schwerwiegenden Immobilienkreditausfällen bei Einfamilienhäusern im Juni bei 2,48 Prozent gelegen hat. Im Mai lag diese Rate noch bei 0,81 Prozent, war aber schon damals deutlich höher als die vorhergehenden Werte, die sich zuvor über ein Jahr lang um die Marke von 0,6 Prozent bewegt hatte.

Der jüngste Anstieg signalisiert die höchste Rate schwerer Ausfälle seit Oktober 2013. Ihren Höchststand hatte die Kennzahl bei Freddie Mac im Februar 2010 mit einem Wert von 4,20 Prozent erreicht. Von der Definition her handelt es sich um Hypothekenkredite, die "seit drei Monatsraten oder mehr überfällig oder bereits in der Zwangsvollstreckung sind". Beobachter gehen davon aus, dass diese Rate aufgrund der nach wie vor nicht beherrschten COVID-19-Pandemie im Juli erneut deutlich ansteigen wird. Es brauche eben Zeit, bis solche Ausfälle sichtbar werden, da es sich wie gesagt um Hypotheken handelt, die drei Monate oder länger überfällig sind.

Ein Trost: Es gibt Unterschiede zur US-Immobilienkrise von 2007/2008
Die Situation unterscheidet sich dennoch stark von der Zunahme der Zahlungsrückstände im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise von 2007/2008. Denn die Kreditvergabestandards sind in den vergangenen Jahren durchaus solide gewesen. Zudem haben die meisten Hauseigentümer inzwischen ein gewisses Eigenkapital in die Finanzierung ihrer Häuser einbezogen. Außerdem besteht die berechtigte Hoffnung, dass viele säumige Zahler in der Lage sein werden, die Bedienung ihres Kredits wieder aufzunehmen oder ihre Kredite umzustrukturieren, sobald sie wieder eine Anstellung gefunden haben. Dennoch darf man auf die Zahlen des zweiten großen Hypothekenfinanzierers Fannie Mae gespannt sein, der in wenigen Tagen ebenfalls seinen Bericht für Juni vorlegen wird. (hh)

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