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Krise: Kapitalverkehrskontrollen könnten Fonds zu Fire-Sales zwingen

Nach Ansicht von Columbia Threadneedle sind die Türkei-Ansteckungseffekte teils übertrieben und von der Realwirtschaft schulterbar. Falls die Türkei jedoch wirklich umfangreiche Kapitalverkehrskontrollen einführt, müssten EM-Fonds Zwangsverkäufe tätigen und würden damit die Lage verschärfen.

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© peshkov / stock.adobe.com

Investoren stellen sich weltweit die Frage, welche Auswirkungen die Türkei-Krise auf die Kapitalmärkte hat und inwieweit sie selbst davon betroffen sein könnten. Vordergründig scheint es „nur“ die Türkei und einige westliche Banken zu treffen. Falls es jedoch zu Kapitalverkehrskontrollen käme, könnte es zu gefährlichen Zweitrundeneffekten kommen.

Bei Banken steht ein ganzer Jahresgewinn im Feuer
Die Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments hält angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Türkei die befürchteten Ansteckungseffekte in anderen Marktsegmenten teilweise für übertrieben. In den Industrieländern seien wohl vor allem Banken betroffen. „Allerdings sind die Engagements dort unserer Ansicht nach deutlich geringer als es die Schlagzeilen vermuten lassen“, schreibt Maya Bhandari, Multi-Asset-Portfoliomanagerin bei Columbia Threadneedle, in einem aktuellen Kommentar. „Sollte die Türkei über Nacht zahlungsunfähig werden, dürfte das bei den spanischen Banken mit den größten Engagements wahrscheinlich gerade mal die Gewinne eines Jahres ausradieren.“

Kapitalverkehrskontrollen würden EM-Fonds zu Verkäufen zwingen
Mit anderen Schwellenländern ist die Lage in der Türkei den Experten zufolge schwer vergleichbar, sie sei in gewisser Weise einzigartig. „Zwar gibt es in vielen Ländern großen Finanzierungsbedarf. Die Türkei sticht jedoch mit ihren unbesonnenen kurzfristigen, externen Schulden hervor, mit denen das Land sein breites Bilanzdefizit finanziert, während es gleichzeitig an einer extrem lockeren Geldpolitik festhält“, begründet Bhandari die besondere Situation. „Was die Türkei zu einem systematischen Problem für die Schwellenländer machen könnte, sind Kapitalkontrollen, die zu umfangreichen Verkäufen bei Schwellenländerfonds führen könnten.“

Bank Runs sind möglich
Kapitalverkehrskontrollen hält Columbia Threadneedle jedoch zumindest kurzfristig für unwahrscheinlich. „Angesichts der Abhängigkeit der Türkei von externer Finanzierung ist es wahrscheinlich, dass die Politiker Kapitalverkehrskontrollen zumindest momentan vermeiden werden“, ergänzt Zara Kazaryan, Portfoliomanagerin für Schwellenländeranleihen bei Columbia Threadneedle, in einem aktuellen Kommentar. „Zahlungsschwierigkeiten und ein Bank Run sind in Anbetracht der unorthodoxen Politik der Entscheidungsträger aber nicht auszuschließen.“

Kazaryan verweist in diesem Zusammenhang vor allem auf eine mangelnde Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Zentralbank. Betroffen seien vor allem die türkische Energie-, Immobilien- und Baubranche, die sich zu einem großen Teil über Dollaranleihen finanziert hätten. In der Folge könnten türkische Banken unter Druck geraten. (aa)

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