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Korrektur wahrscheinlicher: Risikoaktiva steuern auf Gefahrenzone zu

Investmentstrategen von Morgan Stanley, RBC Capital Markets und Société Générale warnen Großanleger vor Sorglosigkeit angesichts der bevorstehenden Risiken für die Märkte in den nächsten Monaten.

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Die Luft an den Märkten für riskantere Wertpapiere wie Aktien oder spekulativere Anleihen wird dünner. Da eine Reihe positiver Katalysatoren - mehr Klarheit zur Gewinnlage der Unternehmen, Einigung auf den EU-Hilfsfonds und die Möglichkeit weiterer fiskalischer Anreize in den USA - auslaufen, wird sich das günstige Umfeld für Risikoaktiva voraussichtlich ändern, schrieben Morgan-Stanley-Strategen um Andrew Sheets in einer Notiz, über die Bloomberg berichtet.

Droht an den Märkten ein heißer Sommer?
Das Morgan-Stanley-Team rät Investoren, das Engagement für die „Gefahrenzone“ August bis September zu reduzieren, wenn sich saisonale Faktoren für Aktien und Unternehmensanleihen verschlechtern, die US-Präsidentschaftswahlen in den Mittelpunkt rücken und sich eine „außergewöhnliche“ Phase positiver wirtschaftlicher Überraschungen wahrscheinlich abschwächt.

“In den nächsten zwei Monaten verblassen positive Katalysatoren, die Saisonalität verschlechtert sich und kurzfristige Risiken entstehen”, schrieben sie. Sheets rät Anlegern, eine Aufstockung der Barpositionen und den Erwerb von Schutz über Kreditausfallswaps am Rentenmarkt zu erwägen. Sie schlugen auch vor, europäische Vermögenswerte in Betracht zu ziehen, bei denen eine Outperformance wahrscheinlicher ist.

Während sich die Märkte beruhigten, ist die Volatilität zurück gegangen.

Risikoaktiva haben sich trotz der anhaltenden Unsicherheit über die Auswirkungen von Covid-19 auf die Wirtschaft und öffentliche Gesundheit als widerstandsfähig erwiesen, nachdem politische Entscheidungsträger weltweit mit beispielloser finanzpolitischer und monetärer Unterstützung eingegriffen haben. Ein MSCI-Indikator für globale Aktien hat seit seinem Tief vom März um ca. 43 Prozent zugelegt, und der ICE BofA MOVE Index - eine Messgröße für die Volatilität am Treasuries-Markt - schloss am Freitag auf dem niedrigsten Stand seit März 2019.

Amy Wu Silverman, Derivate-Strategin bei RBC Capital Markets, ist ebenfalls der Ansicht, dass die Märkte bis August zumindest in den USA volatiler werden könnten, wie sie in einer Mitteilung vom 19. Juli 2020 schrieb. Zu den Risiken zählt, dass sich fiskalische Reize als weniger stützend als bisher erwartet erweisen könnten.

Hinzu kommt das Feilschen um Coronavirus-Hilfspakete im US-Kongress - mit dem Risiko, dass parteipolitische Meinungsverschiedenheiten die Verabschiedung eines weiteren Pakets vollständig verhindern. “Der August könnte holprig sein”, sagte sie. “Ich denke, die kurzfristige Volatilität wird zunehmen.”

Franzosen empfehlen sichere Häfen
In der Zwischenzeit sollten Anleger, die wegen einer erneuten Volatilität besorgt sind, sichere Häfen wie den Yen und den Schweizer Franken in Betracht ziehen, so der Chef-Währungsstratege von Société Générale, Kit Juckes.

“Nach einem spektakulären Frühling für Risikoaktiva, dieses Jahr sogar mehr als in den meisten anderen, empfehlen wir, viel Schutz aufzubauen”, schrieb er am Montag. “Vergessen Sie nicht den Sonnenschutz, Gesichtsmasken, etwas Yen, etwas Schweizer Franken und eine gewisse EUR/USD-Volatilität, die nützlich sein kann, wenn es etwas lebhafter wird.” (aa)

 

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