Kommt Stada schon im Herbst für zehn Milliarden Euro an die Börse?
Der Generikahersteller Stada Arzneimittel hat informierten Kreisen zufolge seine Gespräche mit potentiellen Investoren über einen Börsengang wieder aufgenommen. Das berichtet Bloomberg News. Bereits im September könnte das Unternehmen den aktuell anspruchsvollen Markt für Neuemissionen sondieren.

Dem Vernehmen nach hat der Pharmakonzern im Laufe des Monats erneut Gespräche mit potentiellen Investoren geführt, während die Vorbereitungen für einen Börsengang (IPO) weiter an Fahrt gewinnen. Private-Equity-Eigentümer Bain Capital und Cinven sollen dabei eine Bewertung von rund zehn Milliarden Euro anstreben. Der endgültige Wert dürfte jedoch von der Investorenresonanz abhängen und könnte entsprechend angepasst werden. Die Beratungen dauerten noch an, und es sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen, sagten die Informanten.
Der deutsche IPO-Markt steht weiterhin unter Druck
Zuletzt hatten zwei Kandidaten ihre Debütpläne auf Eis gelegt, was Zweifel an einer nachhaltigen Erholung der Emissionstätigkeit nährt. So verschob der Online-Autoteilehändler Autodoc am 24. Juni seinen geplanten Börsengang in Frankfurt — trotz ausreichenden Investoreninteresses. Auch der Medizintechnikanbieter Brainlab stellte vergangene Woche seinen auf 320 Millionen Euro angelegten Börsengang zurück.
Stada hatte seine IPO-Pläne bereits im März wegen der damaligen Marktvolatilität auf den September vertagt. Ursprünglich wollte das Unternehmen rund 1,5 Milliarden Euro an frischem Kapital aufnehmen — zusätzlich zu möglichen Anteilsverkäufen durch die Eigentümer. Das Unternehmen produziert und vertreibt eine Reihe von Produkten — darunter Gesundheitsartikel, Generika und Spezialmedikamente für seltene und chronische Erkrankungen. Zu den bekanntesten Marken zählen das Erkältungsmittel Grippostad sowie die Hirudoid-Creme zur Behandlung von Blutergüssen und Hämatomen.
Bain und Cinven hatten Stada im Jahr 2017 für rund 5,3 Milliarden Euro übernommen und sich damit eines der letzten unabhängigen Generikahäuser Europas gesichert. Seither wurde das Geschäft durch eine Reihe von Zukäufen erweitert. (kb)