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Finanzmarkt-Ausblick 2020

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Wie geht es 2020 weiter mit der Weltwirtschaft und was bedeutet der Führungswechsel an der EZB-Spitze für die europäische Geldpolitik? PIMCO-Chefökonom Joachim Fels erläutert im Video den Konjunkturausblick und die Schlussfolgerungen für die Asset-Allokation.

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Kollateralschaden: Deutschland leidet unter dem Handelskrieg USA-China

In der neuesten Ausgabe des "Strategy Research" der LBBW befasst sich deren Chefvolkswirt mit dem Handelsstreit, der vor allem Deutschland zusetzt. Schwache Zahlen der DAX-Mitglieder zum zweiten Quartal spiegeln dies wider.

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"Auf Sicht eines Jahres erwarten wir, dass sich Aktien in der Tendenz seitwärts bis leicht aufwärtsgerichtet entwickeln. Die Entwicklung dürfte allerdings von großer Nervosität geprägt sein, hohe Tagesschwankungen und wochenlange Phasen deutlich steigender oder markant sinkender Kurse dürften eher die Regel als die Ausnahme sein. Gewinnmitnahmen in temporären Phasen der Stärke sowie Zukäufe nach einigen Tagen deutlicher Verluste erscheinen als das Gebot der Stunde", analysiert der Chefökonom der LBBW, Uwe Burkert (Bild).
© LBBW

Mit Septemberbeginn traten zwischen den USA und China wechselseitig neue Zölle in Kraft. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Großmächten schwand zuletzt immer mehr. Chinas Präsident Xi Jinping ließ in Bezug auf den Handelsstreit mit dem „langen Marsch“ unlängst einen Begriff aus der Zeit Mao Tse Tungs wiederaufleben. 

Chinesischer Poker
Nicht auszuschließen ist, dass die chinesische Führung auf eine schwache US-Konjunktur setzt, meint Burkert. Eine solche könnte Präsident Trump im kommenden Jahr die Wiederwahl kosten. Zudem mag, so der Gedankengang, mit einem Nachfolger ein für die Volksrepublik besserer „Deal“ herausspringen, als dies mit dem amtierenden US-Präsidenten möglich erscheint.

Zu befürchten ist, dass der Handelsstreit noch für längere Zeit das Wachstum drückt
Unter den westlichen Volkswirtschaften waren hiervon zuletzt allerdings weniger die USA betroffen. Hauptleidtragender dieser Entwicklung war stattdessen die so stark vom Export abhängige deutsche Wirtschaft. Burkert dazu: "Gut zu sehen war dies in den Gewinnen, die  die DAX-Unternehmen unlängst zum zweiten Quartal berichteten. Bereits im Vorfeld des Zahlenreigens hatte es Gewinnwarnungen gehagelt, so von BASF, Conti, Lufthansa und sogar gleich zwei Mal von Daimler."

Handelskrieg wirkt sich negativ auf die Unternehmensgewinne aus
Zudem mussten die Analysten ihre Prognosen für Thyssen-Krupp aufgrund einer strategische Neuausrichtung und für die Deutsche Bank wegen Restrukturierungsmaßnahmen deutlich
überarbeiten. Von den insgesamt 30 Mitgliedern des deutschen Blue-Chip-Index übertrafen schlussendlich nur acht Unternehmen die an sie gestellten Gewinnerwartungen, während elf Gesellschaften die Prognosen verfehlten, hält Burkert fest." Allein seit Jahresmitte senkten die Analysten ihre DAX-Gewinnschätzungen für das laufende Jahr um gut neun Prozent. Nachdem der DAX-Gewinn bereits im vergangenen Jahr unter dem Niveau des Jahres zuvor lag, droht
nun für 2019 der zweite Gewinnrückgang in Folge."

Anlagenotstand steht Gewinneinbruch entgegen
Aufgrund des immer größeren Anlagenotstands dürften Kapitalsammelstellen wie beispielsweise Versicherer inzwischen jedoch dazu gezwungen sein, ihre Ressentiments gegenüber Aktien mehr und mehr über Bord zu werfen und ihre Aktienquote trotz einer möglicherweise bevorstehenden Rezession mit der gebotenen Vorsicht zu erhöhen. Die attraktiven Dividendenrenditen von Beteiligungspapieren dürften dabei wie eine Art Auffangnetz wirken und einen starken Aktienmarkteinbruch, wie er im aktuellen Konjunktur- und Gewinnszenario bei isolierter Betrachtung durchaus geboten wäre, verhindern, vermutet Burkert. (kb)

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