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Mangel: Bundesanleihen schwierig zu bekommen

Die Russland-Sanktionen schaffen eine Lieferklemme bei gewissen Bundesanleihen, die von der Russischen Zentralbank in großer Gewichtung gehalten werden. Die deutsche Finanzagentur hat aber zeitnah mit der Begebung neuen Materials reagiert. Trotzdem sind die Spreads stark gestiegen.

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© kikkerdirk / stock.adobe.com

Die Sanktionen gegen Russland haben auch Auswirkungen auf den Handel mit deutschen Staatsanleihen. Nicht nur sind Bunds als Fels in der Brandung gesucht, weil die Unsicherheit wächst. Mit den Strafmaßnahmen gegen den russischen Finanzsektor ist es nun auch zu Lieferschwierigkeiten bei deutschen Kurzläufern gekommen. Über diese Entwicklung informiert Bloomberg News.

Betroffen sind Papiere mit zweijähriger Laufzeit, wie die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur am Donnerstag mitteilte. Speziell bei der Schatzanweisung mit Fälligkeit im März 2024 gebe es derzeit Lieferschwierigkeiten, offenbar weil ein signifikantes Volumen bei Marktteilnehmern liege, die derzeit nicht damit handeln können, schreibt Bloomberg.

Deshalb erhöhte der Bund am Donnerstag das umlaufende Volumen der Papiere um 2,5 Milliarden Euro auf 8,5 Milliarden Euro. Die Aufstockung erfolgt in den Eigenbestand des Bundes.

Ziel ist der Maßnahme sei gewesen, die Funktionsfähigkeit des Marktes zu stützen und sicherzustellen, dass die Marktteilnehmer jederzeit ihren Lieferverpflichtungen “vollumfänglich und termingerecht” nachkommen können, sagte die Finanzagentur. Auf Nachfrage teilte eine Sprecherin Bloomberg mit, es gebe “Anlass zu der Annahme, dass ein Teil der Papiere bei Institutionen liegt, die aufgrund der aktuellen Krise vom Handel ausgeschlossen wurden.”

In Reaktion auf Moskaus Invasion in der Ukraine wurde unter anderem die Hälfte der russischen Zentralbank-Reserven eingefroren. Angesichts des Krieges fliehen internationale Anleger indessen in als besonders sicher geltende Vermögenswerte. Dies verschärft Verzerrungen an den Repo-Märkten, an denen große Marktteilnehmer Wertpapiere gegen Bargeld tauschen. Als Liquiditätsquelle hilft das Segment sicherzustellen, dass sich die Räder des Finanzsystems reibungslos drehen.

Bundesanleihen mit hohem Spread gegenüber den Swaps

Russische Zentralbank ist Großanleger in sicheren Anleihen
Die Strategen der Commerzbank schätzen, dass die russische Zentralbank etwa 60 Milliarden Euro an japanischen Anleihen und jeweils 50 Milliarden Euro in deutschen und französischen Bonds hält. Den Notenbankbestand an Anleihen supranationaler Emittenten wie der Europäischen Union schätzen sie auf weitere 25 Milliarden Euro.

Dies reiche zwar nicht aus, den Markt als Ganzes zu beeinträchtigen, könne aber bei bestimmten Anleihen zu Verwerfungen führen, sagte Christoph Rieger, der bei der Commerzbank die Bondstrategie leitet. Bei der 2024-Schatzanweisung habe es einen massiven Squeeze gegeben auf Repo-Niveaus unter minus fünf Prozent. Dies impliziere eine extrem teure Mittelaufnahme.

Mit den jahrelangen Bondkäufen der Notenbanken ist am Markt das Angebot an hochwertigen Anleihen geschrumpft, die als Sicherheiten und zur Erfüllung von Finanzvorschriften wichtig sind. In den letzten Handelstagen ist es noch einmal deutlich teurer und auch schwieriger geworden, an sie heranzukommen.

“Wir befinden uns in einer Kollateralklemme”, sagt Althea Spinozzi, Bondstrategin bei der Saxo Bank. Angesichs der Flucht in sichere Häfen könnte das Einfrieren russischer Vermögenswerte zu Verzerrungen am Repo-Markt beitragen. “Der Markt muss sich neu ausrichten, um den plötzlichen Rückgang an Anlagegütern widerzuspiegeln.” (aa)

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