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Können japanische mit US-amerikanischen Aktienbewertungen mithalten?

Trotz deutlich besserer Performance in den letzten drei Monaten werden japanische Aktien im Vergleich zu globalen Aktien weiterhin zu historisch niedrigen Bewertungen gehandelt. Allerdings sieht man bei State Street Global Advisors Fortschritte, die dazu beitragen könnten, dass Japan aufschließt.

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Stefan Kuhn, Head of SPDR ETFs Deutschland
© SSGA

"Wir sehen nun die Chance, dass endlich finanzpolitische Konjunkturpakete verabschiedet werden, um die japanische Erholung zu unterstützen. Obwohl die Nachrichtenlage in den Wochen seit der Amtseinführung von Premierminister Kishida sehr unbeständig in diesem Bereich war, hat es in letzter Zeit einige positive Entwicklungen gegeben", weiß Stefan Kuhn, Head of SPDR ETFs Deutschland. Dazu gehöre, dass Kishida einen festen Plan für ein 30-Billionen-Yen-Paket vorstellte, das Bargeldauszahlungen für Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren und eine Subvention zur Förderung des Inlandstourismus im Lande vorsehe.

Positive Vorzeichen
Die jüngste Quartalssaison trug ebenfalls dazu bei, die Stimmung für japanische Aktien zu verbessern, da die Unternehmen hohe Gewinne gemeldet haben. Diese wurden durch einen schwächeren Yen gegenüber dem US-Dollar angekurbelt. Die japanische Zentralbank (BoJ) wird die niedrigen Zinssätze länger als andere Zentralbanken der Industrieländer beibehalten, was Exporte begünstigt. Diese Saison zeigte auch, dass die Bilanzen der japanischen Unternehmen äußerst stabil seien, da fast 50 Prozent der japanischen Unternehmen mehr Eigenkapital als Schulden hätten, so Kuhn weiter.

Öffnung dank gutem COVID-Management steht wohl bevor
Japan hatte im Vergleich zu anderen Ländern mit strengen Lockdownmaßnahmen zu kämpfen, insbesondere in diesem Jahr, als die Regierung mehrmals den Notstand ausrief. Es gibt jedoch erste positive Anzeichen dafür, dass das Land in der Lage sein sollte, alles wieder sicher öffnen zu können, nachdem die Impfungen verstärkt wurden und die COVID-Fälle und -Todesfälle deutlich zurückgegangen sind. Während Japan in der Regel während wirtschaftlichen Erholungen zyklisch gut abschneidet, dürfte die Wiedereröffnung den übrigen Sektoren einen weiteren Schub verleihen.

Arbeitsmarkt schneller erholt als anderswo
Schließlich hat die angespannte Lage auf dem japanischen Arbeitsmarkt vor der Pandemie dazu geführt, dass sich der Arbeitsmarkt schneller erholen konnte als in anderen Regionen, wobei die Arbeitslosenquote zunächst stark anstieg und dann wieder sank. Obwohl das Verhältnis zwischen Stellenangeboten und Bewerbern in letzter Zeit gesunken ist, liegt es im historischen Vergleich immer noch auf einem vergleichbar normalen Niveau.

Hauptrisiko: geänderte Zinspoitik der BoJ
Das Hauptrisiko für japanische Aktien besteht darin, dass die BoJ nicht in der Lage ist, die Zinssätze niedrig zu halten und gezwungen ist, die Zinsen in einem ähnlichen Tempo wie in den USA zu normalisieren. "Dieses Risiko wurde durch die Tatsache unterstrichen, dass die Erzeugerpreise im Oktober um rund acht Prozent und damit so schnell wie seit 40 Jahren nicht mehr gestiegen sind. Obwohl sich dieser Anstieg noch nicht vollständig in der Verbraucherinflation niedergeschlagen hat (die nach wie vor geringer ist als in anderen Regionen), besteht natürlich die Gefahr, dass die Hersteller beginnen, diese Kosten an die Verbraucher weiterzugeben", analysiert Kuhn.

Wie man dieses Thema spielt
Investoren, die in Japan investieren möchten, können dies über den SPDR MSCI Japan UCITS ETF tun, der mit einer Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio; TER) von 12 Basispunkten der kostengünstigste ETF in Europa ist, der den MSCI Japan Index abbildet.

MSCI Japan: KGV auf absoluter Basis und in Relation zu globalen Aktien

(kb)

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