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Können Bundesanleihen neue Konkurrenz in Form von EU-Bonds verkraften?

Der Status Deutscher Bundesanleihen als sicherste Vermögenswerte in Europa dürfte durch die geplanten, gemeinsam begebenen, mit AAA-benoteten Papiere des Euroraums nicht gefährdet sein. Zumindest auf mittlere Sicht nicht. Viele Renteninvestoren warten aber begehrlich auf das Material, um zu kaufen.

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Am Ende des Tages könnte der deutsche Michel für die Schulden anderer bezahlen müssen.
© studio v-zwoelf / stock.adobe.com

Die Nachfrage nach sicheren Anleihen ist und wird hoch bleiben. Denn es gibt keinen Mangel an Auslösern, die die Investoren in die sicheren Häfen treiben, beispielsweise die erneuten Spannungen zwischen den USA und China, Protestbewegungen und die Folgen der Coronavirus-Pandemie. Und der 750 Milliarden Euro schwere Wiederaufbaufonds der Europäischen Union dürfte das Problem der Tragfähigkeit der italienischen Schulden nicht lösen, sodass die Anleger immer noch eine Absicherung gegen das langfristige Risiko eines Auseinanderfallens der Eurozone benötigen. Darüber berichtet Bloomberg.

Deutsche Renditen behaupteten sich
Dies spiegelt sich in den Renditen von zehnjährigen deutschen Bundesanleihen wider, die sich in den drei Monaten behauptet haben, seit sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron erstmals für einen Fonds zur Unterstützung der vom Coronavirus besonders betroffenen Volkswirtschaften ausgesprochen haben. Italienische Anleihen haben nach dem EU-Plan in dieser Woche die Gewinner in der Region angeführt.

“Es ist möglich, dass die bemerkenswerte Gelassenheit der Bunds angesichts der Rally der Peripherie die Tatsache widerspiegelt, dass die vom Fonds versprochene Haftungsteilung eine stärkere Alibifunktion hat, als es erscheint”, schrieben Richard McGuire und andere von Rabobank in einer Notiz.

Deutsche Anleihen wurden durch Sorgen über höhere Schulden nicht belastet

Komplexe Verteilung
Da etwas mehr als die Hälfte des Fonds in Form von Zuschüssen und der Rest über zinsgünstige Darlehen bereitgestellt wird, müssen alle EU-Mitglieder einen Teil der aufgenommenen Schulden zurückzahlen. Italien kann laut Berechnungen von Rabobank ein Nettoäquivalent von nur zehn Prozent des zusätzlichen diesjährigen Finanzierungsbedarfs in Form von Zuschüssen aus dem Fonds im nächsten Jahr erhalten.

Weitere Anleihenemissionen notwendig
Infolgedessen müssen laut Bloomberg zusätzliche individuelle Staatsanleihen begeben werden, um die Erholung der Wirtschaft zu unterstützen, sodass das Land weiterhin die höchste Schuldenlast im Block nach Griechenland hat. Und selbst nach der Emission der gemeinsamen EU-Wertpapiere werde es einige Zeit dauern, bis ein handelbarer und liquider Markt mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgebaut ist, der mit Bundesanleihen konkurrieren kann.

Warten auf neue Zinsstrukturkurve von Euro-Bonds
“Der Investitionsbedarf ist zu groß”, sagte Peter Chatwell, Leiter Multi-Asset-Strategie bei Mizuho International. “Die Anleger können es kaum erwarten, bis diese neue EU-Kurve aufgebaut ist und funktioniert, und es gibt immer noch ein Rekordvolumen an Bargeld am Spielfeldrand.” (aa)

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