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Können Anleger aus Amerikas ökologischem Wandel Kapital schlagen?

In den USA rüstet man sich zum Kampf, und zwar nicht um die politische Macht. Es geht vielmehr um den Kampf gegen den Klimawandel. In den kommenden Jahren werden Milliarden US-Dollar fließen, um die Herausforderung des Übergangs zu einer CO2‑armen Wirtschaft zu bewältigen.

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Cormac Weldon, Head of US Equities bei Artemis Investment Management und Lead Manager des Artemis Funds (Lux) – US Smaller Companies
© Christoph Hemmerich / FONDS professionell

"An dieser Mammutaufgabe des Kampfes gegen den Klimawandel in den USA sind besonders viele kleinere Unternehmen beteiligt, und genau dieses Marktsegment bietet derzeit ein ungewöhnlich hohes Wertpotential. Können Investoren gewinnbringend in diese Firmen investieren und dabei gleich noch den Planeten retten?", fragt sich Cormac Weldon, Head of US Equities bei Artemis Investment Management und Lead Manager des Artemis Funds (Lux) – US Smaller Companies - und hat gleich auch Antworten parat. "Wir glauben ja. Wir zeigen Ihnen, wie wir das Thema des ökologischen Wandels in unseren Portfolios aus kleineren Unternehmen umsetzen."

Stromerzeugung
NextEra Energy Partners (NEP) ist der größte Strombetreiber der USA im Bereich erneuerbare Energien. Das in Florida ansässige Unternehmen verantwortet eigene Projekte für saubere Energie und ist darüber hinaus an Wind- und Solarenergieprojekten überall in den USA beteiligt. Eigentümer von NEP ist NextEra Energy, das weltgrößte Versorgungsunternehmen und auch einer der größten Infrastrukturinvestoren Amerikas. NEP konzentriert sich ausschließlich auf erneuerbare Energien und hat somit – anders als die Muttergesellschaft – Zugang zu zusätzlichen Finanzierungsmitteln. Dadurch bieten sich dem Unternehmen größere Wachstumschancen.

Kernkraft
"Wir haben uns in diesem Jahr bereits mit den allgemeineren Auswirkungen der geopolitischen Ereignisse auf die Energieerzeugung befasst und klargestellt, dass die Kernkraft bald ein weniger toxisches Element des Übergangs zu alternativen Energiequellen sein wird", setzt Cormac Weldon fort. In Kalifornien beispielsweise wird an einer gesetzlichen Basis gearbeitet, um das letzte Kernkraftwerk des Bundesstaates nach 2025 nicht abzuschalten, sondern weiterlaufen zu lassen. Anlagen in Kernkraft könnten sich somit als langlebiger erweisen als vom Markt erwartet." und weiter: "Wir haben vor Kurzem eine Position in Constellation Energy aufgebaut, nachdem Constellation sich zu einem Spin-Out von der Muttergesellschaft entschied. Constellation Energy erzeugt zehn Prozent des nichtfossilen Stroms in den USA und ist Anbieter von Kern-, Wind-, Solar- und Wasserkraftenergie. Es akquiriert in großem Stil andere Kernkraftwerkbetreiber und ist mittlerweile für rund 20 Prozent der Kernkraftkapazität in den USA verantwortlich."

Steuerbonus durch Inflation Reduction Act 
Der kürzlich verabschiedete Inflation Reduction Act sieht Investitionen von 369 Milliarden US-Dollar in das Klima und saubere Energien vor, darunter auch einen Steuerbonus für Kernkrafterzeuger. Der von der Regierung festgelegte Mindestpreis für Kernkraft und Solarenergie schaltet zudem einen erheblichen Teil des Abwärtsrisikos der Investition in dieses Unternehmen aus.

Infrastruktur
Das neue Stromnetz erfordert auch eine entsprechende Infrastruktur. Versorger in Regionen, die anfällig für Naturkatastrophen sind, müssen ihre Anbindung an das Stromnetz verbessern. In Kalifornien sind beispielsweise Lauffeuer eine große Gefahr, und sie dürften künftig noch häufiger auftreten. Analysen von McKinsey zeigen, dass US-Versorger die nächsten rund 25 Jahre aufgrund von Sturmschäden mit zusätzlichen Kosten und Umsatzeinbußen von durchschnittlich rund 1,7 Milliarden US-Dollar rechnen müssen. In Kalifornien wurde entschieden, unterirdische Stromleitungen, die durch sensibles Terrain verlaufen, neu zu verlegen. Weldon: "Wir sind in Jacobs Engineering investiert. Dieses Unternehmen führt alle Planungen durch, kümmert sich um die Genehmigungen und organisiert dann die Tiefbauarbeiten. Diese Tätigkeiten wirken vielleicht nicht besonders komplex, erfordern aber eine gewisse koordinatorische und logistische Expertise."

Valmont Industries ist ein weiteres Unternehmen in Weldons Portfolio: "Es stellt die Infrastruktur für die Netzanbindung neuer Solar- oder Windfarmen bereit. Eine Sparte von Valmont Industries liefert auch Bewässerungssysteme mit Präzisionstechnologie, die Landwirten überall auf der Welt dabei helfen, den Umsatz pro Liter zu maximieren und den Verbrauch der kostbaren Wasserressourcen zu senken. Auch der Einsatz von Chemikalien und Düngern verringert sich dadurch." Man sei seit einiger Zeit in Valmont Industries investiert und habe die Underperformance der letzten Monate genutzt, um unsere Position aufzustocken. An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis: Viele dieser kleineren Unternehmen sind an US-Standards gemessen klein, jedoch groß im Vergleich zu vielen Firmen in anderen Märkten. So würde es Valmont Industries mit einer Marktkapitalisierung von etwa fünf Milliarden US-Dollar etwa locker in den FTSE 100 schaffen.

Small Caps in den USA haben ein hartes Jahr hinter sich
In den letzten drei Dekaden gab es – soweit sich Weldon erinnern kann – allerhöchstens zwei oder drei Gelegenheiten, bei denen Small Caps ein derart gutes Bewertungspotential im Vergleich zu größeren Unternehmen boten. "Unser Fonds aus kleineren Unternehmen wird derzeit mit einem KGV (12 Monate forward) von rund 15,5x gehandelt. Damit liegt er in etwa gleichauf mit der Benchmark, dem Russell 2000 (S&P 500: 24x). Ähnlich attraktive relative Bewertungen für US Small Caps gab es seit dem Jahr 1999 nicht mehr.

In der Vergangenheit wurden kleinere Unternehmen mit Aufschlägen gehandelt
Dies geschah deshalb, weil ihr prognostiziertes Gewinnwachstum tendenziell etwas höher als das von großen Unternehmen ist. Durch ein aktives Management lasse sich das Potential noch besser nutzen, so Weldon weiter. Der Fonds weise ein ähnliches KGV wie die Benchmark auf, doch seine Eigenkapitalrendite sei mit 17 bis 18 Prozent höher als die der Benchmark (fünf Prozent). Das historische Gewinnwachstum liege bei 25 Prozent, verglichen mit 15 Prozent für die Benchmark.

Über die relativen Bewertungsunterschiede zwischen Large und Small Caps
Für viele kleinere Unternehmen war die Corona-Pandemie eine harte Zeit. Kaum hatten sie diese Phase hinter sich gelassen, sahen sie sich angesichts der steigenden Inflation und höheren Zinsen erneut mit schwierigen Bedingungen konfrontiert. Dies sorgt für Nervosität unter den Anlegern. Die Fed hat nun als erste Notenbank wieder mit der Anhebung der Zinsen begonnen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Es wird befürchtet, dass sie die Wirtschaft dadurch in eine schmerzhafte Rezession führen wird. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld scheint sich zu verbessern. Es sieht so aus, als ob die negativen Erwartungen größtenteils eingepreist sind, sodass die Bewertungschancen womöglich nur noch kurze Zeit bestehen.

Extremereignisse bleiben
Leider hellt sich die allgemeinere Lage nicht auf, wie die Extremwetterereignisse in diesem Jahr zeigen. Unternehmen, die den Übergang zu sauberen Energien mitgestalten, erhalten jedoch Rückenwind oder Auftrieb durch andere erneuerbare Energieträger. Solange sie sich durch ihre Produktpalette abgrenzen können und ihre Gewinne wachstumsfördernd reinvestieren, um ihre Nische zu bewahren, sollten sie prosperieren und sich besser entwickeln als die größeren Unternehmen, die ihnen unter anderen Umständen das Geschäft abspenstig machen würden, ist Weldon überzeugt. "Ich schätze, dass die Herausforderungen des Klimawandels so groß sind, dass dieses Anlagethema noch einige Zeit aktuell bleiben wird". (kb)

 

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