Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Finanzmarkt-Ausblick 2020

Ad

Wie geht es 2020 weiter mit der Weltwirtschaft und was bedeutet der Führungswechsel an der EZB-Spitze für die europäische Geldpolitik? PIMCO-Chefökonom Joachim Fels erläutert im Video den Konjunkturausblick und die Schlussfolgerungen für die Asset-Allokation.

Anzeige
Advertisement
| Märkte
twitterlinkedInXING

Klimafreundlich investieren: Der CO2-Footprint geht nicht weit genug

Über das Abschlussdokument der Klimakonferenz im polnischen Kattowitz wurde bis zum Ende intensiv diskutiert. Mit der Verabschiedung eines bindenden Regelwerks zur Umsetzung des Klimavertrags von 2015 sind die internationalen Klimaverhandlungen schlussendlich ein wichtiges Stück vorangekommen.

foto-schärer-simone,-swisscanto-invest.jpg
Simone Schärer, Senior-Analystin im Nachhaltigkeitsresearch bei
Swisscanto Invest
© Swisscanto

Soll das vorgesehene Ziel eine Begrenzung der globalen Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau erreicht werden, müssen die CO2-Emissionen alle zehn Jahre halbiert werden. Pro Jahr entspricht das einer Senkung um etwa  sieben Prozent.

Höhere CO2-Preise oder Regulierungen drohen
„Unsere heutigen Investitionsentscheidungen bestimmen mit, wie viel Treibhausgas in Zukunft
emittiert wird. Entsprechend spielen globale Investitionen und Finanzierungen eine zentrale
Rolle bei der Transformation hin zu einer klimaverträglichen Wirtschaft. Umfassender
Klimaschutz, wenn er denn wie vorgesehen kommt, kann Unternehmen, die von CO2-
intensiven Technologien abhängig sind, zu Verlierern machen. Profitieren werden dagegen
Unternehmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen zu einer Verminderung des
CO2-Ausstoßes beitragen. Höhere CO2-Preise oder Regulierungen stellen für Unternehmen
somit Risiken oder Chancen dar, die gegenwärtig von den Marktteilnehmern noch zu wenig
berücksichtigt werden“, sagt Simone Schärer, Senior-Analystin im Nachhaltigkeitsresearch bei
Swisscanto Invest.

Carbon-Footprint – ein Risikoindikator
Als Unterzeichnerin des UN Montreal Carbon Pledge berechnet Swisscanto Invest für die
Fonds den Carbon-Footprint relativ zur Benchmark. Zum Beispiel hat der Swisscanto Equity
Fund Sustainable einen rund 50 Prozent tieferen CO2-Fußabdruck als der MSCI World. Der
Carbon-Footprint macht aber nur eine Aussage darüber, ob die Unternehmen im Portfolio bei
der Herstellung ihrer Produkte und beim Einkauf von Strom und Wärme weniger oder mehr
CO2 emittieren als die Firmen in der Vergleichsbenchmark.

Fußabdruck gibt nur relative Postion zur Benchmark, nicht aber zu Klimazielen wieder
„Der Carbon-Footprint eines Fonds - so, wie er heute meist berechnet wird - ist somit eine
Kennzahl die aussagt, ob die Unternehmen im Fonds bei steigenden CO2-Preisen mehr
oder weniger zusätzliche Kosten haben als jene in der Benchmark – und ist damit ein Indikator für das relative Risiko. Der Carbon-Footprint macht aber keine Aussage darüber, ob
der Fonds mit dem Pariser Klimaziel vereinbar ist“, so Schärer. 

Wann ist eine Kapitalanlage klimaverträglich?
Es gibt bisher noch keinen etablierten Standard für klimaverträgliche Kapitalanlagen. Selbst
in einer Studie des Schweizer Bundesamts für Umwelt wird zwar ein vorausschauendes
Analysemodell verwendet, Chancen durch positive Lösungen zum Klimaschutz werden dort
jedoch nur teilweise bewertet.

Ansatz von Swisscantis Produktlinie Sustainable steht auf zwei Eckpfeilern
„Wir verzichten auf Investments in die CO2-intensivsten Industrien. Das bedeutet, dass die
Förderung fossiler Energieträger ausgeschlossen ist, ebenso die Stromproduktion aus
fossilen Energieträgern oder Investments in Fluglinien sowie in traditionelle
Automobilhersteller, die ihr Geld mit dem Verbrennungsmotor verdienen. Anderseits wird in
Unternehmen investiert, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen einen Beitrag dazu
leisten, das Ziel des Pariser Klimaabkommens Realität werden zu lassen. Hier fokussieren
wir uns insbesondere auf die Themen Energie- und Ressourceneffizienz, erneuerbare
Energien und CO2-arme Mobilität. Aus unserer Sicht ist diese Vorgehensweise die beste
Möglichkeit, klimafreundliche Anlagen zu tätigen und dem Faktor Nachhaltigkeit tatsächlich
Rechnung zu tragen“, so Schärer. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren