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Killt Künstliche Intelligenz massenweise Bürojobs und Bürogebäude?

Trotz wachsender Sorgen um KI-bedingten Stellenabbau sieht Savills bislang keine strukturelle Schwächung der Bürobeschäftigung in Europa. Entscheidend für die Nachfrage nach Büroflächen bleibe vor allem die Konjunktur – während KI-Unternehmen selbst zu den aktivsten Flächennachfragern zählen.

© Grand Warszawski / stock.adobe.com

Kernpunkte:

  • Bislang kein klarer Zusammenhang zwischen KI-Nutzung und Bürobeschäftigung
  • Konjunktur bleibt entscheidender Treiber für Büroarbeitsplätze
  • KI-Unternehmen derzeit unter den aktivsten Büromietern

Künstliche Intelligenz führt nach Einschätzung des Immobiliendienstleisters Savills bislang nicht zu einem flächendeckenden Abbau von Büroarbeitsplätzen in Europa. Entscheidend für die Entwicklung der Bürobeschäftigung bleibe weiterhin vor allem die wirtschaftliche Dynamik, teilte das Unternehmen auf Basis einer aktuellen Analyse europäischer Arbeitsmarkt-, Konjunktur- und KI-Daten mit.

Demnach ist der Zusammenhang zwischen KI-Nutzung und Beschäftigungsentwicklung bislang vergleichsweise schwach ausgeprägt. Dagegen bestehe eine deutlich stärkere Korrelation zwischen Konjunkturentwicklung und dem Wachstum bürobasierter Beschäftigung. Länder mit hoher KI-Nutzung zeigten bislang kein einheitliches Muster bei der Entwicklung der Bürobeschäftigung.

Auch aktuelle Arbeitsmarktdaten sprächen gegen einen KI-bedingten Einbruch der Nachfrage nach Büroarbeit. Laut Savills liegt die Quote offener Stellen im Bereich professioneller Dienstleistungen in der EU mit 2,4 Prozent weiterhin auf dem Niveau des Durchschnitts vor der Pandemie. Gründe für die schwächere Beschäftigungsdynamik seien vielmehr Vollbeschäftigung, demografische Entwicklungen und hohe Einkommensniveaus.

KI-Unternehmen treiben Flächennachfrage
Gleichzeitig expandieren zahlreiche KI-Unternehmen derzeit in europäischen Büromärkten. Databricks mietete zuletzt rund 13.000 Quadratmeter Bürofläche in Amsterdam an, OpenAI plant eine dauerhafte Niederlassung in London, während Anthropic seine Präsenz in Paris und München ausbaut. Auch der Softwareanbieter JetBrains zählt laut Savills zu den aktivsten Nutzern hochwertiger Büroflächen in Deutschland und hat in München und Berlin jeweils rund 20.000 Quadratmeter angemietet.

„Die aktuelle Diskussion rund um KI fokussiert sich häufig zu stark auf potenzielle Arbeitsplatzverluste“, sagte Jan-Niklas Rotberg, Head of Office Agency Germany bei Savills. Tatsächlich gehörten Unternehmen mit hohen KI-Investitionen derzeit vielerorts zu den aktivsten Wachstums- und Flächennachfragern. „KI verändert kurzfristig nicht die Existenz des Büros, sondern vielmehr die Anforderungen an Qualität, Lage und Infrastruktur moderner Arbeitswelten“, sagte Rotberg.

Polarisierung am Büromarkt dürfte zunehmen
Savills erwartet daher kurzfristig keine strukturelle Schwächung der europäischen Büroflächennachfrage durch KI. Stattdessen dürfte sich die qualitative Polarisierung am Markt weiter beschleunigen. Besonders gefragt blieben moderne, ESG-konforme und gut angebundene Flächen in urbanen Kernlagen.

Belastend wirke derzeit vor allem die schwache Konjunktur in wichtigen europäischen Volkswirtschaften wie Deutschland und Frankreich. Diese dämpfe die Einstellungsbereitschaft vieler Unternehmen stärker als technologische Veränderungen.

Mittel- bis langfristig rechnet Savills weiterhin mit einem Wachstum der bürobasierten Beschäftigung in Europa. Laut Oxford Economics dürfte die Zahl entsprechender Arbeitsplätze innerhalb der kommenden zehn Jahre um rund vier Prozent steigen – und damit auch zusätzliche Nachfrage nach hochwertigen Büroflächen schaffen. (dv)

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