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KI-Boom rückt Value-Aktien in den Fokus

Die erwartete Welle großer Tech-Börsengänge könnte die Konzentration auf wenige Technologiewerte weiter erhöhen. Anleger sollten deshalb auch Value-Aktien im Blick behalten, argumentiert Rebekah McMillan von Neuberger Berman. Vor allem klassische Branchen könnten vom KI-Ausbau profitieren.

Rebekah McMillan, Neuberger Berman: "Value-Aktien können eine echte Diversifikation bieten, ohne auf das Aktien-Beta zu verzichten."
Rebekah McMillan, Neuberger Berman: "Value-Aktien können eine echte Diversifikation bieten, ohne auf das Aktien-Beta zu verzichten."© Neuberger Berman

Eckpunkte:

  • Tech-IPO-Welle birgt Marktkonzentrationsrisiko
  • Value-Aktien bieten Diversifikation und Beta-Potenzial
  • Energie-, Industrie-, Rohstoff- und Versorgerwerte profitieren vom KI-Ausbau

Die erwartete IPO-Welle im Technologiesektor könnte nach Ansicht von Rebekah McMillan, Associate Portfolio Managerin im Multi-Asset-Team von Neuberger Berman, die ohnehin hohe Konzentration auf wenige Werte weiter verschärfen. Als Gegengewicht empfiehlt die Expertin, Value-Aktien in den Blick zu nehmen.

"Value-Aktien können eine echte Diversifikation bieten, ohne auf das Aktien-Beta zu verzichten", schreibt McMillan in einem Kommentar. Sie böten Anlegern Zugang zu anderen und komplementären Renditetreibern als die dominierenden Technologieunternehmen.

Auslöser ihrer Einschätzung ist die gut gefüllte Pipeline geplanter Börsengänge. Nach dem Börsendebüt von SpaceX werden im weiteren Jahresverlauf zahlreiche weitere Neuemissionen von Technologie- und KI-Unternehmen erwartet. Das sei zwar grundsätzlich ein positives Signal für die Kapitalmärkte, gleichzeitig warnt McMillan jedoch vor den Folgen für die Marktstruktur.

"Das Ausmaß dieser Emissionen ist beispiellos und könnte das indexbezogene Engagement der Anleger in wenigen Technologiewerten weiter verstärken – während die Marktkonzentration bereits in der Nähe historischer Höchststände liegt", so die Portfoliomanagerin.

KI-Ausbau stärkt klassische Branchen
Nach ihrer Einschätzung profitieren inzwischen nicht mehr nur Software-, Hardware- und Halbleiterunternehmen von der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Mit dem Ausbau von Rechenzentren, Stromnetzen und weiterer Infrastruktur würden zunehmend auch klassische Branchen in den Fokus rücken.

"Value-lastige Marktsegmente können direkt von diesem Investitions-Superzyklus profitieren", betont McMillan. Als Beispiele nennt sie die Sektoren Energie, Rohstoffe, Industrie und Versorger. Für diese seien steigende Stromnachfrage, wachsende Bautätigkeit und höhere Industrie- und Infrastrukturinvestitionen positiv.

Die Auswirkungen des KI-Booms reichten damit weit über den Technologiesektor hinaus. McMillan hält eine breitere Diversifikation über Regionen und Marktkapitalisierungen hinweg für sinnvoll. Portfolios, die ein strukturelles KI-Engagement mit Value-orientierten Sektoren der Realwirtschaft kombinierten, könnten von mehreren langfristigen Trends gleichzeitig profitieren. Dazu zählten Infrastrukturinvestitionen, eine höhere Energieintensität der Wirtschaft und zusätzliche Industrieausgaben im Zuge des technologischen Wandels. (dv)

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