Logo von Institutional Money
| Märkte

KI-Ausbau: Diese Tech-Riese nimmt den nächsten Anleihemarkt ins Visier

Amazon treibt seine weltweite Schuldenaufnahme weiter voran. Nach Rekordemissionen in Euro und Schweizer Franken will sich der Tech-Riese nun erstmals in britischen Pfund verschulden – während Investoren zunehmend Ermüdungserscheinungen zeigen.

© Ascannio / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Amazon will den britischen Corporate Bond-Markt anzapfen
  • Investoren können aus Laufzeiten zwischen drei und 19 Jahren wählen

Amazon hat Banken mit der Vorbereitung seiner ersten Anleiheemission in britischen Pfund beauftragt. Die Transaktion könnte bereits am Mittwoch (9.9.) starten. Damit setzt sich die weltweite Schuldenaufnahme der Hyperscaler fort, die mit den Erlösen den Ausbau ihrer Infrastruktur für künstliche Intelligenz finanzieren.

Das Unternehmen plant Tranchen mit Laufzeiten zwischen drei und 19 Jahren. Laut einem Insider sollen JP Morgan Chase, Barclays, HSBC und Natwest Group die Emission begleiten.

Amazon ist größter Anleiheemittent unter den Hyperscalern
Der Onlinehändler hatte sich im März erstmals über Euro-Anleihen finanziert - mit der bislang größten Unternehmensanleiheemission in dieser Währung. Seither hat Amazon auch den Schweizer-Franken-Markt angezapft. Insgesamt ist der Konzern 2026 der größte Anleiheemittent unter den sogenannten Hyperscalern und hat Wertpapiere im Gegenwert von mehr als 92 Milliarden US-Dollar verkauft.

Unter den Big-Tech-Konzernen, die massiv in KI investieren, weist Amazon zudem die höchste Bruttoverschuldung auf. Sie ist fast doppelt so hoch wie jene von Microsoft, dem in dieser Hinsicht nächstplatzierten Unternehmen. Amazon plant in diesem Jahr Investitionsausgaben von 220 Milliarden Dollar. Vorstandschef Andy Jassy zufolge soll der Großteil davon in KI fließen.

Investoren zeigen Ermüdungserscheinungen
Angesichts des Umfangs und Tempos solcher Emissionen zeigen sich bei Investoren erste Ermüdungserscheinungen. Jüngste Platzierungen stießen auf eine schwächere Nachfrage und mussten mit höheren Risikoaufschlägen angeboten werden, wodurch die Fremdkapitalkosten steigen.

Die Bedenken werden auch am Markt für Kreditausfallversicherungen sichtbar. Die Kosten für die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall großer Hyperscaler sind in diesem Jahr stärker gestiegen als bei einem breiten Index nordamerikanischer Unternehmens-CDS, wie von "Bloomberg" zusammengestellte Daten zeigen.

Hyperscaler sorgen für Konkurrenz zu Staatsanleihen
Die Anleiheemissionen der Hyperscaler, insbesondere bei längeren Laufzeiten, haben dazu beigetragen, die Renditen von Staatsanleihen nach oben zu treiben. Sie bieten Investoren eine zusätzliche Alternative in einem Marktsegment, das historisch von Staaten dominiert wurde.

"Offensichtlich ist, dass die Hyperscaler eindeutig Appetit auf einen Teil des Marktes haben, den Unternehmen normalerweise eher meiden", schrieb Johnathan Owen, Portfoliomanager bei Twenty Four Asset Management, vergangene Woche in einer Mitteilung. (mb/Bloomberg)

Diese Seite teilen

Weitere Inhalte aus der Redaktion