Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

KfW warnt vor Fahrlässigkeit

Das Wirtschaftsforschungsistitut stellt Entkoppelungs-Tendenzen und eine relative Robustheit innerhalb der deutschen Volkswirschaft fest, warnt aber angesichts der globalen Unsicherheiten von fahrlässigen, überoptimistischen Erwartungshaltungen.

konjunktur
Wie stark ist Deutschlands Konjunktur wirklich? Das Wirtschaftsforschungsinstitut KfW warnt jedenfalls vor übertriebenem Optimismus.
© eisenhans / stock.adobe.com

Die deutsche Wirtschaft wuchs im Jahr 2018 um 1,4 Prozent – laut KfW "ein ordentliches Ergebnis, das dem Durchschnittstempo seit der Wiedervereinigung entspricht. Es wurde erreicht, obwohl das Verarbeitende Gewerbe als Kern der deutschen Exportwirtschaft ab der Jahresmitte in eine Rezession rutschte, die bis heute anhält. Für 2019 wird zwar allgemein eine weitere Verlangsamung des realen Wirtschaftswachstums erwartet, jedoch keine Schrumpfung: Der Mittelwert von 28 professionellen Prognostikern aus Banken und Wirtschaftsforschungsinstituten für das laufende Jahr liegt im Juni bei 0,8 Prozent, die Spanne reicht von 0,4 bis 1,1 Prozent. Für 2020 geht der Konsens von einer Erholung des Wachstums auf dann wieder 1,4 Prozent aus."  

Historisch bemerkenswert
Die prognostizierte "eher leichte Konjunkturdelle trotz rückläufiger Wertschöpfung in der Industrie über bereits drei Quartale ist" für das KfW "historisch bemerkenswert. Alle bisherigen gesamtdeutschen Rezessionen (1993, 2003 und 2009) gingen eng mit ausgeprägten Schwächephasen im Verarbeitenden Gewerbe einher. Diesmal jedoch, so ließe sich argumentieren, ist die Binnennachfrage dank der langjährig positiven Beschäftigungs- und Lohnentwicklung so stark, dass die Wirtschaft eine internationale Nachfrageflaute besser verkraften kann als in der Vergangenheit. Die schwache Weltkonjunktur träfe zwar weiterhin die exportstarke Industrie, doch darüber hinausgehende Bremseffekte blieben begrenzt. Ist eine solche relative Gelassenheit tatsächlich angebracht?"

Dieser Frage wird in der Bildstrecke oben anhand einer historischen Einordnung der aktuellen Konstellation nachgegangen werden. Relevant ist die Antwort vor allem, weil ein Abebben der großen internationalen Risiken – Brexit, Geopolitik, US-Handelskonflikte – bislang nicht zu erkennen ist. Trotzdem warnt das Institut in seinem Fazit vor Fahrlässigkeit.(hw)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen