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Kehrtwende: Allianz GI setzt wieder auf den Greenback

Nach monatelanger Dollar-Skepsis prüft Allianz Global Investors eine Rückkehr in die US-Währung. Der Nahost-Krieg stärkt den US-Dollar als sicheren Hafen – kurzfristig könnten Dollar und US-Staatsanleihen an Reiz gewinnen.

Greg Hirt, Allianz Global Investors: "Wir glauben weiterhin an die langfristige Geschichte der De-Dollarisierung und an eine langsame Abschwächung des Dollar, aber vielleicht müssen wir kurzfristig wieder zu einer neutraleren Position zurückkehren."
Greg Hirt, Allianz Global Investors: "Wir glauben weiterhin an die langfristige Geschichte der De-Dollarisierung und an eine langsame Abschwächung des Dollar, aber vielleicht müssen wir kurzfristig wieder zu einer neutraleren Position zurückkehren."© Allianz Global Investors

Eckpunkte:

  • Die Vermögensverwaltungstochter der Allianz überlegt höheres US-Dollar-Exposure
  • Zumindest kurzfristig spricht viel für den Greenback

Allianz Global Investors zieht in Erwägung, US-Dollar zu kaufen, nachdem der Vermögensverwalter monatelang gegen die US-Währung positioniert war. Hintergrund ist die Eskalation des Kriegs im Nahen Osten, die dem Dollar wieder den Status eines sicheren Hafens verleiht.

Kurzfristig gebe es "gute Gründe, den Dollar zu kaufen", sagte Greg Hirt, Chief Investment Officer Multi Asset Strategies bei Allianz GI. Der Greenback stieg zu Wochenanfang auf ein Drei-Wochen-Hoch gegenüber einem Währungskorb, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, der Angriff auf den Iran könne sich über Wochen hinziehen.

Kurzfristig neutraler positionieren
"Wir glauben weiterhin an die langfristige Geschichte der De-Dollarisierung und an eine langsame Abschwächung des Dollar, aber vielleicht müssen wir kurzfristig wieder zu einer neutraleren Position zurückkehren", sagte Hirt in einem Interview.

Seine Einschätzung markiert eine Kehrtwende gegenüber der Situation vor rund einem Jahr, als Trumps Drohungen mit aggressiven Zöllen Allianz GI dazu veranlasst hatten, stärker auf Nicht-Dollar-Anlagen zu setzen, unter anderem in Europa und in Schwellenländern. Mit dem stärksten Ölpreisanstieg seit vier Jahren habe die Iran-Krise jedoch die traditionelle Korrelation zwischen Dollar und Öl erstmals seit drei Monaten wieder ins Positive gedreht.

Dollar-Shorts stark besetzt
Wetten gegen den Dollar gelten inzwischen als stark besetzter Handel, was kurzfristig Spielraum für eine Aufwertung bietet. Die jüngsten Daten der US-Aufsichtsbehörde CFTC zeigen, dass spekulative Investoren ihre Short-Positionen im Greenback in der vergangenen Woche reduziert haben, nachdem sie diese zuvor auf den höchsten Stand seit fünf Jahren getrieben hatten.

Zugleich sei er "etwas positiver" für US-Staatsanleihen geworden, sagte Hirt, nachdem diese in der vergangenen Woche zugelegt hatten, als US-Aktien unter Druck gerieten. "Ich sage nicht, dass wir wieder da sind, wo wir zuvor waren, aber diese Entkopplung kehrt zurück", so Hirt.

Ein angespannter Energiemarkt infolge des Konflikts im Nahen Osten könnte inflationäre Effekte haben, die insbesondere die Eurozone und Japan treffen, da beide stark von Energieimporten abhängig seien, sagte Hirt. Das könne den Zinsausblick erschweren – insbesondere die Aussicht auf Straffungen in Japan. (mb/Bloomberg)

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