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Kathrein-CIO Holzer: Gibt es Alternativen zu Aktien?

Ob Investoren trotz relativ hoher Kurse Aktien halten, kaufen oder gar verkaufen sollten, thematisierte Harald Holzer, CIO der Kathrein Bank, vor Investoren in Wien. Er nannte sowohl für die Bullen-, als auch die Bärenseite jene Argumente, die Investoren jedenfalls auf der Rechnung haben sollten.

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Harald P. Holzer, Kathrein: "Es ist wichtig, bei der Allokation dynamisch zwischen Aktien und Anleihen umschichten zu können."

Redaktioneller Hinweis: Auf den beiden Folgeseiten sehen Sie zwei interessante Charts, die zeigen, ob und in wieweit Aktient teuer sind oder nicht und ob Investoren noch Aktien-Engagements halten sollen.
 
© Kathrein

Gibt es trotz des lange andauernden Bullenmarkts Alternativen zu Aktien?", unter diesem Titel stand ein Vortrag von Harald P. Holzer, Chief Investment Officer der Kathrein Privatbank, der er anlässlich der Veranstaltung „8. Kathrein Talk“ in Wien vor professionellen Marktteilnehmern hielt.

Keine Rezession, kein Bärenmarkt
Im ersten Vortragsteil ging er der Frage nach, ob der derzeitige Bullenmarkt noch intakt sei. Holzer glaubt schon, denn in der Vergangenheit wurde ein Bärenmarkt in der Regel durch eine Rezession ausgelöst. Angesichts eines steigenden BIP-Wachstums sei derzeit kein Bär zu sehen. Kursrücksetzer seien willkommene Gelegenheiten, um Aktienquoten zu erhöhen.

Holzer, der US-amerikanischen Hintergrund hat, zeigte sich entsprechend optimistisch und meinte, dass bei Aktien noch wesentlich höhere Kurse möglich seien. Denn in der Vergangenheit brachten langjährige Bullenmärkte Aktienrendite von über 20 Prozent per anno. Da dieser Prozentsatz (derzeit etwa 16,3%) noch nicht erreicht sei, könnte die ertragsreichste – aber auch gefährlichste – Phase des mittlerweile fast achtjährigen Bullenmarkts erst bevorstehen und Aktienanleger für ihr Durchhaltevermögen reich beschert werden. „Der Bullenmarkt ist noch intakt“, legte sich Holzer fest und verwies auf die bekanntlich hochwertigen Research-Daten von Kathreins Kooperationspartner Ned Davis Research aus den USA, die derzeit von keiner Rezession ausgehen.

Fallstricke beachten
Auch wenn die Ampeln weiterhin auf grün stehen, Investoren sollten einige mögliche Gefahren keinesfalls ausblenden. So gelten nicht nur der US-Dollar, sondern auch die Aktienmärkte weltweit überbewertet – zumindest im historischen Vergleich. „Die Aktienkurse sind schneller gestiegen als die Unternehmensgewinne und notieren auf Preisniveaus, die man als problematisch bezeichnen kann“, warnte der Kathrein-CIO.

Wenn man die Gewinnrenditen der Aktien auf Basis des FED-Modells mit den Renditen am Anleihenmarkt vergleicht, sieht die Sache schon wieder anders aus. Im zweiten Vortragsteil analysierte Holzer daher auf Grundlage diverser Ned-Davis-Auswertungen die Aktienmärkte sowohl im absoluten, als auch im relativen Vergleich.

Aktien sind teuer, aber im Vergleich günstig
Nach fundamentalen Kennzahlen sind Aktien im langjährigen Durchschnitt teuer, zeigen jedoch noch keine extremen Überbewertungen an. So war die Earning Yield (Kehrwert des KGV) zuletzt etwas rückläufig und entspricht einem aktuellen KGV des Weltaktienmarkts von rund 21. Die Dividendenrendite des Weltaktienindex lag per Jahresende 2016 bei rund 2,5 Prozent und damit unter dem langjährigen Durchschnitt (siehe Grafik oben der Bilderstrecke).

Wenn man allerdings die Renditeentwicklung am Rentenmarkt ins Verhältnis zu den Renditen am Aktienmarkt ins Verhältnis setzt, dann ergibt sich ein positives Signal für den Aktienmarkt (siehe die zwei interessanten Grafiken in der Bilderstrecke).

Spielverderber Mean Reversion?
Holzer zeigte sich trotz einer positiven Einschätzung seines Kooperations-Partners Ned Davis vorsichtig. Seiner Einschätzung nach sollten Investoren die Gefahr einer „Mean Reversion“, also eine Entwicklung in Richtung historischen Durchschnitt keinesfalls unterschätzen. Wenn dies eintrete, sollten Investoren besser keine Aktien halten. Leider ist es nicht absehbar, wann die Märkte drehen…

Daher sollten Investoren ihre Gelder lieber Profis anvertrauen, die im Fall des Falles schnell von der Offensive in die Defensive umschalten können. „Es ist wichtig, bei der Allokation dynamisch zwischen Aktien und Anleihen umschichten zu können“, betonte Holzer mit Verweis auf die diversen Anlagestrategien der Kathrein Bank, auf die er im letzten Teil seines Vortrages einging. (aa)

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