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Kassandra Jeff Gundlach: Aktienmärkte crashen, Gold sollte man kaufen!

Anleihen-König Jeffrey Gundlach sieht für Aktien effektiv schwarz und empfiehlt den Investoren, sich auf einen baldigen Kurseinbruch vorzubereiten. Er rät dazu, Goldbestände aufzustocken und dazu die Cash-Quote deutlich anzuheben. Beide Positionen zusammen sollen 50 Prozent des Portfolios ausmachen.

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"In den nächsten eineinhalb Jahren wird es ganz ordentlich krachen". Das sagt niemand Geringeres als der Gründer und CEO von DoubleLine Capital, Jeff Gundlach.
© Tim Zeilner

In einem Interview mit der US-Finanzplattform Real Vision moniert er, dass viele Leute ignorierten, dass der Wirtschaft in den nächsten Monaten eine ganze Reihe von Konkursen bevorstünde. "Gerade im Winter wird sich dieses Problem verschärfen", sagt Gundlach. Vor allem den US-Aktienmarkt sieht er vor schwierigen Zeiten. "Ich glaube, die USA werden der Markt sein, der am schlechtesten performt", so Gundlach. 

Vier Assetklassen mit identer Viertel-Gewichtung empfohlen
Der "Anleihenkönig" rät Anlegern daher, sich auf einen baldigen Rücksetzer an den Aktienmärkten vorzubereiten und Umschichtungen im Portfolio vorzunehmen. "Ich denke, es ist derzeit nicht verkehrt, 25 Prozent des Depots in Gold zu halten." Ebenso sei eine Cash-Quote von 25 Prozent derzeit ratsam. Gundlach rät zudem, jeweils weitere 25 Prozent in Aktien und in Bonds zu halten.

Gundlach sieht am Ende des Tunnels tolle Einstiegskurse bei Aktien
Laut Gundlach wird sich in den nächsten Jahren eine der seltenen Gelegenheiten ergeben,  Aktien so richtig abstauben zu können", also wirklich günstige Einstiegsgelegenheiten vorzufinden. Investoren sollten vorbereitet sein, denn es gelte: "The trade is to wait for that trade". 

Bekannter Schwarzmaler bezüglich Aktien
Gundlach hat ein Crash-Propheten-Image. Als Manager eines riesigen Bondfonds ist ihm ein gewisses Interesse an fallenden Aktien-Kursen wohl nicht abzusprechen. Schon 2016 meinte er, man solle verkaufen, doch seither ging es mit den S&P 500 Aktien um fünfzehn Prozent im Durchschnitt nordwärts, ander Nasdaq war es gar das Doppelte. Im April 2020 wiederum meinte Gundlach, die März-Tiefs seien noch keine Boden, von dem es wieder aufwärts gehen sollte. Vielmehr fühlte er sich an 1929 erinnert. 

Ansagen: Aktien runter, Bitcoin angezweifelt, schwacher Dollar erwartet
In seinem letzten Interview ließ Jeff Gundlach mit folgenden Äußerungen aufhorchen:

1. "Bewertungen spielen in einem wirklichen, brutalen Bärenmarkt absolut keine Rolle. Man sieht Preise, die man kaum glauben kann."

2. "Ich bin derzeit Dollar long, obwohl ich so gar nicht an ihn glaube. Aber er ist ein gutes Investment in den nächsten fünf Jahren." Langfristig ist Gundlach jedoch sehr, sehr negativ für den Greenback, wie er hinzufügte, und zwar wegen des ausufernden Budgetdefizits sowie die Aussicht auf höhere Inflation. Gegen den Dollar zu wetten, sei der größte Trade in den kommenden Jahren.

3. "Wenn ich für viele Generationen nach mir investieren wollte, dann bin ich positiv gegenüber bestimmten Immobilien-Investments eingestellt, und auch bestimmte Ressourcen-Investment würden wohl zu den Gewinnern zählen. Doch wer hat schon so einen langen Anlagehorizont?" Das antwortete Gundlach auf die Frage, wie sich Fondsmanager aufstellen sollten, um die niedrigeren Risiken eine langfristigen Investmenthorizonts angesichts der Ungeduld von Investoren auszubalancieren.

4. "Wenn Sie Aktien besitzen wollen, sollten Sie jene sechs Big Tech-Aktien wie Apple und Amazon kaufen, dabei aber immer den Finger am roten Knopf haben, denn es wir dort ein Blutbad geben". Doch das sei die die einzige Chance, um Geld zu verdienen. Ohne diese Aktien werde es nicht gehen.  

5. "Die Aktie, die mich ganz verrückt macht, ist Chipotle. Ich kann ganz einfach nicht verstehen, warum sie sich in den letzten sechs Monaten verdreifacht hat. Liegt nicht ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis bei um 150x? Das sind eine Menge Tacos....."

6. "In den nächsten 18 Monaten wird es an den Börsen kräftig nach unten gehen. Wenn der nächste Meltdown kommt, denke ich, werden die USA der am schlechtesten performende Markt sein." Damit sagt Gundlach einen Aktienmarkt-Crash voraus, der sich durch einen schwachen Dollar noch zusätzlich verschlimmern würde. 

7. "Es ist schon komisch, wie die Leute über die Modern Monetary Theory oder das universelle Grundeinkommen als eine verrückte Idee sprechen. Wir tun das seit den 1960ern. Was glauben sie denn, was der Wohlfahrtsstaat ist? Er entspricht dem universellen Grundeinkommen für einen Tell der Bevölkerung. Probleme hat es nicht gelöst. In meinen Augen macht es alles nur noch viel schlimmer."

8. "Ich glaube nicht an Bitcoin. Ich glaube, es ist eine Lüge. Der Handel ist verfolgbar und wird verfolgt. Ich glaube nicht, dass die Transaktionen anonym sind." Später führte Gundlach an, er sei überhaupt kein Bitcoin-Hasser.

9. "Ich ziehe Dinge vor, die ich im Kofferraum meines Wagens verstauen kannn. Ein Mondiran an der Wand ist mir lieber als ein digitaler Eintrag, der denselben Wert hat." Gundlach schätzt reale Werte offensichtich mehr als digitale. 

10. "Wenn es mit der Achterbahn bergab an den Börsen geht, ist es eine angenehmere  Erfahrung, wenn man nicht in der ersten Reihe sitzt." Gundlachs Erklärung, warum er solch einen vorsichtigen Investmentansatz in Antizipation des Crashes verfolgt. (kb)

 

 

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