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Riesen-Pensionsfonds will in Emerging Markets umschichten

Das Canada Pension Plan Investment Board will bis 2025 bis zu einem Drittel des verwalteten Kapitals in Schwellenländer investieren, der Fokus liegt dabei auf Indien.

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© SNEHIT / stock.adobe.com

Bis zur Finanzkrise des Jahres 2008 waren viele Marktteilnehmer davon überzeugt, dass man mit Investments in aufstrebenden Volkswirtschaften mehr verdienen könne als in den etablierten Märkten, entsprechend stark legten die Indizes zwischen 2003 und 2007 zu. Der Goldman-Sachs-Ökonom Jim O’Neill legte 2001 mit dem Akronym BRIC (Brasilien, Russland, Indien, China) sogar den Grundstein für eine eigene Fondskategorie, die von vielen Anbietern in Form entsprechender Produkte angeboten wurde. Ab Mitte 2007 setzte dann allerdings eine Phase ein, die den Anlegern, die auf diesen Zug aufgesprungen waren, bis heute viel Geduld abverlangt. In der letzten Dekade entwickelten sich breite Emerging-Market-Aktienfonds deutlich schwächer als der Weltaktienindex MSCI.  

Antizyklisches Investment
Die Ankündigung des 434 Milliarden kanadische Dollar (rd. 300 Mrd. EUR) verwaltenden Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB), bis 2025 bis zu einem Drittel seines Kapital in Schwellenländer investieren zu wollen, ist daher bemerkenswert.

Wie der US-Nachrichtensender CNBC berichtet, will die Altersvorsorgeeinrichtung dabei einen Schwerpunkt auf Indien legen, weiters sollen Großchina und Südkorea prominent gewichtet werden. Suyi Kim, die Leiterin von CPPIB für den Asien-Pazifik-Raum, erklärte gegenüber dem Sender, dass bei den Indien-Investments Anlageklassen wie Infrastruktur, Immobilien, Aktien, Fonds sowie Kredite berücksichtigt werden sollen. CPPIB hat ein eigenes Büro in Indien und verfügt bereits heute über Beteiligungen an einer Bank sowie einem Fonds.

Wachstumsschwäche nutzen
Dass Indien im Zentrum der geplanten Emerging-Market-Investitionen der Kanadier steht, hat auch damit zu tun, dass sich die Wirtschaftsdaten zuletzt enttäuschend entwickelten. Bereits 2019 fiel die Wachstumsrate unter fünf Prozent und damit auf den schwächsten Wert seit 2013, zuletzt geriet das Land aufgrund der Pandemie zusätzlich unter Druck. Suyi Kim erklärte gegenüber CNBC, dass die anhaltenden Kreditprobleme in der Finanzdienstleistungsbranche, die durch die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft noch verschärft wurden, auch interessante Investitionsmöglichkeiten bieten.

Die Entscheidung der Kanadier verstärkt in Schwellenländer zu investieren ist nicht zuletzt aufgrund der historischen Anlageergebnisse des Fonds interessant, über die letzten fünf Jahre liegt das annualisierte Ergebnis bei 8,9 Prozent, über zehn Jahre sogar bei 10,7 Prozent. (gf)

 

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