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Kampf gegen die Abholzung: Ethos legt Erwartungen an Konzerne dar

Ethos hat internationale Best Practices im Kampf gegen die Abholzung ermittelt und in einem kürzlich veröffentlichten Engagement Paper zusammengefasst.

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"Da die Abholzung erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt hat und geeignete Maßnahmen vonseiten der Unternehmen fehlen, bleibt dies ein zentrales Thema für nachhaltige Anleger", erklärt Vincent Kaufmann (Bild), Direktor von Ethos. "Als Aktionärsvertreter möchten wir den Dialog mit Unternehmen aufnehmen, die entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette tätig sind, und ihre Fortschritte überprüfen. Diese Unternehmen müssen unverzüglich umfassende und konsequente Strategien zur Bekämpfung der Abholzung festlegen und die nötigen Mittel zur Umsetzung bereitstellen." 
© Ethos Stiftung

Im Namen der 71 Mitglieder ihres internationalen Dialogprogramms wird Ethos zunächst den Dialog mit sieben multinationalen Unternehmen aufnehmen, die diesem Risiko besonders ausgesetzt sind, und wird sie ermutigen, konkrete und messbare Massnahmen zu ergreifen, um die Zerstörung von Wäldern zu verhindern. 

Fläche Islands Jahr für Jahr gerodet
Jedes Jahr werden Millionen Hektar Wald zerstört, um als Weideland, landwirtschaftliche Anbauflächen oder für den Bergbau genutzt zu werden. Laut Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen wurden zwischen 2015 und 2020 jährlich rund zehn Millionen Hektar Wald gerodet, was der Fläche Islands entspricht. Der Verlust von Wald ist für ungefähr 15 Prozent der jährlichen weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und stellt eine Gefahr für die Biodiversität und die Ökosysteme des Planeten dar. Für Unternehmen, die direkt oder indirekt an der Zerstörung von Wäldern beteiligt sind, kann dies zu einem Finanz- und Reputationsrisiko werden. 

Konkrete und messbare Ziele eingefordert
Die Ethos Stiftung, die sich für nachhaltige Anlagen einsetzt, ist überzeugt, dass die betroffenen Unternehmen jetzt handeln und Massnahmen zur Verhinderung der Abholzung treffen müssen. Im Rahmen ihres internationalen Aktionärsdialogs – dem Ethos Engagement Pool International (EEP International) – veröffentlichte Ethos vor kurzem ein Engagement Paper zum Thema Abholzung. Das Dokument umreißt die sechs Erwartungen, welche Ethos gegenüber den Unternehmen hat.

Sechs Erwartungen formuliert
- Einführung einer «No Deforestation» Strategie 
- Verpflichtung zur vollständigen Rückverfolgbarkeit der Lieferkette 
- Einführung eines Überwachungs- und Überprüfungssystems, einschließlich eines Beschwerdemechanismus 
- Dialog mit den Anspruchsgruppen und Engagement für ein Verhindern der Abholzung 
- Unterstützung eines freiwilligen Nachhaltigkeitslabels 
- Veröffentlichung eines Berichts zur Umsetzung der Strategie und der Verpflichtung zur Rückverfolgbarkeit

Sieben in einem ersten Schritt anvisierte Unternehmen 
Vorerst konzentriert sich diese neue Kampagne des Aktionärsdialogs, die Ethos im Namen der 71 Mitglieder des EEP International - mit einem verwalteten Gesamtvermögen von 212 Milliarden Schweizer Franken - führt, auf sieben multinationale Unternehmen, die entlang der Rindfleisch- und Sojawertschöpfungskette tätig und mit dem Problem der Abholzung besonders stark konfrontiert sind: Ahold Delhaize, Archer Daniels Midland, BRF Brasil Foods, Bunge, Carrefour, J Sainsbury und JBS. In einem zweiten Schritt könnten auch andere Produzenten, Handelsunternehmen und Einzelhändler von landwirtschaftlichen Produkten anvisiert werden. (kb)

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