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Jupiters Ariel Bezalel warnt vor höheren Zahlungsausfällen

Ariel Bezalel, Head of Strategy, Fixed Income bei Jupiter und Fondsmanager des Jupiter Dynamic Bond SICAV, zeigt die derzeit größten Gefahren für Renteninvestoren auf und erklärt, wo er trotz des immer gefährlicheren Zinsumfelds noch interessante Renditen im Bereich Fixed Income findet.

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Ariel Bezalel, Jupiter: „Da die Bewertungen der meisten Risikoaktiva wie Unternehmensanleihen und Aktien auf Rekordhöhen liegen, könnte 2018 für Investoren ein herausforderndes und volatiles Jahr werden.“
© LuxundBlumen_Marlene Fröhlich

Investoren sollten derzeit hellwach sein. Denn die Fed, aber auch andere Notenbanken versuchen vor dem Hintergrund hoher Bewertungen in fast allen Assetklassen ihre Geldpolitik zu verschärfen. „Für einen globalen Anleiheinvestor ist die Auflösung des größten geldpolitischen Experiments der Geschichte verbunden mit Zinserhöhungen ein signifikantes Risiko - vor allem in diesem späten Stadium des Konjunkturzyklus. Bis heute kam es in den letzten zehn Jahren zu Zentralbankkäufen im Umfang von unglaublichen 15 Billionen Dollar. Dieser Impuls ist unserer Meinung nach der wichtigste Treiber für Risikoaktiva seit der Finanzkrise“, schreibt Ariel Bezalel von Jupiter Asset Management in einer aktuellen Einschätzung des Rentenmarkts.

Warnzeichen häufen sich
Bezalel weist darauf hin, dass in letzten Jahr an den Anleihemärkten einige markante Warnsignale für potenzielle Vermögensblasen zu beobachten waren. Dazu zählen zum einen europäische Hochzinsanleihen, die zum ersten Mal in der Geschichte zu gleichen Renditen wie US-Treasuries gehandelt wurden. Zum anderen verkaufte Argentinien überzeichnete hundertjährige Anleihen, obwohl es sich dabei um einen seriellen Zahlungsausfall handelte.

Zudem flachte die US-Zinskurve trotz eines verbesserten BIP-Wachstums ab, was normalerweise eher als Zeichen einer Verlangsamung gilt. Dies werfe laut Einschätzung Bezalels die Frage auf, ob die Zinskurve auch verzerrt sei. Nun wären die Fed und andere Zentralbanken auf der ganzen Welt im Begriff, die mit Liquidität gefüllte sprichwörtliche „Punschschüssel“ wieder zu entfernen. „Da die Bewertungen der meisten Risikoaktiva wie Unternehmensanleihen und Aktien auf Rekordhöhen liegen, könnte 2018 für Investoren ein herausforderndes und volatiles Jahr werden“, warnt Bezalel.

Mindestens drei Gründe sprechen für niedrige Inflation und Zinsen
Die Begründung der Fed, mit der Normalisierung der Zinsen zu beginnen, gehe auf die temporär schwache Inflation zurück. „Mein Team und ich gehen jedoch davon aus, dass der Abwärtsdruck auf die Inflation die Weltwirtschaft weiterhin heimsuchen wird“, erklärt Bezalel. Er und sein Team vertreten die Meinung, dass langfristige Trends wie die Überalterung der Bevölkerung, eine übermäßige, weltweite Verschuldung und die durch die Technologie verursachten Disruptionen allesamt Faktoren seien, die das Wirtschaftswachstum und die Inflation länger beherrschen würden, als allgemein angenommen werde.

Im Gegenzug dürften diese langfristigen Strukturprobleme die Anleiherenditen noch für einige Zeit im Zaum halten. „Aus unserer Sicht zeigt der US-amerikanische Unternehmensanleihemarkt immer deutlicher spätzyklische Merkmale. Zahlungsausfälle im Bereich der Kreditkartenschulden sind gestiegen und die Kreditfinanzierungen für Autos gehen zurück“, weist Bezalel hin. Zudem gab es eine massive Verschlechterung in der Qualität der Anleiheverträge von High Yield-Emittenten in den USA, was eine große Verschiebung vom Kreditgeber hin zum Kreditnehmer darstellt. Tatsächlich würden zuletzt in den USA etwa drei Viertel der Leveraged Loans mit sehr geringem Covenant-Schutz ausgegeben.

Wo gibt es noch interessante Renditen?
Angesichts der Risiken im Markt hält es Bezalel zunächst für ratsam, vorsichtig vorzugehen. Er hat mit seinem Team die Anleihequalität in den Portfolios erhöht und das High Yield Exposure reduziert. „Während wir derzeit qualitativ hochwertige Staatsanleihen der Industrieländer wie US-Treasuries bevorzugen, sehen wir auch einige Lichtblicke bei Schwellenländeranleihen.“

Indien sei eines der wenigen Länder, von dem Bezalel überzeugt ist und wo ein erhöhtes Risiko gerechtfertigt erscheint. Die Renditen von indischen Staats- und Unternehmensanleihen seien attraktiv und trotz kurzfristiger Währungsschwäche erwartet Bezalel, dass sich die Rupie bei anziehender Wirtschaftstätigkeit, nach weiteren Reformen und sinkenden indischen Zinsen wieder festigen wird.

„Wir haben zudem Geld in Anleihen investiert, die als eine Art Bargeldersatz fungieren (Cash Proxies) und von denen wir überzeugt sind, dass sie potentiell bessere Renditen erzielen können, ohne das investierte Kapital einem unangemessenen Risiko auszusetzen. Schließlich sind wir in verschiedene Sondersituationen investiert, von denen wir der Ansicht sind, dass sie von den kurzfristigen und kapitalbringenden Ereignissen profitieren werden. In diesem fortgeschrittenen Stadium des Kreditzyklus sind dies die richtigen Strategien für 2018“, erklärt Bezalel abschließend. (aa)


Jupiter hält am 11. Institutional Money Kongress Ende Februar 2018 in Frankfurt sowohl einen Workshop, als auch ein Gruppengespräch zu Credits.

Der von Lee Manzi gehaltene Workshop geht auf Aussichten von Wandelanleihen in Zeiten steigender Zinsen ein.

Im Gruppengespräch diskutiert Jupiters Alejandro Arevalo mit Marc Bauer von der SV SparkassenVersicherung Holding, wie über Schwellenländeranleihen stabile Erträge erzielt werden können.

Eine Anmeldung zum Kongress ist nachfolgend möglich:

 

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