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Jupiter über das Saudi Aramco-IPO: Ist die Aktie zu teuer?

Saudi Aramco steht kurz vor seinem Gang auf das Börsenparkett und wird das größte börsennotierte Unternehmen der Welt werden. Investoren sollten sich daher spätestens jetzt mit dieser Ölfirma auseinandersetzen. Vor allem die fundamentale Bewertung sorgt bei Fondsmanagern für Stirnrunzeln.

Ross Teverson, Head of Strategy, Emerging Markets, bei Jupiter Asset Management
Ross Teverson, Jupiter Asset Management: "Wir gehen von einer signifikanten inländischen Nachfrage aus."
© Jupiter AM

Ab 17. November 2019 wird es spannend: Denn Saudi Aramco geht nach vielen Verzögerungen endlich an die Börse, die Zeichnungsphase für die Aktien beginnt. Die Zeichnungsfrist für institutionelle Investoren geht bis zum 4. Dezember 2019. Es soll das weltweit größte börsennotierte Unternehmen werden, basierend auf der geschätzten Bewertungsspanne von 1,6 bis 1,8 Billionen US-Dollar, schreibt Ross Teverson, Head of Strategy, Emerging Markets, bei Jupiter Asset Management, in einer aktuellen Einschätzung.

Ein Titan in der Erdölindustrie
Die Zahlen des Ölkonzerns sind Teverson zufolge bemerkenswert: So deckt das arabische Unternehmen nicht nur zwölf Prozent des weltweiten Öl- und fünf Prozent des weltweiten täglichen Energiebedarfs, sondern bietet Erdöl auch sehr günstig an, mit Förderkosten von 2,80 US-Dollar pro Barrel. Aramcos Reserven reichen noch 52 Jahre, wobei sich diese nach Einschätzung einiger Analysten verdoppeln könnten, sollten sich Ölförderungsmaßnahmen verbessern und die Exploration steigen. Der Reingewinn im vergangenen Jahr betrug 111 Milliarden US-Dollar, 75 Milliarden US-Dollar wurden für Dividenden beiseitegelegt.

Risiken drohen
„So eindrucksvoll diese Zahlen sind, so groß sind die damit verbundenen Risiken“, warnt Teverson. Vor allem die amerikanische Schieferölbranche sowie ein sich wandelnder Energiemix bedrohten die Ölpreise. Ein Grund für die niedrigen Kosten von Aramco sei, dass seine Einrichtungsstandorte nahe beieinander liegen; gleichzeitig sind sie aber auch anfälliger für Störungen und Sabotage, wie jüngst zu sehen war, als die Einrichtungen in Abqaiq und Khurais im September angegriffen wurden. Hinzu komme das fiskalische Risiko einer Investition in ein autokratisches Regime: Während der Steuersatz für das Unternehmen gesenkt wurde, um potenzielle Aktionäre anzulocken, könnte er in Zukunft natürlich wieder angehoben werden.

„Wir gehen von einer signifikanten inländischen Nachfrage aus, und da der Streubesitz voraussichtlich nur zwischen ein und zwei Prozent liegen wird, dürfte dies aufgrund der überbordenden Größe des Unternehmens ein Emissionsvolumen von zwischen 16 und 36 Milliarden US-Dollar bedeuten“, prognostiziert Teverson.

Russische Öltitel sind wesentlich billiger
Teverson merkt aber auch an, dass die Bewertungsmultiplikatoren mehr als doppelt so hoch sind wie die der russischen Wettbewerber, die ebenfalls niedrige Förderkosten und Reserven in hinreichender Menge vorweisen können. „Obwohl wir der Meinung sind, dass Aramco seinen Börsengang erfolgreich abschließen wird, wird die Aktie wahrscheinlich sehr hoch bewertet und mit Risiken behaftet sein“, warnt Teverson abschließend. (aa)

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