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Julius Bär: Welches Edelmetall performt besser – Gold oder Silber?

Der Head Next Generation Research bei Julius Bär geht der Frage nach, ob Investoren auf der Long-Seite des Marktes derzeit besser auf Gold oder Silber setzen sollten und kommt zu einer klaren Empfehlung.

Carsten Menke, Julius Bär: "Unserer Ansicht nach sind die Argumente für Gold nach wie vor klarer als die für Silber."
Carsten Menke, Julius Bär: "Unserer Ansicht nach sind die Argumente für Gold nach wie vor klarer als die für Silber."© Julius Bär

Eckpunkte:

  • Falkenhafte Rede von Kevin Warsh in Jackson Hole belastete zuletzt die Kurse der Edelmetalle
  • Der Julius Bär-Stratege ist weiterhin bullisch für Gold, bei Silber jedoch marktneutral eingestellt

Enttäuschung für Gold- und Silberbullen
Kevin Warsh enttäuschte am Freitag die hochgesteckten Erwartungen des Edelmetallmarktes. Die Gold- und Silberpreise brachen nach seiner Rede auf dem Zentralbankertreffen in Jackson Hole ein. Doch die fundamentalen Rahmenbedingungen für beide Metalle sind unverändert, meint Carsten Menke, Head Next Generation Research bei Julius Bär, in einer aktuellen Markteinschätzung.

Der Fed-Chair bekräftigte in Jackson Hole das Risiko eines anhaltenden Inflationsdrucks sowie die Möglichkeit einer Zinserhöhung, und enttäuschte die Erwartungen vieler Gold Bugs. Die Edelmetallpreise brachen nach seiner Rede ein. Gold und Silber fielen gegenüber ihren Tageshöchstständen um bis zu vier Prozent bzw. sieben Prozent. "Dies zeigt zwar einmal mehr, wie stark sich die Märkte derzeit auf die Aussichten für das US-Wachstum und die US-Geldpolitik konzentrieren, allerdings sehen wir in Warshs Rede keine grundlegende Veränderung", erklärt Menke.

Julius Bär erwartet keine US-Zinserhöhung
Die Experten von Julius Bär erwarten weiterhin hingegen keine Zinserhöhung durch die Fed, da der Inflationsdruck weiter nachlassen dürfte. Abgesehen von kurzfristigen und vorwiegend stimmungsgetriebenen Kursschwankungen sind Klarheit und Überzeugung hinsichtlich der US-Geldpolitik entscheidend für die längerfristige Nachfrage der Anleger nach Gold und Silber.

Gleichzeitig sind die Sorgen um die US-Schuldenlast und die Zinslast wieder stärker in den Vordergrund gerückt, was den Edelmetallen Auftrieb verleiht.

Gold aussichtsreicher als Silber
"Unserer Ansicht nach sind die Argumente für Gold nach wie vor klarer als die für Silber", betont Menke. Gold profitiert von den Käufen der Zentralbanken als starker struktureller Nachfragefaktor, den Silber nicht für sich beanspruchen kann.

Im Gegensatz dazu spürt Silber laut Einschätzung Menkes nach wie vor die Nachwirkungen des spekulationsgetriebenen Rausches, was Anleger dazu veranlassen könnte, sich zurückzuhalten, nachdem viele von ihnen hohe Verluste erlitten haben.

Menke und seine Kollegen rechnen zudem mit einem Rückgang der industriellen Silbernachfrage. Eine Umstellung auf kostengünstigere Alternativen wie Aluminium und Kupfer hat begonnen, und die Wachstumsaussichten für chinesische Solarmodulhersteller, die die größten industriellen Silberverbraucher sind, sind rückläufig.

Long-Position im Gold-Silber-Verhältnis
"Wir bekräftigen daher unsere konstruktive Einschätzung für Gold. Gleichzeitig bleiben wir bei Silber neutral und halten an unserer Long-Position im Gold-Silber-Verhältnis fest. Die Volatilität dürfte hoch bleiben, was auf Überraschungen bei den US-Konjunkturdaten und die Tatsache zurückzuführen ist, dass die Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden deutlich weniger Forward Guidance gibt", erklärt Menke abschließend. (aa)

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