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Julius Bär: Inwieweit Gold und Silber wieder Aufwärtspotenzial haben

Bei Gold und Silber warten derzeit viele Investoren auf die weiteren Entwicklungen bei den US-Zinsen und wie sich der US-Dollar entwickelt. Auf mittlere Sicht sollte der Goldpreis steigen. Bei Silber sind die Aussichten weniger glänzend. Das ist einer Analyse von Julius Bär zu entnehmen.

Carsten Menke, Julius Bär: "Die Investitionsnachfrage dürfte wieder anziehen, insbesondere bei Gold, sobald wieder Klarheit und Zuversicht hinsichtlich der US-Geldpolitik herrschen."
Carsten Menke, Julius Bär: "Die Investitionsnachfrage dürfte wieder anziehen, insbesondere bei Gold, sobald wieder Klarheit und Zuversicht hinsichtlich der US-Geldpolitik herrschen."© Julius Bär

Eckpunkte:

  • Gold- und Silbermärkte warten gespannt, ob die Fed die Zinsen anhebt
  • Gold dürfte mittelfristig verlorenen Boden wieder gutmachen
  • Bei Silber ist die Lage aufgrund der hohen Spekulation zu Jahresanfang hingegen weniger eindeutig

Unterstützt durch einen schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht in der vergangenen Woche haben die Gold- und Silbermärkte in den letzten Tagen etwas an Boden zurückgewonnen. Diese zaghafte Erholung sowie der vorangegangene Rückgang sind laut Carsten Menke, Head Next Generation Research bei Julius Bär, das Ergebnis veränderter Erwartungen hinsichtlich der US-Geldpolitik. "Das Einzige, was die Gold- und Silbermärkte derzeit interessiert, ist die Frage, ob die US-Notenbank die Zinsen anheben wird oder nicht."

Klassische Korrelationen im Fokus
Für Menke klingt es einfach - die Aussichten für die US-Geldpolitik seien für Investoren aus der westlichen Welt von entscheidender Bedeutung: "Historisch gesehen verlief der Handel mit physisch gedeckten Produkten – für uns der beste Indikator für die Investitionsnachfrage in der westlichen Welt – parallel zur Entwicklung der US-Zinsen und des US-Dollars. Steigende Zinsen und ein stärkerer Dollar führten zu Verkäufen, sinkende Zinsen und ein schwächerer Dollar führten zu Käufen."

Argumente für einen wieder steigenden Goldpreis
Nach Einschätzung von Julius Bär bleibt die US-Geldpolitik vorerst unverändert: Erwartet wird keine Zinserhöhung durch die Fed, da der Inflationsdruck sich zumindest teilweise als vorübergehend erweisen dürfte. Zudem sieht Julius Bär weiterhin Spielraum für eine Abschwächung des US-Dollars, wenn auch nicht in demselben Ausmaß wie zuvor. Die Investitionsnachfrage dürfte wieder anziehen, insbesondere bei Gold, sobald wieder Klarheit und Zuversicht hinsichtlich der US-Geldpolitik herrschen.

Silber: Noch immer Kater nach dem Spekulationsrausch
Bei Silber ist die Lage Menke zufolge weniger eindeutig, da es noch immer unter den Nachwirkungen des spekulationsgetriebenen Rausches leidet, was Investoren dazu veranlassen dürfte, sich vorerst zurückzuhalten.

Julius Bär rechnet zudem damit, dass die industrielle Silbernachfrage zu kämpfen haben wird. Eine Umstellung auf kostengünstigere Alternativen wie Aluminium und Kupfer habe begonnen, und die Wachstumsaussichten für chinesische Solarmodulhersteller – die größten industriellen Silberverbraucher – seien gesunken.

Zentralbankkäufe geben Gold mehr Fantasie als Silber
Gold hingegen dürfte durch Zentralbankkäufe gestützt werden, die Julius Bär nach wie vor als die stärkste strukturelle Kraft am Markt ansieht. "Allerdings ist bereits viel Schaden entstanden, und es wird wahrscheinlich einige Zeit dauern, bis der Markt wieder Fuß fasst. Rekordhochs bleiben vorerst außer Reichweite, doch wir gehen davon aus, dass die Preise langfristig das verlorene Terrain wieder gutmachen werden, und bekräftigen daher unsere konstruktive Einschätzung für Gold. Wir bleiben neutral für Silber und halten an unserer Long-Position im Gold-Silber-Verhältnis fest", prognostiziert Menke abschließend. (aa)

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