Julius Bär: Gute Nachrichten für Euroland und Japan
Jüngst veröffentlichte Konjunkturumfragen deuten auf eine robuste wirtschaftliche Dynamik in der Eurzone und Japan hin, beobachtet David Kohl, Chief Economist bei Julius Bär.

Eckpunkte:
- Gute Zahlen von der Konjunktur-Front untermauern die gestiegenen Aktienkurse, könnten aber auch Leitzinserhöhungen wahrscheinlicher machen
- Das gilt für die Eurozone, aber auch für das Land der aufgehenden Sonne
Robuste wirtschaftliche Entwicklung
Kürzlich veröffentlichte Daten aus Unternehmensumfragen deuten auf eine anhaltende Phase robuster Konjunktur in Europa und Japan hin, berichtet David Kohl, Chief Economist bei Julius Bär, in einer aktuellen Kurzeinschätzung
Der S&P Global Eurozone Composite PMI (Einkaufsmanagerindex) lag bei 52,1 und damit deutlich über der Schwelle von 50, die Wachstum von Schrumpfung trennt. Dieses Ergebnis entspricht in etwa dem des Vormonats. Insbesondere die Industriekonjunktur gewann an Stärke, während der Dienstleistungssektor in den beiden größten Volkswirtschaften Europas, Deutschland und Frankreich, unter der Hitze litt, die in einigen Regionen zu einem Nachfragerückgang führte.
Der deutliche Anstieg der Industrieaktivität in Deutschland deutet laut Kohl darauf hin, dass die Erholung an Fahrt gewinnt und das Potenzial für ein robustes BIP-Wachstum im dritten Quartal besteht.
Auswirkungen auf die Zinspolitik der EZB
"Vor dem Hintergrund dieses stärkeren Wachstums in Europa hat das Vertrauen in eine weitere Zinserhöhung durch die EZB bei ihrer Sitzung im September weiter zugenommen. Der in der PMI-Umfrage vom August gemeldete nachlassende Preisdruck sowie die in einer separaten Datenveröffentlichung gemeldete Abschwächung der ausgehandelten Löhne machen jedoch weitere Zinserhöhungen über die EZB-Sitzung im September hinaus weniger wahrscheinlich"
Wirtschaftliches Umfeld spricht für Zinserhöhungen in Japan
Die PMI-Umfrage für Japan zeigte eine robuste Industriekonjunktur und eine gute Wachstumsdynamik im Dienstleistungssektor. Zwar hat sich der Preisdruck in Japan abgeschwächt, doch sind steigende Preise nach wie vor häufiger zu beobachten als in Europa. Das solide Wachstum und der anhaltend hohe Preisdruck verstärken die Notwendigkeit für die Bank of Japan, ihren geldpolitischen Kurs weiter zu normalisieren.
"Wir gehen davon aus, dass die Bank of Japan ihren Leitzins bei ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung im September um 0,25 Prozent von seinem derzeitigen, Niveau von 1,0 Prozent anheben und den Leitzins bis Mitte 2027 schrittweise auf ein weitgehend neutrales Niveau von 1,75 Prozent erhöhen wird", prognostiziert Kohl abschließend. (aa)

