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J.P. Morgan: "Steigende Renditen können Aktien anschieben!"

Viele Kunden von J.P. Morgan sind besorgt, dass der Anstieg der Anleiherenditen die Börsenrallye gefährdet. Für den Broker und eine Reihe von wichtigen Fondsgesellschaften ist die Entwicklung jedoch eher ein Segen.

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© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Der Kursrückgang bei den festverzinslichen Wertpapieren in diesem Monat schürte Besorgnis bezüglich möglicher Risiken für die Aktienmarkt-Hausse. Bisher hat der Aktienmarkt den Unkenrufen getrotzt, und der Auslöser für den Renditesprung - der verbesserte Konjunkturoptimismus - hat Größen wie Eaton Vance Management und Fidelity International beruhigt, dass die Rallye weiterlaufen kann.

Bis dato im September werden steigende Zinsen nicht als Bedrohung wahrgenommen
Das zeigt die folgende Grafik, die die generische zehnjährige US-Treasury-Rendite mit der Entwicklung des S&P 500 Index vergleicht:

Umschichtung in zyklische Branchen
Die Flucht aus sicheren Häfen und überfüllten Bond-Proxies (wie defensive Aktien) löste eine Umschichtung in konjunktursensiblere Aktiensektoren aus. Die Ausweitung der Aufwärtsbewegung auf Substanzwerte und zyklische Aktien wird die Rallye unterstützen, schrieb J.P. Morgan in einer Notiz an Kunden, aus der Bloomberg News zitiert. In den letzten zehn Jahren seien die Aktien jedes Mal gestiegen, wenn die Anleiherenditen um mindestens 50 Basispunkte zugelegt haben, sie kletterten im Durchschnitt um sechs Prozent.

Ursache für den Stimmungswandel
Dieser erklärt auch die gelassene Reaktion des Aktienmarktes auf den Ausverkauf am Rentenmarkt. Der Renditeanstieg geschah angesichts des Optimismus, dass die Handelsgespräche zwischen den USA und China fortgesetzt werden. Das lieferte ein positives Signal für das Wirtschaftswachstum und damit auch für Aktien.

Verringerte Signalwirkung des Rentenmarktes
“Die Staatsanleiherenditen haben für Aktieninvestoren weniger Signalwirkung als früher”, sagte Eddie Perkin, Leiter Aktienanlagen bei Eaton Vance Management, im Bloomber Talk. “Wenn die Anleiherenditen aufgrund des Konjunkturoptimismus steigen, sollte dies für Aktien von Vorteil sein, zumal in letzter Zeit viele Rezessionsängste an den Aktienmärkten eingepreist wurden.”

Historischer Abschlag
Europäische Value-Aktien handeln im Vergleich zu Growth nahe des Rekordtiefs

Wenn die Renditen weiterhin rapide steigen oder das Wirtschaftsbild übermäßig rosig wird - was Spekulationen über ein Ende der Leitzinssenkungen der Zentralbank anheizen würde -, könnte die Lage für die Aktien “beängstigend“ werden, sagt John Roe von Legal & General. Aber das erscheine ihm unwahrscheinlich, fügte er hinzu.

In Aktien nur schwach investierte Investoren gibt bullishes Signal
Die moderate Positionierung der Anleger in Aktien unterstützt ebenfalls die Bullen. Obwohl der MSCI World Index im Jahr 2019 eine Rendite von 17 Prozent verzeichnete, zogen Anleger 198 Milliarden US-Dollar aus weltweiten Aktien ab, während 342 Milliarden US-Dollar in Anleihen flossen. Wegen der Besorgnis über die Handelskonflikte flüchteten Händler in sichere Häfen.

Anleiheausverkauf
Die Bewegung bei den Anleiherenditen ist in diesem Jahr zu weit gegangen, da wir keine Rezession erwarten”, sagte Nick Peters, ein Multi-Asset-Portfoliomanager bei Fidelity International, der rund 413 Milliarden US-Dollar verwaltet und Aktien bevorzugt. “Infolgedessen könnten wir einen Ausverkauf bei den Anleihen sehen, ohne dass sich dies kurzfristig auf die Aktien auswirkt.”

Aktien reagieren in der Regel auf starke Bewegungen bei den Anleihe
Das war zuletzt im vergangenen Monat zu beobachten, als die Inversion der Zinsstrukturkurve einen Rückzug aus risikoreicheren Vermögenswerten auslöste. Die Korrelation zwischen Anleihen und Aktien bleibt jedoch “entschieden” negativ, und höhere Renditen dürften laut JPMorgan für die Aktien kein Problem darstellen. “Höhere Renditen gehen in der Regel mit einer Verbesserung der Inflations- und Wachstumsaussichten einher”, sagen JPMorgan-Strategen um Mislav Matejka. “Das ist in der Regel eine gute Mischung für Aktien.”

Angestoßene Aktienrotation?
Dies schafft ein Umfeld für eine Aktienrotation weg von defensiveren Bond-Proxies hin zu volatileren Aktien, die sensibler auf das Wirtschaftswachstum reagieren. Die Sektoren Finanzen und Energie haben im September kräftig zugelegt und Werte aus den Bereichen Immobilien, Gesundheitswesen und Versorger hinter sich gelassen. Eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Bank of America ergab, dass Fondsmanager nicht davon ausgehen, dass diese Outperformance anhält. Nur sieben Prozent der befragten Anleger prognostizieren, dass Substanzwerte in den nächsten 12 Monaten die Wachstumswerte übertreffen werden.

Wachstums- und Momentumaktien wurden zu teuer
Eaton Vance, Wells Capital Management und GW & K Investment Management gehören zu den Fonds, die in diesem Monat auf zyklische Aktien und Substanzwerte gesetzt haben. Genau wie Anleihen waren Wachstums- und Momentumaktien “zu teuer” geworden, und dies ist eine “gesunde Korrektur”, sagt Dan Miller, Direktor für Aktien bei GW&K, gegenüber Bloomberg. "Wenn sich die Wachstumserwartungen etwas verbessern und die Inflationserwartungen etwas festigen, könnte dies zu einem Umfeld führen, in dem die Renditen steigen und die Aktienmärkte immer noch stabil bleiben oder uns helfen, neue Höchststände zu erreichen”, sagt Brian Jacobsen, ein Multi-Asset-Stratege bei Wells Capital Management. (kb)

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