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Jim Leaviss, M&G: Wie ist Draghis Geldpolitik am Ende zu beurteilen?

Der M&G-Rentenexperte würdigt kurz vor Mario Draghis letzter Notenbanksitzung diese Woche dessen Verdienste um den Erhalt der Eurozone.

Jim Leaviss, M&G
Jim Leaviss, M&G
 
© M&G

„An sein berühmtes "was auch immer nötig ist“ wird man sich zweifellos noch lange erinnern. Mario Draghi sagte den Finanzmärkten 2012, dass die Eurozone nicht kurz vor dem Zusammenbruch stehe. Außerdem machte er deutlich, dass die EZB die Banken und Staaten am Rande Europas retten würde", erinnert Jim Leaviss, Head of Fixed Interest für die Publikumsfonds von M&G, in einem Kommentar an die turbulenten Tage des Jahres 2012.

Doch wie kam Draghi überhaupt dazu, trotz heftiger Opposition – insbesondere aus Ländern wie Deutschland – die quantitative Lockerung (QE) und andere außergewöhnliche geldpolitische Maßnahmen durchzusetzen?

Leaviss erinnert sich: Wenn wir uns die Krise in der Eurozone ansehen, dürfen wir nicht vergessen, dass die Euro-Währung damals erst etwas über zehn Jahre alt war. Die ersten beiden EZB-Präsidenten, Wim Duisenberg und Jean-Claude Trichet, hatten die Glaubwürdigkeit des Währungsraums etabliert. Allerdings machte die EZB laut Leaviss unter Trichet den größten politischen Fehler ihrer jungen Geschichte, indem sie die Leitzinsen mitten in der globalen Finanzkrise erhöhte.

Als der Italiener Draghi die Führung übernahm, hatte er nach Ansicht von Leaviss bereits die Probleme erlebt, die aus einer zu Zinserhöhungen neigenden Politik entstehen können.

"Ich gehe davon aus, dass der Währungsblock aufgelöst worden wäre, wenn die Euro-Krise kurz nach 1999 stattgefunden hätte. Trichets Misserfolge ließen Draghi also experimentieren.", erklärt Leaviss.

Und da es in den Ländern keine fiskalpolitische Koordinierung gab und überdies die Märkte verschwenderische Kreditnehmer bestraften, musste die Geldpolitik die wirtschaftliche Schwerstarbeit alleine leisten.

Die EZB und Draghi haben Leaviss zufolge also die Eurozone gerettet. Aber zu welchem Preis? Heute gibt es zu viele zombieähnliche Banken und Unternehmen in Europa, die an billiges Geld gewöhnt sind. Das wird das zukünftige Wachstum dämpfen. "Und wir wissen auch, dass die Vorteile der QE-Politik begrenzt sind und die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde feststellen wird, dass mehr Anleihenkäufe nicht mehr so viel bewirken werden wie früher", erinnert Leaviss, um folgendes Fazit zu ziehen: "Aber die Geschichtsschreibung wird Mario Draghi gegenüber freundlich sein, denn als Politiker sich weigerten, die Eurozone durch fiskalische Umverteilung zu retten, tat er "alles, was nötig war". Es war nicht perfekt, aber es war das Beste, was wir hatten.“ (aa)

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